Gestohlene Daten von Seitensprungportal im Netz

Der Albtraum von Millionen Fremdgehern wird wahr

Toronto - Hacker des Seitensprungportals Ashley Madison haben ihre Drohung offensichtlich wahrgemacht und die gestohlenen Daten über Millionen Nutzer veröffentlicht.

Rund einen Monat nach dem Datendiebstahl beim Seitensprungportal Ashley Madison sind angeblich Nutzer-Informationen veröffentlicht worden. Dies berichtete unter anderem das Magazin "Wired".

Eine Datenmenge von 9,7 Gigabyte war demnach im sogenannten Darknet gepostet worden, zugänglich über das anonyme Internet-Netzwerk Tor. In den Dateien sind den Berichten zufolge Profildaten wie Namen, Adressen und Telefonnummern sowie verschlüsselte Passwörter enthalten. Die Datensätze stammten von etwa 32 Millionen Nutzern.

Von dem Datenklau sind laut "Wired" auch rund 15.000 Nutzer mit Regierungs- oder Militär-Adressen betroffen. Sie hätten mit der Veröffentlichung über "die Betrügereien und die Dummheit" der Betreiberfirma Avid Life Media (ALM) und der Nutzer von Ashley Madison informiert, erklärten die Hacker dem Bericht zufolge zur Begründung. "Nun bekommen alle ihre Daten zu sehen."

Das Seitensprungportal ist für seinen Werbespruch "Das Leben ist kurz. Gönn' Dir eine Affäre" bekannt. Es wurde 2001 gegründet und hat nach eigenen Angaben weltweit fast 39 Millionen Nutzer aus 46 Ländern, darunter auch aus Deutschland.

Sind die Daten echt?

Das Unternehmen betonte in einer Mitteilung, man untersuche die Situation weiter und arbeite daran, die Echtheit der Daten zu prüfen und illegal veröffentlichte Informationen zu löschen. Zugleich zweifelte der frühere Technikchef von Ashley Madison, Raja Bhatia, die Authentizität der Daten an. Er ist seit dem Hack als Berater für das Unternehmen aktiv.

US-Journalist Sam Biddle vom Klatschportal "Gawker" schrieb zugleich, er habe in den Daten ein Profil wiedergefunden, das er einst bei Recherchen für einen Artikel über Online-Dating angelegt habe.

Die Hacker hatten damals gedroht, die Informationen zu veröffentlichen, wenn Ashley Madison nicht schließe. In ihrer Drohung im Juli hatten die Hacker von Impact Team auch angekündigt, Nacktfotos und E-Mails der Seitensprung-Fans zu veröffentlichen. Nach Bekanntwerden des Datenklaus hatte die Firma Nutzern die Gratis-Löschung von Profilen angeboten. Betreiber des Portals ist der kanadische Internet-Konzern Avid Life Media.

Der IT-Sicherheitsexperte Graham Cluley betonte zugleich, dass selbst aus echten Daten nur bedingt Rückschlüsse über Personen gezogen werden könnten, da Ashley Madison keine Bestätigungs-Antwort bei der Angabe von E-Mail-Adressen angefordert habe. In der Datenbank könnten also auch E-Mails von Leuten auftauchen, die nie etwas mit der Firma zu tun gehabt hätten.

dpa/afp

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen

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