Trauer in der Theaterwelt

Schauspieler Helmuth Lohner gestorben

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Helmuth Lohner.

Wien - Helmuth Lohner war auf zahlreichen Bühnen zu Hause und hat im Laufe seiner langen Karriere viele Charaktere verkörpert. Sein Tod hinterlässt eine Lücke.

Der österreichische Schauspieler und Regisseur Helmuth Lohner ist tot. Er starb mit 82 Jahren nach schwerer Krankheit am Dienstag in Wien. Das teilte das Wiener Theater in der Josefstadt mit, dessen künstlerischer Direktor Lohner von 1997 bis 2006 war. Sein Tod bedeute „einen unersetzbaren Verlust für die Josefstadt, für das deutschsprachige Theater und großen Schmerz für alle, die ihn kennen und ihm nahestanden“, hieß es in der Erklärung von Direktor Herbert Föttinger.

Auch die Salzburger Festspiele würdigten den Schauspieler. Er sei seiner Berufung mit „übermenschlicher Anstrengung“ und „furioser Passion“ nachgegangen, meinte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Bei 237 Auftritten in der Mozart-Stadt hatte Lohner viele Triumphe gefeiert.

Lohner spielte in den 1950er Jahren zuerst als Darsteller in vielen Unterhaltungsfilmen wie „Hotel Adlon“ und „Das Wirtshaus im Spessart“. Dann stand er in den großen Häusern wie in München, Berlin und Zürich auf der Bühne und spielte lange am Wiener Burgtheater. Bei den Salzburger Festspielen war er viele Jahre im „Jedermann“ zu sehen. Später inszenierte er auch Opern und Operetten.

Zu seinen Auszeichnungen zählen die Kainz-Medaille (1980), der Nestroy-Ring (1988) und der Titel Österreichischer Kammerschauspieler (1993). „Er war ein unschlagbarer Komödiant, obwohl er das Leben nie von der spaßigen Seite nahm“, sagte Rabl-Stadler im Nachruf auf den beliebten Akteur.

Lohner wurde als Sohn eines Arbeiters 1933 in Wien geboren. Nach seiner Schulzeit machte Lohner eine Grafiker-Ausbildung, holte abends das Abitur nach und nahm privaten Schauspielunterricht. Seine erste Rolle erhielt er am Stadttheater Baden als Chorsänger, bevor er den Sprung an das Theater in der Josefstadt in Wien schaffte.

„Helmuth Lohner war ein hinreißender Darsteller feinnerviger Charaktere, ein Sprachkünstler, dessen schauspielerische Präzision, Fantasie und Hingebungskraft bewundert wurde“, würdigte ihn Theaterchef Föttinger. Im Dezember sollte Lohner unter der Regie von Föttinger den „Anatol“ an der Josefstadt spielen.

Lohners Repertoire reichte von Shakespeare bis Schnitzler. Neben den Auftritten auf der Bühne und im Film wurde der Opernfan populär mit seinen Soloprogrammen, in denen er auch sang und tanzte.

dpa

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