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Stiftung Warentest: Darum können Sie sich Mineralwasser sparen

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Wasser ist ein gesunder Dustlöscher - egal, ob aus der Flasche oder aus dem Wasserhahn.

Berlin - Kistenschleppen adé: Laut neuen Ergebnissen der Stiftung Warentest kann Leitungswasser locker mit Mineralwasser mithalten. Das stille Wasser aus der Flasche kann in manchen Fällen sogar krank machen.

Das Schleppen von schweren Mineralwasserkisten können sich die Deutschen sparen, zumindest wenn es nach den Testergebnissen geht, die die "Stiftung Warentest" am Donnerstag veröffentlicht hat. Danach ist stilles Wasser in Deutschland von gleich guter Qualität - egal, ob es aus dem Wasserhahn oder aus der Flasche kommt. 

Stiftung Warentest untersuchte Leitungswasserproben aus 28 Orten sowie von 30 stillen Mineralwassern. Insgesamt lässt sich sagen: Mineralwasser ist überbewertet. Leitungswasser ist laut den Testergebnissen von genauso gut, dafür aber viel billiger - es kostet im Schnitt einen halben Cent pro Liter. Und es ist umweltschonender, da es nicht abgefüllt, verpackt und transportiert werden muss. Was viele außerdem nicht wissen: Für Leitungswasser gelten sogar strengere Vorschriften als für Mineralwasser, zum Beispiel, was Grenzwerte für Pestizide und Uran betrifft. 

Mineralwasser: Werbung hält nicht, was sie verspricht

Der Begriff Mineralwasser führt oft in die Irre, kritisieren die Tester. Denn trotz des Namens enthielt die Hälfte der getesteten Mineralwasser-Sorten keine besonders hohe Konzentration von Mineralstoffen. Dies ist auch nicht gesetzlich vorgeschrieben: Auch mineralstoffarme Wasser dürfen sich Mineralwasser nennen. Den geringsten Gehalt im Test hatte das Mineralwasser "Black Forest" mit 57 Milligramm pro Liter. Leitungswasser kann da locker mithalten, vor allem in Rinteln im Wesergebirge. Von dort stammt das mineralstoffreichste Leitungswasser mit 736 Milligramm je Liter. Nur acht der 30 getesteten Mineralwasser hatten einen höheren Mineralstoffgehalt.

Schockieren dürfte so manchen überzeugten Mineralwasser-Trinker, dass das Wasser sogar krank machen kann: Sechs der 30 getesteten Mineralwasser enthielten so viele Keime, dass Immunschwache davon krank werden können. Für gesunde Menschen waren die Werte ungefährlich. Besonders hoch war die Keimbelastung in "Gerolsteiner" und "Märkisch Kristall".

Diese Mineralwasser empfiehlt die "Stiftung Warentest"

Zehn stille Mineralwasser schnitten im Test einwandfrei ab: Sie schmecken gut, sind auch für Immunschwache geeignet, nicht verunreinigt und enthalten keine kritischen Stoffe. Die "Stiftung Warentest" rät zu den Marken Adelholzener, Bad Liebenwerda, Carolinen, Celtic, Elisabethen Quellen, Extaler Mineralquell, Fürst Bismarck, Nestlé Pure Life, Rheinfels Quelle und Vittel.

Verunreinigungen im Leitungswasser unter den Grenzwerten

In den untersuchten Leitungswasser-Proben gab es zwar Arzneimittelrückstände und andere Verunreinigungen  - allerdings nicht in Konzentrationen, die dem Menschen gefährlich werden könnten. Nitrat wurde beispielsweise zwar in 27 der 28 Leitungswasserproben gefunden, lag aber immer unter dem gesetzlichen Grenzwert. Spuren des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat wurden in keiner Probe gefunden.

Aufpassen müssen den Angaben nach höchstens Eltern von Säuglingen: Prinzipiell lässt sich Babynahrung zwar problemlos mit Wasser aus der Leitung zubereiten, so die Warentester. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann aber zu Flaschenwasser greifen, das laut Etikett für die Zubereitung von Babynahrung geeignet ist. Für solches Wasser gelten besonders strenge Vorschriften und Grenzwerte. Abkochen sollten Eltern es aber trotzdem.

Für manche kann sich der Mineralwasser-Kauf trotzdem lohnen

Für Menschen mit Laktoseintoleranz kann es sich laut den Testern aber eventuell lohnen, gezielt zu Wasser mit hohem Kalziumgehalt kaufen. Sportler können mit bestimmten Wässern Magnesiumverluste ausgleichen. Und Wasser mit hohem Sulfatgehalt kann in großen Mengen verdauungsfördernd oder abführend wirken und so zum Beispiel Verstopfung lindern.

dpa

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