Forscher wechseln Strategie

Neue Hoffnung bei der Suche nach außerirdischem Leben

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Der Blick in den Himmel verrät nichts: Wie würden Aliens mit der Erde in Kontakt treten?

Heidelberg - Die Vorstellung intelligenter Lebewesen auf fernen Planeten fasziniert die Menschheit seit Jahrhunderten. Wissenschaftler versuchen jetzt, die spannende Frage nach Aliens mit einem neuen Ansatz zu ergründen.

Seit es die technischen Möglichkeiten dazu gibt, horchen irdische Astronomen auf mögliche Alien-Signale hinaus ins Universum. Doch die jahrzehntelange Suche mit großen Radioteleskopen war bisher vergebens. Nun präsentieren zwei Wissenschaftler eine Idee, wie man diese Suche mit mehr Aussicht auf Erfolg angehen könnte. Dabei werfen sie nicht den Blick von der Erde ins All, sondern zunächst einmal aus dem All auf die Erde.

Was wäre, wenn außerirdische Astronomen die Erde entdeckt hätten - mit denselben Methoden, mit denen wir Menschen seit den 90er Jahren Planeten um ferne Sterne nachgewiesen haben? Wo würden diese Alien-Forscher dann im All leben - und wo müsste man also suchen, wenn sie uns Signale geschickt hätten? Diese Fragen stellten sich René Heller vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) und Ralph Pudritz von der McMaster Universität in Kanada, der zur Zeit am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) arbeitet.

2000 ferne Planeten haben Forscher bislang entdeckt

Gut 2000 ferne Planeten - Exoplaneten genannt - haben irdische Forscher bislang entdeckt. Dies gelang ihnen vor allem mit der sogenannten Transitmethode: Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, kommt es zu einer minimalen Verdunkelung der fremden Sonne. Die Verdunkelung während dieses Transits kann gemessen werden.

Das funktioniert natürlich nur, wenn der Beobachter von der Seite auf Stern und Planet blickt. Es kommt also auf den Blickwinkel an - auch für Alien-Astronomen, die mit der Transitmethode unsere Erde entdeckt haben könnten. Ihr Planet müsste sich in einem Streifen am Himmel befinden, der einer Projektion unserer Sonnenumlaufbahn auf die Himmelssphäre entspricht. Nur in diesem schmalen Himmelsstreifen böte sich den Bewohnern von fremden Planetensystemen der Anblick der Erde, wie sie vor der Sonne vorzieht.

Genau in diesem Himmelsbereich sollte man bevorzugt nach außerirdischen Signalen suchen, schlagen die beiden Wissenschaftler vor. Sie halten die Wahrscheinlichkeit, dort auf solche Botschaften zu stoßen, für höher als in anderen Himmelsarealen. Hinzu kommt: Eine gezielte Suche in dem schmalen Streifen würde den theoretisch denkbaren Suchbereich drastisch einschränken - denn die Fläche dieses Streifens macht nur rund zwei Tausendstel des gesamten Himmels aus.

"Der Knackpunkt dieser Strategie liegt darin, dass sie den Suchbereich auf einen sehr kleinen Teil des Himmels eingrenzt", erläuterte Heller vom MPS. "So könnten wir bereits innerhalb der Zeitspanne eines Menschenlebens herausfinden, ob es außerirdische Astronomen gibt, die uns sehen können und die versuchen, uns zu kontaktieren."

Nicht jeder Stern sei aber als Heimat für eine fremde Zivilisation gleich gut geeignet, unterstrich Heller. Denn je massereicher ein Stern ist, desto kürzer ist seine Lebensdauer. Eine lange Lebensdauer wird aber als Voraussetzung für die Entwicklung höheren Lebens betrachtet. Die Forscher erstellten daher eine Liste von Sternen, die sich einerseits im richtigen Bereich des Himmels befinden und die andererseits aufgrund ihres langen Lebens besonders gute Aussichten auf Erfolg bieten.

Ergebnis: 82 Sterne, die diese Kriterien erfüllen, sind derzeit bekannt. Diese 82 fremden Sonnen sollten nach Auffassung von Heller und Pudritz künftig beim Projekt "Search for extraterrestrial Intelligence" (Seti) höchste Prioriät erhalten. Schätzungen der beiden Wissenschaftler zufolge könnten insgesamt sogar etwa 100.000 Sterne in Sonnennähe Planeten mit intelligenten Bewohnern beherbergen, die uns entdeckt haben.

Nicht klären konnte die Forscher allerdings, ob mögliche Aliens tatsächlich genauso neugierig wären wie wir - und ob sie überhaupt Kontakt mit uns aufnehmen wollen.

AFP

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