Peking 2016

Aufreizende Hostessen auf Autoshow verboten

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Krankenschwester, Harems-Tänzerin oder Ball-Prinzessin - auf der Autoshow in China lassen sich einige Autobauer etwas ganz besonderes einfallen (Symbolbild von 2014).

Blech und Kurven sind normalerweise ein gutes Gespann um Autos zu verkaufen. Hostessen sind deswegen als Blickfang auf Automessen sehr beliebt. In Peking sind nun heiße Models verboten.

Auf der Pekinger Automesse wird es in diesem Jahr keine offenherzigen Hostessen mehr neben den neuen Autos zu sehen geben. Wie in Shanghai im Vorjahr haben auch in der chinesischen Hauptstadt die Organisatoren der Montag beginnenden Ausstellung leicht bekleidete Models verbannt. 

Es gelte, „ein besseres Umfeld zu schaffen, damit die Leute ihre Aufmerksamkeit auf die Technologie, Produkte, Entwicklung und Innovation richten“, hieß es nach Angaben des Veranstalters vom Freitag in einer Mitteilung an die rund 2000 Aussteller aus 14 Ländern. Die Messe auf dem größten Automarkt der Welt zählt zu den wichtigsten Ausstellungen der Branche.

China ist ein wichtiger Automarkt - auch für ausländische Unternehmen. Die größte Automesse Asiens findet in diesem Jahr vom 25. April bis 4. Mai in Peking statt. Von Jahr zu Jahr wechselt die Messe zwischen der chinesischen Hauptstadt und der Millionenmetropole Shanghai (Auto Shanghai).

Sittenwächter greifen durch

Stärker noch als in anderen Ländern gehörten in China die Motorhauben-Mädchen traditionell zur Automessen-Kultur, was allerdings die Sittenwächter auf den Plan rief.

Die Diskussion findet aber auch ein Jahr nach dem ersten Verbot in Shanghai kein Ende. „Ohne Models gibt es nichts zu sehen“, beklagten Nutzer in Chinas sozialen Medien. Das kommunistische Parteiorgan „Volkszeitung“ kritisierte hingegen, dass einige Autohersteller mit sexy Models um Aufmerksamkeit buhlten, was negativen Einfluss auf die Branche habe. Es habe an nötigen Vorschriften gefehlt, so dass aus der Automesse eine „Fleischbeschau“ geworden sei.

Jetzt wird nur noch züchtig gekleidetes Verkaufspersonal eingesetzt. Model-Agenturen ziehen sich aus dem Geschäft zurück. „Ich mache nicht mehr mit“, sagte Yu Ming, Chef einer Fotomodell-Vermittlung, der Deutschen Presse-Agentur in Peking. „In den vergangenen Jahren war ich noch dabei, aber mit dem Verbot ist es zu kompliziert geworden - und die Bezahlung ist auch nicht wirklich gut.“

"Verbot ist unfair"

Viele Hostessen verlieren somit ihre Arbeit. Das Verbot sei unfair, zitierte die Frauenzeitung „Women of China“ den Model-Agenten Lü Sixian. Stattdessen sollte ein klarer Dress-Code erlassen werden. „Die Organisatoren sollten detaillierte Vorschriften vorlegen - wie etwa die Länge der Kleider und welche Teile des Körpers nicht gezeigt werden dürfen.“ Auch sagte Lü Sixian: „Es ist wichtig festzuhalten, dass nicht die Models die allzu enthüllende Kleidung tragen wollen, sondern die Firmen, die sie anheuern, das entscheiden.“

dpa

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