Ausbildung zum Medienkaufmann/-Kauffrau

Fakten

Voraussetzungen: In der Regel mindestens Fachoberschulreife oder höherer Abschluss erwünscht

Ausbildungsdauer: Regulär drei Jahre. Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich.

Zu durchlaufende Abteilungen:  Vertrieb, Anzeigenabteilung, Technik, Redaktion, Online, Marketing, Personalbüro und Buchhaltung

Berufsschule: in Köln, im wöchentlichen Wechsel 1 oder 2 Tage pro Woche

Fächer:  Verlagsbetriebslehre, Allgemeine Wirtschaftslehre, Rechnungswesen, EDV-Unterricht, Politik, Deutsch und Englisch

Ausbildungsvergütung: 1. Ausbildungsjahr 675 Euro 2. Ausbildungsjahr 788 Euro 3. Ausbildungsjahr 927 Euro

Weiterbildungsmöglichkeiten: Bei besonderer Eignung und Interesse besteht die Möglichkeit der Weiterqualifikation zum Fachwirt für Medien- und Verlagswirtschaft (mit einem Schwerpunktfach Herstellung oder Marketing)

Spezialist für Marketing

Raider heißt jetzt Twixx, tönte die einprägsame Werbung für einen neuen, alten Schokoriegel. Gut, dass eine werbewirksame Umbenennung auch für den Ausbildungsberuf des Verlagskaufmanns zum Medienkaufmann anstand. Nicht, dass der abwechslungsreiche und zukunftsorientierte Beruf einen Marketing-Gag überhaupt nötig hätte. Aber ein neuer Name konnte dem grundlegenden Wandel des Berufsbilds in den letzten Jahren Rechnung tragen. Denn die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage haben sich längst in der digitalen Welt engagiert, bieten eigene Online-Auftritte oder Portale im World-Wide-Web an. "Einer der interessantesten und abwechslungsreichen kaufmännischen Berufe überhaupt", beurteilen Kenner die Tätigkeit der Medienkaufleute.

Da ist in erster Linie das Produkt, das das besondere Flair ausmacht: die Zeitung ist ein "lebendes" Gut, das tagtäglich von vielen Händen unter aktuellem Zeitdruck hergestellt werden muss: vom Planer der Ausgabe über den Redakteur als "Lieferant" des Inhalts bis zum Zeitungsausträger sind viele Berufsgruppen und Menschen daran beteiligt.

Engagierte Kaufleute haben daran einen großen Anteil: sie verkaufen die Werbung, die einen Hauptteil der Einnahmen der Zeitung ausmachen; sie präsentieren den Kunden Text- und Gestaltungsvorschläge für ihre Anzeigen; sie interpretieren und präsentieren Marktforschungsdaten, um neue Inserenten und Leser zu gewinnen; sie steuern das riesige Rad des Zeitungsvertriebs, indem sie die Zustellung der täglichen Zeitung sicherstellen.

Was müssen Bewerber mitbringen, die sich für die interessanten Aufgaben in diesem Berufsfeld interessieren? In jedem Fall Kommunikationsfähigkeit, Kreativität, Organisations- und Verkaufstalent, Freude am Kontakt mit Menschen und Einsatzbereitschaft. Das zählt übrigens nicht nur in der Zeitungs- und Zeitschriftenbranche selbst: Gut ausgebildete Medienkaufleute sind überall - ob im Hörfunk, TV und Agenturen oder in den Onlinemedien - gefragte Mitarbeiter.

Das liegt daran, dass zu den "rein kaufmännischen" Tätigkeiten in Buchhaltung oder Rechnungswesen viele weitere "universelle" Herausforderungen auf die künftigen Mitarbeiter warten: sei es die spannende Aufgabe, die Ausgabe zu planen und die notwendigen Ressourcen dafür bereitzustellen; oder den Ablauf der Produktion von Print- und Onlinemedien zu überwachen; oder aktives Marketing für die Anzeigenwerbung und den Lesermarkt zu entwickeln, vorzubereiten und durchzuführen.

Gerade letzteres wird immer wichtiger in einer Zeit, die geprägt ist vom intensiven Wettbewerb der Zeitungen untereinander und zu anderen Medien; dem drastisch zunehmenden Informationsbedarf aber auch dem Informationsüberfluss - kurz: dem Übergang zur Informations- und Wissensgesellschaft. Medienkaufleute können beim Start dieses neuen Zeitalters nicht nur unmittelbar dabei sein, sondern es aktiv mitgestalten. Kann es noch etwas Spannenderes geben?

Stefan M. Kob

Kommentare