Raffinierter Trick gegen nervige Call-Center

Mit dieser App müssen Sie nie wieder auf eine Hotline warten

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Call-Butler gibt es seit Anfang Oktober auf dem Markt.

München/Bonn - Wie können wir die nervige Wartezeit von Hotlines überbrücken? Das dachten sich Dierk Wehrmeister und seine Kollegen. Gemeinsam machten sich an eine Lösung. Die heißt Call-Butler und verhindert Zeitverlust.

Unsägliche Musik, computerbasierte Stimmen sagen: "Bitte haben Sie einen Moment Geduld, wir verbinden Sie gleich mit einem freien Mitarbeiter" - Hotlines von Unternehmen sind nervig und kosten meist auch viel Zeit. Denn der eine Moment Geduld kann sich sehr lange hinauszögern. Bis zu durchschnittlich drei oder vier Minuten, wie der große tz-Test ergab.

Das störte viele und deshalb fragte sich die BBM GmbH, wie kann man das ändern, welche Lösung kann man anbieten? Seit Anfang Oktober ist die Lösung am Markt und heißt Call-Butler. Die App wirbt mit dem Slogan: "Warten for free oder noch besser: Wir rufen Sie zurück."

BBM wusste, wie Servicecenter funktionieren

Einfach nur auf das Unternehmen klicken und abwarten.

Die Unternehmensberatung BBM, die den ersten Gedanken für die Anwendung auf den Weg brachte, ist speziell für den Callservice von Konzernen wie O2, Axa oder Eon zuständig. "Der Kunde wird zwar bedient, aber oftmals sehr spät", beschreibt Geschäftsführer Dierk Wehrmeister die Geburtsstunde von Call-Butler. Durch die beratende Tätigkeit wusste die Firma, wie solche Servicecenter funktionieren und wussten auch, wo man den Hebel ansetzen muss. "Wir wollten den Kunden etwas an die Hand geben, wie er es leichter haben kann", sagt Wehrmeister zu unserer Onlineredaktion.

Das Konzept hinter Call-Butler ist sehr simpel. Die App hat rund 200 Service-Nummern von Bausparkassen, Versandhäusern, Energieversorgern oder Internetprovidern gespeichert. Der Nutzer tippt auf das Unternehmen, mit dessen Hotline er verbunden werden möchte.

Und dann heißt es nicht mehr warten, sondern abwarten. Die App erledigt den Rest: Sie stellt die Verbindung her, reiht sich in die Warteschlange ein und erst wenn ein Mitarbeiter verfügbar ist, klingelt beim Nutzer das Telefon. "Wir wollten die Verhältnisse umkehren", sagt Wehrmeister. "Der Mitarbeiter der Hotline muss zwar auch warten, aber viel kürzer."

Call-Butler bündelt viele verschiedene Servicerufnummern

In dieser Zwischenzeit kann man diverse Sachen erledigen. Weitere Vorteile der App: Keine Interaktion mit einer Sprachsoftware und kein Googeln der Servicerufnummer, da Call-Butler viele unterschiedliche Nummern bündelt.

Call-Butler gibt es für Android bei Google Play zum Download - und ist zunächst kostenlos. Erst ab dem elften Anruf verlangen die Macher 50 Cent für jede weitere Nutzung. Dafür kommt die App ohne Werbung aus und kompensiert mit den 50 Cent die Betriebskosten und die Telefonverbindungskosten.

Call-Butler auch bald für Apple-Geräte zu haben

Die Gebühr wird angezeigt und vom Google-Konto abgebucht, aber nur, wenn der Nutzer dies bestätigt und der Anruf zustande kam. Bislang hat Call-Butler einige tausend User und wird dementsprechend genutzt. Auch die Resonanz ist durchwegs positiv. "Die meisten waren überrascht: 'Geht das überhaupt?'", erzählt Wehrmeister.

Schon sehr bald kommt Call-Butler auch für Apple-Endgeräte auf den Markt. Bei iTunes ist der Anbieter bereits angelegt, der IT-Konzern muss lediglich die App freischalten.

Michael Sapper

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