Wirtschaftsraum Solingen 2009



In neue Dimensionen gestartet

CINEMAXX Der Komplex in den Clemens- Galerien ist in neuneinhalb Jahren zur festen Adresse für Kinofans geworden.

Von Karl-Rainer Broch

Nur im Cinemaxx, sieht man einmal von dem auf Programm- Filme spezialisierten Cobra-Kino ab, kann man Großproduktionen aus aller Welt aktuell erleben. In insgesamt sieben Sälen werden jeden Tag jeweils drei oder vier Filme gezeigt. Die Geschäftsführer Meinolf Thies und Lutz Nennmann sehen in dieser Exklusivität auch eine Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass ein Kinobesuch zu einem Wohlfühl- Erlebnis wird.

Daher gruppieren sich um den eigentlichen Kinobesuch viele Dienstleistungsbereiche, die von der problemlosen Vorbestellung durch Internet oder Telefon bis zum Gastronomiebereich mit dem Bereitstellen von Speisen und Getränken reichen.


Geschäftsführer Meinolf Thies hat den Durchblick, auch mit 3D-Brille. Foto: Preuss
Die wirtschaftliche Entwicklung des Kinos verlief allerdings einige Jahre lang nicht so, wie es den hochgesteckten Erwartungen der Betreiber entsprochen hätte. Die Hamburger Cinemaxx- Gruppe ging von einer Zielvorstellung von 500 000 Besuchern pro Jahr aus – eine geradezu utopische Zahl, bedenkt man, dass in den 90er Jahren nur selten die Besucherzahl in den damaligen Kinos über die 200 000er-Marke schnellte.

Der neue Cinemaxx-Geschäftsführer Meinolf Thies korrigierte mit seinem Kompagnon Lutz Nennmann die Zahlen deutlich: „Bei der Übernahme am 1. April 2004 gingen wir von 300 000 Besuchern im Jahr aus, diese Zahl werden wir wohl in diesem Jahr erstmals schaffen.“ Thies spricht von einem Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich – sowohl bei der Besucherzahl als auch beim Umsatz, und das gegenüber dem auch nicht schlechten letzten Jahr. 2009 war also ein exzellentes Kinojahr mit vielen attraktiven Publikumsfilmen, die oft für ausverkaufte Vorstellungen sorgten. Thies: „Der Juli war besonders gut mit 40 000 verkauften Karten.“ Das von der Kinobranche so gefürchtete Sommerloch blieb also aus.

Der neue „Harry Potter“-Film und der dritte Teil von „Ice Age“ waren zu verlockend, zumal das Solinger Cinemaxx mit den neuen digitalen Projektoren viele 3D-Filme der jüngsten Generation ins Programm nehmen konnte, unter anderem auch „Ice Age“ in der 3D-Version. „Ein halbes Jahr lang gab es im bergischen Raum nur in Solingen die Möglichkeit, Filme in 3D zu sehen, das hat zum Beispiel viele Besucher aus Wuppertal nach Solingen gelockt“, freut sich der Geschäftsführer.

Von sechs 3D-Systemen das ansprechendste herausgesucht

Auch jetzt fahren viele Kinofans aus der Nachbarstadt nach Solingen, um diesen optischen und akustischen Genuss mitzunehmen. Meinolf Thies: „Von den sechs unterschiedlichen Systemen, die 3D-Effekte erzielen können, haben wir das wohl beste Angebot herausgesucht.“ Dabei handelt es sich um die „Aktiv- Brille“, die vom Projektor gesteuert wird und dabei die verschiedenen projizierten Bilder passend zusammenführt.

Zu den Investitionen (je Kinosaal 100 000 Euro) kamen neben den 1000 Brillen, die man sonst nirgendwo benutzen kann, auch noch neue Leinwände. Den Aufschlag für 3D-Filme in Höhe von drei Euro nehmen die Besucher, so Thies, gerne in Kauf: „Wir bieten eine faire Alternative, in Wuppertal nimmt man einen Aufschlag von fünf Euro.“

Um die Attraktivität des Cinemaxx zu verbessern, wurde in diesem Jahr das Foyer komplett neu möbliert, dazu kam ein Anstrich mit „neuen zeitgemäßen Farbtönen“. Im Hintergrund gab es weitere Veränderungen, etwa beim Ticketverkauf über Internet. Jeder kann sich im Vorfeld den passenden Sitzplatz sichern.

Die Zukunft des Solinger Cinemaxx scheint auch gesichert. Meinolf Thies: „Ich habe das Gefühl, dass wir die Talsohle durchschritten haben. Wir halten am Standort fest, nicht zuletzt schon wegen unseres langfristigen Mietvertrages.“ Mit insgesamt 46 Mitarbeitern, vor Ort unter Leitung von Thekla Schulte als Assistentin der Geschäftsführung, können alle Anforderungen erfüllt werden.

Dazu trägt auch der gestaffelte Anfang der einzelnen Vorführungen bei, der den Besucherandrang zu den Hauptzeiten am Freitag und Samstag entzerrt. Bei den Sonderveranstaltungen ist besonders viel Engagement gefragt. Mittwochs drängen sich die Kinofans vor der Vorführung von erfolgreichen älteren Filmen bei Kaffee und Kuchen im Foyer, und bei der vom Solinger Tageblatt präsentierten „Ladies Night“ können sich die Besucherinnen mit einem Glas Sekt auf den kommenden Film einstellen.

Für die bisher stiefmütterlich behandelte Männerwelt gibt es ab 2. Dezember ebenfalls ein neues Angebot, „Men’sXxclusive“ nimmt Filme mit etwas härteren Themen ins Programm. Start ist mit der inzwischen sechsten Folge von „Saw“. Am gleichen Tag können die Frauen in die Komödie „Zweiohrküken“ eintauchen, die Fortsetzung des Til-Schweiger-Films „Keinohrhasen“. Das Interesse der Damenwelt ist schon jetzt so groß, dass man an diesem Tag auf den 3D-Film im größten Saal verzichtet.