Spiel zum Film

Alien Isolation: Schwierig aber gut

Alien Isolation von Sega ist derart schwierig, dass man am liebsten in den Controller beißen möchte. Trotzdem ist es ein gutes Spiel. Zum Test.

So ein Alien-Spiel haben sich viele Fans des Film-Franchise um die tödlichen Xenomorphen schon lange gewünscht. Vor allem die Fans des ersten Teils, in dem es noch mehr um Schauer als um Geballer ging – wie in den folgenden Alien-Filmen. Im Mittelpunkt des ersten, oscarprämierten Streifens von Ridley Scott (deutscher Titel: „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“) stand ein einziges Alien, das die Besatzung des Raumschiffes Nostromo terrorisierte und – ein Crewmitglied nach dem anderen – killte. Bis es in Ellen Ripley (gespielt von Sigourney Weaver) seine Meisterin fand und im Weltall vom Antriebstrahl der Nostromo geröstet wurde.

Die spannungsgeladene Story des ersten Alien-Teils dient auch Alien Isolation als Vorbild. Wieder steht Ripley in einem Raumschiff einem einzigen Xenomorphen gegenüber. Allerdings heißt die Protagonistin diesmal Amanda Ripley. Sie macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter Ellen. Die Spielhandlung knüpft an deren Kampf gegen das Alien in der Nostromo an. Amanda fliegt mit dem Frachtschiff MSV-7760 Torrens zur Weltraumstation Sevastopol. Wer die Filmreihe kennt, weiß auch, dass sich Ellen Ripley am Ende des ersten Alien-Films in einen Kälteschlaf versetzte, aus dem sie erst Jahrzehnte später, im Film „Aliens“ geholt wurde.

Zurück zu Alien Isolation, dessen Handlung um das Jahr 2122 spielt – also unmittelbar nach der Handlung des ersten Alien-Films: Beim Andocken des Raumschiffs der Ripley-Tochter Amanda kommt es zu einer Katastrophe. Ihre Crew wird ins All gerissen. Amanda kann sich auf die Sevastopol retten. Die Station erweist sich allerdings als nahezu menschenleer. Nur ein paar Menschen leben dort. Tendenz sinkend. Denn bald taucht ein Alien auf, um die Sevastopol ebenso zu entvölkern wie zuvor die Nostromo.

Alien Isolation: Drückende Spannung

Alien Isolation erzeugt umgehend dieselbe drückende Spannung wie die Filmvorlage, die von Buh-Momenten lebt und auf spektakuläre Actionszenen verzichtet. Laufend muss man damit rechnen, dass das Alien um die Ecke kommt und Amanda um dieselbe bringt. Jeder Moment könnte der letzte sein. Alien Isolation bietet zwar eine Ego-Perspektive, ist allerdings alles andere als ein Ego-Shooter. Vielmehr handelt es sich um ein Schleich-Horrorspiel, bei dem man versucht, dem Alien zu entkommen oder sich davor zu verstecken. Wer versucht, das Alien anzugreifen, geht umgehend drauf. Wer versucht, vor dem Vieh wegzulaufen ebenfalls. Rasch stellt man fest, dass das Vieh übelst schnell ist und einen im Handumdrehen anspringen oder mit dem Stachelschwanz durchbohren kann. Erst wenn man den aus dem Film bekannten, selbstgebastelten Flammenwerfer in die Finger bekommt, kann man das Alien damit kurzzeitig verscheuchen. Meist aber versteckt man sich in Schränken oder hinter irgendwelchen Gegenständen, um zu warten, dass der Xenomorph wieder weiterzieht. Eine wichtige Rolle spielt der ebenfalls aus dem Film bekannte Bewegungssensor. Der zeigt einem in Form eines Punktes an, ob irgendwelche Wesen in der Nähe sind. Neben dem Alien und der Schiffsbesatzung gibt es nämlich noch ungemütliche Roboter, die – man kennt es ja aus dem Alien-Film – Ripley nach dem Leben trachten. Was die Spannung steigert: Der Bewegungssensor verrät einem zwar, ob jemand in der Nähe ist. Allerdings nicht, was sich einem nähert. Und dummerweise zeigt das Gerät auch nicht an, ob das Alien gerade über oder unter einem ist. So dass man schneller – und vor allem öfter – als einem lieb ist, von dem Vieh gekillt wird. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist elend hoch. Auch wenn man sich in Sicherheit wähnt, kann es passieren, dass man angesprungen oder aufgespießt wird. Neben dem Alien machen einem auch die Androiden das Leben schwer. Die kann man allerdings – wen auch nicht ganz einfach – außer Betrieb setzen. Zum Beispiel mit einem gut platzierten Molotow-Cocktail.

Vorsicht, Speichern!

Manchmal ist Alien Isolation derart schwer, dass einem das sprichwörtliche Messer in der Tasche aufgeht. Allzu oft wird man vom Alien gekillt, obwohl man eigentlich dachte, man hätte das Vieh ausgetrickst. Fairerweise muss man aber eingestehen, dass es auch Gamer gibt, denen der Schwierigkeitsgrad der meisten Spiele auf dem Markt zu läppisch ist. Wer also eine echte Herausforderung sucht: Alien Isolation bietet sie. Übrigens: Ein automatisches Speichern kennt das Spiel nicht. Deshalb sollte man möglichst oft einen der Speicherpunkt nutzen, wenn man lange Abschnitte nicht nochmals durchspielen will.

Das Manko des Spiels: Zu viel Zeit geht für das Öffnen von Türen, das Klettern auf Leitern und das Herumschleichen drauf. Natürlich dienen solche Momente auch dazu, Spannung aufzubauen. Stellenweise passiert aber wirklich nix. Aber Alien Isolation überzeugt in den Momenten, wenn das Alien tatsächlich eine nahe Bedrohung darstellt. Wenn Amanda sich in einem Schrank versteckt oder man das Vieh aus der Entfernung herankommen sieht und sich ganz schnell überlegen muss: „Wo bitte ist hier das nächste Versteck?“

Fazit: Alien Isolation ist ein gutes Survival-Horror-Game. Wer Nervenkitzel liebt und eine Abwechslung zu den gängigen Ego-Shooter-Materialschlachten sucht, liegt bei diesem Spiel richtig. Fans der Alien-Reihe werden von dem Spiel vermutlich begeistert sein. Zwölf Stunden Spielspaß und Hochspannung bietet die Story. Bissspuren am Controller sollte bei diesem Spiel aber jeder in Kauf nehmen. Nicht wegen des Aliens. Sondern wegen des Schwierigkeitsgrades.

"Alien: Isolation" von Sega ist für Playstation 3 und 4, Xbox 360 und One sowie den PC erschienen. Preis: Ab 50 Euro. Altersfreigabe: Ab 16 Jahren

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