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05.10.2009 11:19
Vater Rhein trocknet aus
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. Von Olaf Steinacker

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. Landwirt Joachim von Holtum schaut dieser Tage häufig in den Himmel. Dort sieht er seit Tagen düstere Wolken, aus denen aber nur spärlich Wasser auf den trockenen Boden seines Hofs am Froschenteich im Düsseldorfer Norden fällt. Lieber wäre es ihm, wenn seine Zuckerrüben- und Wintergerstenfelder tüchtig nass würden. „Uns fehlt eine kurze, aber intensive Regenperiode“, sagt von Holtum. „Eine Woche bis zehn Tage würde schon ausreichen.“ Ansonsten kann er nicht ernten, weil seine Maschinen beim Versuch, den harten Boden auszupflügen, beschädigt würden.

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. Bis 30 Zentimeter Tiefe ist der Boden knochentrocken

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. Ähnlich sieht es auch am Rheinufer aus. So wenig Wasser wie derzeit hat der Strom seit 2003 nicht mehr geführt. Gerade 39 Zentimeter wurden am Pegel seinerzeit gemessen. Gestern Mittag waren es zwar 70 Zentimeter, Konsequenzen gibt es aber auch bei einem solchen Wasserstand. Lastkähne können wegen ihres Tiefgangs nicht voll beladen werden. Die Fahrrinnentiefe beträgt in Düsseldorf nur noch knapp zwei Meter. Tendenz fallend.

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. „Irgendwann rentiert es sich für die Rheinschiffer nicht mehr zu fahren, weil sie viel zu wenig Fracht laden können“, sagt Nils Braunroth vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Köln. Von einem Fahrverbot geht er nicht aus.

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. „Die derzeitige Trockenheit ist zwar eine extreme Situation“, sagt Umweltamtsleiter Werner Görtz. „Untypisch ist sie aber auch nicht. So etwas geschieht alle paar Jahre.“ Für ihn ist nicht so sehr der Pegelstand entscheidend, sondern die Menge Wasser, die je Sekunde fließt. Derzeit sind es laut Görtz rund 800 Kubikmeter je Sekunde, üblich seien 2000 bis 3000.

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. Sorge, dass durch das Niedrigwasser der Schadstoffgehalt im Rhein ansteige, müsse sich niemand machen. „Der Rhein ist seit Jahren sauberer geworden, eine deutlich höhere Belastung ist nicht sehr wahrscheinlich.“ Auch für das Trinkwasser, das in Düsseldorf zu 80 Prozent aus Rheinuferfiltrat und zu 20 aus Grundwasser gewonnen wird, besteht keine Gefahr.

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. Wassersportler kommen den Frachtschiffen gefährlich nahe

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. „So lange noch Wasser im Rhein ist, gibt es genügend Trinkwasser“, sagt Stadtwerkesprecherin Petra Beardsley.

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. Auch für das Kraftwerk Lausward, das Kühlwasser aus dem Rhein benötigt, bestehe keine Gefahr.

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. Probleme haben derzeit allerdings die Wassersportler. „Auf dem Rhein ist es eng für uns geworden“, sagt Alwill Brouwers, Trainer beim Wasser-Sport-Verein Düsseldorf. „Wir kommen den Schiffen gefährlich nahe, und ihre Wellen drücken uns regelrecht ans Ufer.“ Mehrere Boote seien so schon beschädigt worden. In der vorigen Woche sei ein Ruderboot an der Oberkasseler Brücke gegen scharfkantige Steine gescheppert und dabei leckgeschlagen.

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. Pegelstand und -vorhersage: http://www.elwis.de

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