Spieletest

"The Division" - Postapokalypse für gesellige Spieler

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Midtown Manhatten ist detailgetreu nachgebildet.
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Die Grafik ist natürlich auf dem PC am besten, läuft aber auch auf der Konsole angenehm flüssig.
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Die Spielwelt ist riesig, offen und lädt zum Erkunden ein.

In ein postapokalyptisches New York entführt das neue "Tom Clancy`s - The Division" die Spieler auf PC, PS4 und XBox One. Lohnt sich der Ausflug?

Black Friday. Ausnahmezustand in amerikanischen Einkaufszentren. Mit Schnäppchenangeboten läuten die Einzelhändler das Weihnachtsgeschäft ein. Was nun, wenn ein Terrorist ausgerechnet am Black Friday Banknoten in Umlauf bringt, die mit einem besonders aggressiven Pockenvirus präpariert sind? Die Scheine wandern von Hand zu Hand, binnen kürzester Zeit wären tausende Menschen infiziert. Die wiederum Millionen andere Menschen infizieren würden. Ein Gedankenspiel, das Angst macht. Und die Grundlage der Handlung von „The Division“ ist.

Die Handlung des neuen Spiels aus dem Hause Ubisoft setzt einige Wochen nach dem Ausbruch der Epidemie ein. Manhatten hat sich mittlerweile in ein Kriegsgebiet verwandelt. Die öffentliche Ordnung ist komplett zusammen gebrochen, Plünderer und Gangs drangsalieren die wenigen Überlebenden. Der Spieler übernimmt die Steuerung eines Agenten der namensgebenden „Division“, einer Geheimorganisation, deren EInsatzkräfte gut getarnt mitten unter uns leben. So lange, bis sie aktiviert werden. Das Spiel beginnt - natürlich - damit, dass wir aktiviert werden. Auf geht es nach Brooklyn, wo das Tutorial spielt. Schnell werden wir mit den grundlegenden Spielmechaniken vertraut gemacht. Grob vereinfacht gesagt, ist „The Division“ eine Mischung aus Rollenspiel, MMO und Deckungsshooter. Es wirkt also wie eine Mixtur aus „Skyrim“, „World of Warcraft“ und „Uncharted“.

The Division im Test: Nix für Solisten

Nun ist „The Division“ nicht das erste Spiel, das sich an dieser Mixtur versucht: „Destiny“ ist seit anderthalb auf dem Markt und schaffte es in dieser Zeit, trotz durchwachsener Kritiken Millionen Menschen dauerhaft an sich zu binden. „The Division“ setzt auf die selbe Formel. Man kann es auch alleine spielen, dann wird es allerdings sehr schnell sehr schwer. Und Spaß hat man alleine wenig. Zwar prangt der Name des amerikanisches Thrillerautoren Tom Clancy auf der Verpackung, sonderlich mitreißend ist die Geschichte abseits der interessanten Grundprämisse allerdings nicht geraten. Was auch daran liegt, dass sie eher über die Umgebung, über so genannte Echos, also 3D-Scans, die in der Spielwelt herumstehen, und über fiktive Filmschnipsel von Überwachungskameras, die man ab und zu findet, erzählt werden. Die große, epische Geschichte eines „Mass Effect“ sucht der Einzelspieler hier also vergebens. Genau wie abwechslungsreiches Missionsdesign. Im Prinzip laufen die Aufträge fast immer gleich ab: Lauft irgendwo hin und schießt auf alles, was sich bewegt. Welle um Welle der immer gleichen Gegner stürmen auf den Spieler zu. Die Bosse unterscheiden sich von den normalen Gegnern vor allem dadurch, dass sie unzählige Kugeln schlucken.

Das Überraschende an „The Division“ ist dabei: Sobald man gemeinsam mit Freunden oder anderen Spielern unterwegs ist - das Matchmaking funktioniert hervorragend - hat man dennoch eine Menge Spaß. Insbesondere, weil dann schnell eine taktische Komponente mit ins Spiel kommt. Man spricht sich ab, flankiert die Gegner, tüftelt an der besten Rollenverteilung. Das an ein Rollenspiel erinnernde Skillsystem ist leicht erlernbar und sehr flexibel. Eben noch ein Damage-Dealer, kann der Spieler in Sekundenschnelle zum Heiler und Unterstützer für seine Gruppe werden. Gerade im späteren Spielverlauf ist das überlebenswichtig.

The Division im Test: Aufregender Abstecher in die "Dark Zone"

Auch die Itemspirale dreht sich suchterregend schnell. Genau wie bei „Diablo 3“ lassen die Gegner immer wieder neue, bessere Ausrüstung fallen. Die Händler in der Zentrale, die der Spieler selbst ausbauen kann, haben immer wieder neue Waffen, Rüstungen und Rucksäcke im Angebot. Und so erwischt man sich immer wieder dabei zu sagen, „nur noch diese eine Mission“. Schließlich könnte genau hier die langersehnte neue Bleipumpe erbeutet werden.

Die besten Gegenstände gibt es im Herzstück des Spieles, der so genannten „Dark Zone“. Hier spielt jeder gegen jeden. Gerade die Interaktion mit anderen, menschlichen Spielern ist hochspannend. Das liegt an einem interessanten Kniff. Wer hier besonders gute Beute macht, muss sie abtransportieren lassen. Doch der Hubschrauber braucht eine Weile, um den Spieler zu erreichen. In dieser Zeit können andere menschliche Spieler einem die Beute abjagen. Allerdings gilt hier: Wer einen anderen Spieler tötet, wird zum „Rogue“ erklärt, also quasi vogelfrei. Jeder Mitspieler darf ihn angreifen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Das sorgt immer wieder für hochspannende Situationen, in denen sich die Spieler gegenseitig belauern.

Kurzum: Wer gern mit anderen Spielern gemeinsam unterwegs und gelegentlichen PVP-Einlagen nicht abgeneigt ist, der kann bei „Tom Clancys The Division“ bedenkenlos zugreifen. Solospieler mit einem Hang zu episch erzählten Geschichten sind indes anderswo besser bedient.

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