Wirtschaftsraum Solingen 2009



Knotenpunkt Gräfrath

KONICA MINOLTA Business Solutions GmbH legt zum Jahresanfang vier Standorte im Dycker Feld zusammen.

Von Fred Lothar Melchior

Solingen als Nabel Deutschlands: Aus Sicht von Konica Minolta macht das Sinn. Seit Anfang November ist ihre Business Solutions GmbH offiziell Mieter in der ehemaligen Flora-Frey-Immobilie im Dycker Feld. Ab 2010 wird von Gräfrath aus die gesamte Bundesrepublik beliefert.

Konica Minolta bietet eine breite Palette an Schwarz-weiß und Farbsystemen an – vom kompakten Laserdrucker oder Faxgerät bis zur acht Meter langen Druckstraße. „Wir verkaufen rund 28 000 Einheiten pro Jahr“, erläutert Jochen Schaaf, General Manager Direktvertrieb. „Die Maschinen kommen in weit über 100 000 Packstücken aus dem Europalager in Emmerich bei uns an.“


Vertriebschef Jochen Schaaf (l.) und Logistikleiter Stefan Schmidt in der Werkstatt in Hilden, die aus allen Nähten platzt. Bis zu 200 Geräte können täglich vorinstalliert werden. Im Schnitt sind es bisher 300 bis 500 Maschinen pro Woche.
Fotos: Melchior
Zusammengebaut und überprüft wurden die Geräte bisher in Hilden, Wuppertal, Langenhagen bei Hannover und Heusenstamm bei Frankfurt. „Im Verhältnis zur Solinger Halle hat die in Hilden eine wesentlich kleinere Dimension“, sagt Stefan Schmidt, Leiter des künftigen „Hubs“ in Solingen. Konica Minolta nutzt in Gräfrath mit etwa 11 700 m² gut die Hälfte der Flora- Frey-Lagerfläche und Teile des Bürogebäudes. Wichtig ist vor allem der größere Werkstattbereich: Rund 2000 m² stehen an der Straße Dellenfeld zur Verfügung; in Hilden am Westring waren es bisher ganze 350 m².

„Wir sehnen den Umzug Mitte Januar herbei“, erklärt Schmidt. „Denn in den letzten Monaten hatten wir ohne Ende zu tun.“ Zum Geschäft gehört nicht nur der Umgang mit neuen, sondern auch mit gebrauchten Maschinen. Schmidt: „Wir verwalten nicht nur das Raus, sondern auch das Rein.“ Größere und höherwertige Maschinen werden für einen zweiten Einsatz überarbeitet. Auch wenn sie schließlich an Aufkäufer gehen, die sie beispielsweise in Ostblockländern anbieten, sind die Maschinen funktionsfähig. Das schafft Arbeit für 80 bis 90 Männer und Frauen, von denen 50 bis 60 Techniker sind. Wie viele aus den Niederlassungen Langenhagen (zieht Mitte Februar um) und Heusenstamm (März) mit nach Solingen kommen, ist noch offen. Stefan Schmidt: „Eventuell haben wir noch einige technische Arbeitsplätze zu besetzen.“ Vertriebsleiter Schaaf hofft zudem auf Wachstum: „Wir haben das erste Halbjahr zwar leicht unter den Erwartungen gelegen, und ein Ausblick aufs zweite ist immer schwer. Aber wir haben viele Eisen im Feuer“ (das Geschäftsjahr beginnt am 1. April).




„Für unser Geschäft brauchen wir Fläche“, heißt es bei der Geschäftsleitung. Hier Geräte, die nach der Überholung auf ein zweites Leben warten.
„Unsere Kunden sind vor allem Unternehmen und Behörden“, führt Schaaf aus. Die Maschinen werden meistens geleast oder gemietet. Schaaf: „Das macht Sinn, weil die Innovationen sehr schnell fortschreiten.“ Es sind vor allem Multifunktionsgeräte, die gewünscht werden und die drei bis vier Jahre bei den Kunden bleiben. Zirka 600 Maschinen erhielt kürzlich die Stadtverwaltung in Hannover; ein Drittel davon wurde in Hilden montiert. Auch die Solinger Entsorgungsbetriebe gehören zu den Kunden.

Die „Lösung als Ganzes“: Hard- und Software „Wir verkaufen aber mehr als nur Hardware“, betont der Vertriebsleiter. „Wir offerieren dem Kunden Lösungen, an die er selbst noch gar nicht gedacht hat.“ Die reichen von Accounting- Software bis zum Dokumentenmanagement. „DIN-A4- Papier war früher für die Ewigkeit“, sagt Jochen Schaaf. „Heute gibt es elektronische Ordner. Ausdrucke werden beispielsweise nur noch vor Meetings gebraucht. Wir verkaufen die Lösung als Ganzes.“

Neben dem Direktvertrieb an Behörden – Konica Minolta hat Vertriebsstützpunkte in 27 deutschen Städten – arbeitet man auch mit Händlern zusammen. Denen kann Hub-Leiter Schmidt in Solingen ein erweitertes Angebot machen: Bei Aufträgen mit vielen Maschinen, die ein Fachhändler nicht alle selbst zusammenbauen kann, wollen seine Techniker ihre Hilfe anbieten.