Von Felix Magin
Ein weiterer Solinger hat es auf
eine Spitzenposition in einem renommierten
deutschen Unternehmen
geschafft: Lutz Meschke
(43) ist zum neuen Finanzvorstand
der Porsche AG ernannt
worden. Meschke ist in Solingen
aufgewachsen, von 1966 bis Mitte
der 90er Jahre hat er hier gelebt.
Er spielte zum Beispiel in
der 1. Mannschaft des FC Britannia
und ist Sportfreunden als
Mittelfeld-Stratege in Erinnerung
geblieben. Bei Britannia hat
übrigens auch Bodo
Uebber, Vorstandsmitglied
der
Daimler
AG und
Mit 405 PS rund 250 km/h schnell:
der neue Cayenne GTS (rund 78 000 Euro). |
dort Vorsitzender der Daimler Financial
Services AG, seine sportlichen
Wurzeln.
Lutz Meschke kommt noch
heute zwei- bis dreimal im Jahr
in die Klingenstadt, denn seine
Eltern wohnen noch hier. „Solingen
bedeutet für mich ein Stück
Heimat“, schrieb Meschke dem
ST. Nach dem Abitur im Jahr
1985 am Gymnasium Vogelsang
war er zum Studieren nach Köln
gegangen. In fünf Jahren zog
Meschke dort das Studium der
Betriebswirtschaftslehre durch.
Außerdem machte der Diplom-Kaufmann
eine Weiterbildung zum
Steuerberater.
Gleich im Jahr seines Abschlusses
heuerte Lutz Meschke
als Prüfungsassistent bei der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
KPMG an. Ein Jahr darauf avancierte
er zum Prüfungsleiter und
arbeitete später als Manager für
KPMG in Mailand, Italien. Nach
einem Abstecher zum Hugo
Boss-Konzern, zu dem Meschke
1999 wechselte, stieg der Solinger
2001 als Leiter des Ressorts Bilanzierung
bei der Porsche AG
ein. Ab 2004 leitete er den Bereich
Controlling. In dieser
Funktion war er maßgeblich am
Kostensenkungsprogramm der
Porsche AG beteiligt,
das diese
2008 gestartet
hatte, um auf die Finanzund
Wirtschaftskrise zu reagieren.
Vielleicht war der Aufsteiger
aus Solingen unter anderem deshalb
ein attraktiver Kandidat für
den Vorstandsposten. Die neue
Position ist eine Herkulesaufgabe:
Finanz- und Betriebswirtschaft
sowie Einkauf gehören
laut Porsche zu Meschkes Ressort.
Andererseits dürfte für
Meschke mit der Beförderung
auch ein Traum in Erfüllung gehen.
Schließlich zog es ihn nach
eigenen Angaben 2001 zu Porsche,
weil ihm dort „eine reizvolle
Aufgabe im Finanzbereich des
Unternehmens“ winkte.
Machtkampf mit VW machte Stelle
frei – und hinterlässt rote Zahlen
Der Bereich, den der 43-Jährige
übernimmt, wurde seit dem 23.
Juli übergangsweise vom Gesamtvorstand
der Porsche AG
mitverantwortet. Hintergrund:
Im Machtkampf zwischen Porsche
und VW war der Ex-Porsche-
Chef Wendelin Wiedeking
dem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand
Pïech unterlegen. VW
und Porsche gingen daraufhin
zusammen, und Wiedeking
musste gemeinsam mit seinem
Finanzvorstand Holger Härter –
Meschkes Vorgänger – das Unternehmen
verlassen.
Lutz Meschke hat jetzt eine noch
reizvollere Aufgabe. Fotos: Porsche |
Wenn Meschkes neue Aufgabe
auch reizvoll scheint: Leicht ist
sie nicht. Porsche hat in dem Geschäftsjahr
2008/2009, das am
31. Juli endete, tiefrote Zahlen
geschrieben. Vor Steuern wurde
ein Minus von 4,4 Milliarden
Euro erwirtschaftet – nach einem
Plus von 8,6 Milliarden Euro im
Jahr zuvor. Schuld war die geplatzte
VW-Übernahme mit teuren
Wertpapier-Optionen.
Unter dem Strich stand 2008/
2009 zwar ein Bilanzgewinn von
gut acht Millionen Euro. Dafür
wurde aber auch die Gewinnrücklage
angegriffen.