Erste Mers-Todesfälle in Südkorea

Eine Mutter und ihr Kind versuchen sich in Südkorea vor der Atemwegserkrankung Mers zu schützen. Foto: Yang Ji-Woong
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Eine Mutter und ihr Kind versuchen sich in Südkorea vor der Atemwegserkrankung Mers zu schützen. Foto: Yang Ji-Woong
Atem-Masken gegen tödliches Virus: Zwei Frauen versuchen sich nahe einem Quarantäne-Zelt vor einer Mers-Ansteckung zu schützen. Foto: Yang Ji-Woong
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Atem-Masken gegen tödliches Virus: Zwei Frauen versuchen sich nahe einem Quarantäne-Zelt vor einer Mers-Ansteckung zu schützen. Foto: Yang Ji-Woong
Zwei Wochen nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea sind zwei Menschen in dem Land an der Atemwegserkrankung gestorben. Foto: Center for Disease Control (Archiv)
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Zwei Wochen nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea sind zwei Menschen in dem Land an der Atemwegserkrankung gestorben. Foto: Center for Disease Control (Archiv)
Auch mit Desinfektionsmittel versuchen sich die Menschen - wie an dieser Schule im südkoreanischen Seoul - vor dem Mers-Virus zu schützen. Foto: Yonhap
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Auch mit Desinfektionsmittel versuchen sich die Menschen - wie an dieser Schule im südkoreanischen Seoul - vor dem Mers-Virus zu schützen. Foto: Yonhap
Die Zahl der Mers-Fälle steigt. Auch Touristen in Südkorea sind, wie diese Chinesen, in Gefahr, sich das Virus zu holen. Foto: Yang Ji-Woong
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Die Zahl der Mers-Fälle steigt. Auch Touristen in Südkorea sind, wie diese Chinesen, in Gefahr, sich das Virus zu holen. Foto: Yang Ji-Woong
Bei Ansteckung sind die Symptome schwer: Das Mers-Virus kann Fieber auslösen, Atemwegsbeschwerden oder Leberversagen. Foto: Yang Ji-Woong
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Bei Ansteckung sind die Symptome schwer: Das Mers-Virus kann Fieber auslösen, Atemwegsbeschwerden oder Leberversagen. Foto: Yang Ji-Woong

Das Mers-Virus breitet sich weiter aus: Erstmals sind nun auch in Südkorea Menschen an der Atemwegserkrankung gestorben. Weltweit sind inzwischen fast 1200 Mers-Fälle gemeldet - tatsächlich dürfte es ein Vielfaches mehr gegeben haben.

Seoul/Bonn (dpa) - Erstmals sind beim größten erfassten Mers-Ausbruch außerhalb des Nahen Ostens zwei Menschen in Südkorea an der Atemwegserkrankung gestorben. Zudem gebe es inzwischen 25 Infizierte, teilte das Gesundheitsministerium in Seoul am Dienstag mit.

Der erste bestätigte Mers-Fall in Südkorea liegt zwei Wochen zurück: Bei einem 68-Jährigen wurde nach einer Nahost-Reise das Virus nachgewiesen. Seitdem wächst angesichts der steigenden Zahl von Ansteckungen die Sorge in der Bevölkerung vor einer raschen Verbreitung. 

Die Behörden des Landes werden dafür kritisiert, anfänglich keine ausreichenden Schutzmaßnahmen getroffen zu haben. Auch wurde der Vorwurf der Schlamperei laut. Rund 700 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, wurden inzwischen vorsorglich isoliert. 

Die meisten Mers-Fälle im Land wurden bisher mit dem ersten Patienten in Verbindung gebracht. Es handelt sich zum großen Teil um andere Patienten oder Besucher der Klinik, in der der 68-Jährige behandelt wurde. Unter den jüngsten Fällen seien jedoch auch zwei Menschen, die sich nicht durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem ersten Patienten angesteckt hätten, hieß es am Dienstag. Wie es dem ersten Mers-Patienten geht, war unklar. 

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich den Angaben zufolge um einen 71-Jährigen und eine 58-jährige Frau, die am Montag nach akuten Atembeschwerden starb. Beide Patienten seien schon vor der Mers-Infektion gesundheitlich stark angeschlagen gewesen, hieß es. Auch in China wird ein mit dem Mers-Virus erkrankter Südkoreaner in einer Isolierstation behandelt. Es handelt sich um den Sohn eines südkoreanischen Patienten. 

Prof. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, erklärte zu dem Ausbruch in Südkorea, dass es auch in Saudi-Arabien mehrfach solche Infektionsketten in Kliniken gegeben habe. Die genauen Übertragungswege seien noch unklar, wahrscheinlich werde das Virus aber etwa durch Fehler bei der Beatmungspflege von Mers-Patienten weitergetragen. Möglicherweise sei die Klinik in Südkorea von der ersten Diagnose im Land auch schlichtweg überrascht worden und habe darum wichtige Hygieneregeln anfangs nicht beachtet. 

Die Kritik geht in Südkorea darüber hinaus, vor allem fühlen sich die Menschen schlecht von den Behörden informiert. Das Gesundheitsministerium habe bislang einen "schlechten Job gemacht, sowohl was die Eindämmung wie auch die Weitergabe von Informationen über Mers betrifft", schrieb die Zeitung "The Korea Times". "Es ist schwierig, einzuschätzen, wie groß der Schaden sein wird, da Korea keine Erfahrung im Umgang mit solchen Epidemien hat", zitierte die Zeitung den Leiter des Pasteur-Instituts Korea, Hakim Djaballa. 

Die Regierung versuchte angesichts der ersten Todesfälle, die Bevölkerung zu beruhigen. "Die Regierung wird sämtliche medizinischen Ressourcen mobilisieren, um die öffentliche Besorgnis oder Angst zu beseitigen", sagte Vize-Premierminister Choi Kyung Hwan. Nach Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist Südkorea nach den Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das Land mit den meisten bestätigten Mers-Fällen. Bis Ende Mai wurden nach ECDC-Daten weltweit 1172 Mers-Fälle gemeldet, darunter 479 Todesopfer.

Aggressiver geworden oder sonstwie verändert sei das Virus höchstwahrscheinlich nicht, betonte Drosten. "Die Viren sehen in diesem Jahr nicht groß anders aus als in den beiden Jahren zuvor." Höhere Todesraten bei Klinikausbrüchen gebe es vor allem deshalb, weil das Virus dort auf besonders viele Menschen mit Vorerkrankungen trifft. Die Ansteckungsgefahr selbst sei weiter gering. Eine Analyse von Fällen in Saudi-Arabien ergab demnach, dass es in weniger als der Hälfte der Haushalte mit einem Mers-Patienten zur Ansteckung von Familienmitgliedern kommt.

Allein in Saudi-Arabien haben sich nach der Hochrechnung eines Forscherteams um Drosten zudem in den letzten zehn Jahren wahrscheinlich mehr als 40 000 Menschen mit Mers angesteckt, ohne es zu merken. Das bedeute allerdings auch, dass Mers in vielen Ländern schon wesentlich weiter verbreitet sein könnte als bisher bekannt, schrieben die Forscher.

Europäische Zentrale für Krankheitsprävention und Kontrolle

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