Von Frank Hölscheidt
„Gründer schaffen Arbeitsplätze,
bringen Innovationen hervor, erneuern
den Unternehmensbestand,
fördern den Wettbewerb
und treiben den Strukturwandel
voran“. So die Aussage des „Regionalen
Enterpreneurship Monitors“,
einer der angesehensten
Berichte zum regionalen Gründungsgeschehen.
Das belegen
auch weitere wissenschaftliche
Expertisen. Weiterhin wissen
wir, dass der leichte und einfache
Zugang zu gründungsrelevantem
Wissen eine bedeutende Funktion
übernimmt, ob jemand in die
Selbständigkeit geht.
Dazu zählt, dass ein qualitativ
hochwertiges und permanent
vorhandenes, zum Teil auch kostenfreies
Beratungsangebot existiert.
Es soll idealtypisch schon in
den Schulen beginnen. Das Vorhandensein
einer breiten und
qualitativ hochwertigen Förderung
zeigt die positiven gründungsbezogenen
Einstellungen
einer Region. Betrachtet man die
Auswertungen der Creditreform,
so weist der Solinger Wirtschaftsraum
regelmäßig die höchsten
Gründerquoten in der Bergischen
Region auf. Dieses gilt es
zu erhalten.
Der erfolgreiche Weg in die
Selbstständigkeit bedarf einer
exakten Vorbereitung und Planung.
Jeder von uns erwartet,
dass bei einem Hausbau der Architekt
einen schriftlichen Plan
vorlegt. Nur im Gründungsgeschehen
wird leider immer wieder
argumentiert, dass man die
ganzen Vorgänge im Kopf habe.
Diese Argumentation übersieht
jedoch deutlich, dass eine vernünftige
Gründungsvorbereitung
ein vielfältiger und mehrdimensionaler
Prozess ist.
Zuerst ist im Regelfall eine
Idee vorhanden. Aus ihr muss
eine Geschäftsidee entwickelt
werden: Wie kann man damit
Geld verdienen? Bei komplexeren
Gründungsvorhaben ist es
durchaus angebracht, eine
Machbarkeitsstudie vorzuschalten.
Das GuT ist Startercenter NRW: Ministerin Thoben schraubte selbst. Foto: Beier |
Hierbei geht es ums Marktvolumen
und die Kunden: Wer
sind sie, wo findet man sie?
Gibt es schon Schutzrechte?
Wo sitzen mögliche Geldgeber?
Gerade bei wirklichen Innovationen
ist es immer ratsam, die Fragen
eventuell schon vorhandener
gewerblicher Schutzrechte abzuklären
und den Markteintritt
sorgsam vorzubereiten. Wirkliche
Innovationen besitzen natürlich
den Vorteil des neuartigen
Produkt- und Leistungsspektrums
– somit einer geringen
Konkurrenz und eines nicht belegten
Marktes. Andererseits ist
jedoch damit auch ohne Zweifel
ein Risiko verbunden. Wir können
nicht abschließend einschätzen,
wie der Markt letztendlich
das neue Angebot aufnimmt.
Auf die Machbarkeitsstudie
folgt der Businessplan (BP): der
Fahrplan in die Selbstständigkeit.
Ohne BP wird sich kein Geldgeber
finden; auch für alle öffentlichen
Fördergelder ist ein schriftliches
Konzept zwingende Voraussetzung.
Inzwischen sind
viele gute Vorlagen für einen BP
erhältlich. Das GuT unterstützt
Gründer weitreichend bei der Erstellung
des Planes, der aber natürlich
trotzdem aus deren Feder
kommen und ihre Persönlichkeit
widerspiegeln muss.
Die Statistiken belegen sehr
eindrücklich, welche hohe Bedeutung
eine vernünftige Planung
besitzt. 90 Prozent der Unternehmen,
die eine dezidierte
Planung vorgenommen haben,
sind nach fünf Jahren noch am
Markt. Dagegen ist die Hälfte der
Gründer, die keine vorbereiteten
Wege beschritten haben, wieder
vom Markt verschwunden.
Nach unserer langjährigen Erfahrung
hebt sich – über alle
Gründungsideen hinweg – ein
Kriterium besonders hervor. Es
ist die Beschreibung des Produkt-
und Leistungsspektrums.
Hier muss stehen, wo und weshalb
man besser ist als der Mitbewerber.
Der Preis ist im Regelfall
kein ausreichendes Alleinstellungsmerkmal
(USP).
Sinnvoll ist aber eine Kombination
verschiedener Eigenschaften,
in denen man den Mitbewerbern
überlegen ist. Eine derartige
Faktorkombination ist bedeutend
schlechter zu kopieren.
Dieser Ansatz verlangt neben einer
genauen Kenntnis des Marktes
auch Kreativität. Sie wird zu
einem entscheidenden Instrument
in der Tätigkeit des Gründers.
Das GuT an der Grünewalder
Straße bietet ein weit reichendes
Spektrum an Unterstützung im
Gründungsbereich und im
Coaching für junge Unternehmen
an – mit mehr als 500 Beratungsfällen
pro Jahr und besonderen
zielgruppenspezifischen
Angeboten. Durch sie ist Solingen
schon zwei Mal zum „best
practice“-Beispiel einer gründerfreundlichen
Kommune durch
das Bundeswirtschaftsministerium
ausgezeichnet worden.
Regelmäßige Einstiegsinformationsveranstaltungen,
individuelle
Begleitberatungen, Intensivseminare
und Vorträge zu
Spezialthemen sowie Fördermittelberatung
sind nur ein Teil des
Leistungsspektrums.
Gründungsförderung ist ein
bedeutender regionaler Faktor.
Dazu bedarf es einer lebendigen
Gründungsförderung, mit einem
breiten Angebot. Das Gründerund
Technologiezentrum – zusätzlich
auch in seiner Eigenschaft
als Standort des Startercenters
– bietet ein hochwertiges
Beratungsangebot für Gründer
und junge Unternehmen. Mit
seinem Beratungsangebot und
als Standort für junge Unternehmen
ist das GuT die erste Adresse
und Anlaufstelle. GuT beratene
Selbstständige sind deutlich erfolgreicher.