Aufnahmen eines Verdächtigen veröffentlicht

Bangkok: Täter für beide Anschläge verantwortlich

1 von 12
Mit Bildern aus einem Überwachungsvideo sucht die Polizei in Thailand nach einem Verdächtigen. 
Der Anleger Saphan Thaksin ist der wichtigste Pier für Ausflugsboote in Bangkok. Hier gab es einen zweiten Bombenanschlag. Foto: Ritchie B. Tongo
2 von 12
Der Anleger Saphan Thaksin ist der wichtigste Pier für Ausflugsboote in Bangkok. Hier gab es einen zweiten Bombenanschlag. 
Polizeitaucher bergen in Bangkok Teile eines zweiten Sprengsatzes, der an einem belebten Fähranleger explodieren sollte. Foto: Ritchie B. Tongo
3 von 12
Polizeitaucher bergen in Bangkok Teile eines zweiten Sprengsatzes, der an einem belebten Fähranleger explodieren sollte. 
Thailändische Angehörige trauern um die Opfer der Explosion in Bangkok. Foto: Rungroj Yongrit
4 von 12
Thailändische Angehörige trauern um die Opfer der Explosion in Bangkok.
An der Unglücksstelle sammeln die Ermittler Beweise. Foto: Diego Azubel
5 von 12
An der Unglücksstelle sammeln die Ermittler Beweise. 
Umringt von Journalisten: Thailands Polizeichef Somyot Poompanmoung am Schauplatz des missglückten zweiten Anschlags. Foto: Diego Azubel
6 von 12
Umringt von Journalisten: Thailands Polizeichef Somyot Poompanmoung am Schauplatz des missglückten zweiten Anschlags. 
Rund um den Erawan-Schrein hinterließ die Explosion Schäden. Der Sprengsatz riss ein Loch in den Boden, Glasschreiben gingen zu Bruch. Die Kreuzung an dem Schrein wurde wieder für den Verkehr geöffnet. Foto: Ritchie B. Tongo
7 von 12
Rund um den Erawan-Schrein hinterließ die Explosion Schäden. Der Sprengsatz riss ein Loch in den Boden, Glasschreiben gingen zu Bruch. Die Kreuzung an dem Schrein wurde wieder für den Verkehr geöffnet. 
Nach dem schwersten Anschlag in der Geschichte Bangkoks suchen die Fahnder mit Fotos von einer Überwachungskamera nach einem Verdächtigen. Foto: Narong Sangnak
8 von 12
Nach dem schwersten Anschlag in der Geschichte Bangkoks suchen die Fahnder mit Fotos von einer Überwachungskamera nach einem Verdächtigen. 
Bombenspezialisten schätzen, das der Sprengsatz drei bis fünf Kilogramm Sprengstoff enthielt. Foto: Rungroj Yongrit
9 von 12
Bombenspezialisten schätzen, das der Sprengsatz drei bis fünf Kilogramm Sprengstoff enthielt. 

Bangkok - Kurz nach den Bombenanschlägen in Bangkok werden Aufnahmen eines Verdächtigen veröffentlicht. Doch die Ermittler sind sich sicher: Er hat nicht alleine gehandelt.

Nach den beiden jüngsten Bombenanschlägen in Thailands Hauptstadt Bangkok gehen die Ermittler von einem direkten Zusammenhang zwischen den Attentaten aus. Untersuchungen der Bombenüberreste deuteten darauf hin, dass die Sprengsätze von denselben Tätern hergestellt worden seien, sagte Polizeichef Somyot Pumpunmuang am Dienstag laut der Zeitung „Bangkok Post“. Ein zweiter Sprengsatz war am Dienstag in einem Fluss detoniert, ohne dass jemand zu Schaden kam. Nach einem Verdächtigen wurde mit Bildern gefahndet.

In beiden Sprengkörpern wurden laut dem Polizeichef Spuren von TNT gefunden, das mit einem Zeitzünder versehen in ein Rohr gestopft worden war. Somyot geht nach eigener Aussage davon aus, dass mehr als eine Person für die Taten verantwortlich ist, und dass sowohl Thailänder als auch Ausländer beteiligt waren.

"Stellen Sie sich schnell!"

Ein junger Mann mit Rucksack war in der Nähe des Tatorts gefilmt worden und hatte sich wenig später ohne Gepäck entfernt, wie die Armeeführung am Dienstag nach Auswertung der Überwachungsaufnahmen mitteilte. Er trug den Angaben zufolge ein auffälliges gelbes T-Shirt und mischte sich am Erawan-Schrein direkt an der wichtigsten Einkaufsmeile Bangkoks unter Dutzende Einheimische und Touristen. Auf den grobkörnigen Aufnahmen war nicht klar zu erkennen, ob es sich um einen Thailänder oder einen Ausländer handelte.

Regierungschef Prayuth Chan-ocha appellierte an den Mann: „Stellen Sie sich schnell, sonst kann es sein, dass Sie bei einem Polizeieinsatz ums Leben kommen.“

Weiterer Verdächtiger verhaftet

Er bestätigte dem Zeitungsbericht zufolge, dass am Flughafen Suvarnabhumi kurzzeitig ein Ausländer von der Polizei festgehalten wurde, der einem jungen Mann ähnelt, der auf Bildern aus einer Überwachungskamera in der Nähe des ersten Anschlagsorts zu sehen war. Seine Identität werde jetzt geprüft, hieß es. Er dürfe das Land zunächst nicht verlassen.

Bei dem ersten Anschlag am Montagabend waren 20 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche Ausländer. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt. Ein zweiter Anschlag schlug am Dienstag fehl. Ein Unbekannter schleuderte an einem Bootsanleger einen Sprengsatz, der aber im Wasser landete und dort detonierte. Dabei wurde niemand verletzt.

Schwerster Anschlag in der Geschichte Thailands

Regierungschef Prayuth Chan-ocha sprach nach der ersten Explosion am Montagabend vom schwersten Anschlag in der Geschichte Thailands. Im Zentrum der Millionenmetropole waren 20 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden.

Am Dienstag folgte dann ein zweiter Anschlag an einem belebten Ausflugspier am Fluss Chao Praya. Ein Unbekannter habe eine Rohrbombe in die Menschenmenge schleudern wollen, sein Ziel aber verfehlt, sagte ein Polizeisprecher. Der Sprengsatz sei im Fluss gelandet und explodiert. An dem Pier legen Ausflugsboote für Fahrten zu den Touristenattraktionen ab. Am Fluss liegende Luxushotels holen dort mit kleinen Schiffen ihre Gäste ab.

Unter den Toten waren mindestens fünf Thailänder, vier Chinesen, zwei Malaysier und eine Singapurerin. Das britische Außenministerium teilte mit, eine in Hongkong lebende Frau mit britischer Staatsbürgerschaft sei umgekommen. Laut dem Auswärtigen Amt gibt es keine Hinweise darauf, dass Deutsche getötet oder verletzt wurden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) verurteilte den Anschlag am Dienstag „aufs Schärfste“.

Noch hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt

Zu den Taten bekannte sich zunächst niemand. Spekulationen über die Drahtzieher reichen von muslimischen Separatisten aus dem Süden des Landes über Kritiker der Militärregierung bis zu den in China verfolgten Uiguren, von denen Thailand vor kurzem mehr als 100 in ihre Heimat abgeschoben hat.

Verantwortlich seien „Einzelpersonen oder Gruppen, die die Absicht haben, Thailand zu schaden“, sagte Prayuth in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. „Sie wollen unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören.“ Der stellvertretende Regierungssprecher Werachon Sukhondhapatak sagte, es sei „noch zu früh, um über die Gruppe zu spekulieren, die dafür verantwortlich sein könnte“.

In Bangkok seien 1160 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz, sagte Prayuth. Nach Angaben der Touristenbehörde wurden die Patrouillen vor allem rund um die Touristenattraktionen verstärkt, auf den Straßen waren deutlich mehr Beamte zu sehen. Auch am Flughafen wurde nachgerüstet, ohne dass die Behörden Einzelheiten dazu nannten.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Meistgelesen

Gummibärchen mit Marihuana? 14 Highschool-Schüler im Krankenhaus
Gummibärchen mit Marihuana? 14 Highschool-Schüler im Krankenhaus
Erfinder des Big Mac mit 98 gestorben
Erfinder des Big Mac mit 98 gestorben
US-Portal rät von Verabredungen mit deutschen Frauen ab
US-Portal rät von Verabredungen mit deutschen Frauen ab
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt
Obdachloser wird von Polizei verscheucht und dafür belohnt
Tote Studentin: So kamen die Ermittler dem 17-Jährigen auf die Spur
Tote Studentin: So kamen die Ermittler dem 17-Jährigen auf die Spur