Studie

Jeder zehnte Dreijährige nutzt das Internet

Berlin - In immer mehr Kinderzimmern das Tablet, mit dem schon Dreijährige ihren Weg in die digitale Welt suchen. Viele Eltern beobachten den frühen Netzanschluss ihrer Kinder mit Faszination und Sorge.

Das Internet ist nach einer neuen Studie längst im Alltag kleiner Kinder angekommen und wird schon von Dreijährigen genutzt. Gut die Hälfte der Achtjährigen (55 Prozent) ist in Deutschland online, 37 Prozent sogar mehrfach in der Woche oder täglich. Auch bei den Sechsjährigen ist bereits fast ein Drittel (28 Prozent) teils regelmäßig im weltweiten Netz unterwegs - und selbst bei den Dreijährigen jedes zehnte Kind (10 Prozent).

Das geht aus dem am Dienstag in Berlin präsentierten Report „Kinder in der digitalen Welt“ hervor, den das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) in Zusammenarbeit mit dem Sozialforschungsinstitut Sinus nach Umfragen mit Eltern und Kindern erarbeitet hat. Demnach werden Computer, Laptop, Tablet und Smartphone mit dem Schuleintritt immer wichtiger. Dann lösen sie Spielekonsolen als meistgenutzte Endgeräte ab.

Entscheidend dafür, ob Kinder überhaupt online gehen wollen oder im Netz unterwegs sein dürfen, sei die Nähe der Eltern zur „digitalen Lebenswelt“ und ihre Einstellung zum Internet. Dabei übertreffen die Risiken aus Sicht der Eltern die Chancen, ermittelten DIVSI und Sinus. Deshalb verbieten zwei Drittel ihren drei- bis achtjährigen Kindern rigoros, ins Internet zu gehen. Als größte Gefahren gelten nicht kindgerechte Inhalte, der mögliche Kontakt zu Unbekannten oder Cyber-Mobbing.

Zwischen sechs und acht Jahren seien Mädchen und Jungen gleichermaßen interessiert an digitalen Medien und Internet - die Spielekonsole indes ist bei Jungen deutlich beliebter. Überhaupt seien Jungen bei ihrem Umgang mit digitalen Medien spieleorientierter, Mädchen recherchierten öfter Informationen, hieß es bei der Vorstellung des Reports in Berlin.

Kleine Kinder von Eltern mit geringerer Bildung setzten eher auf Unterhaltung und nutzten das Internet seltener für Informationssuche und Lernen als der Nachwuchs von Eltern mit höherer Bildung. Je geringer die elterliche Bildung, desto weniger engagierten sich Väter und Mütter, um ihre Kinder aktiv in die digitale Welt zu begleiten.

Die Studie betont, dass die digitale Ausstattung von Kindern und ihr technischer Zugang zu digitalen Medien und Internet trotz großer Einkommensunterschiede der Eltern keine Frage des Geldbeutels seien. „Kinder haben nahezu vergleichbare Möglichkeiten, auf Spielekonsolen, Smartphones und Computer beziehungsweise Laptops zuzugreifen. Ob sie die Geräte besitzen, hängt dabei ebenso wenig vom Einkommen ihrer Eltern ab wie die Frage, ob sie sie nutzen.“

Auch bei geringem Verdienst der Eltern würden nicht weniger Geräte angeschafft, so ein Ergebnis der Studie. Weiter heißt es jedoch: „Längst aber haben sich auch hier feine Unterschiede etabliert. Was früher lediglich die Markenjeans und die Sneakers mit der richtigen Anzahl an Streifen waren, wird heute ergänzt um die jeweils aktuellste Smartphone-Version mit der richtigen Ziffer am Ende der Produktbezeichnung.“

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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