Wirtschaftsraum Solingen 2009



3000 Besucher beim Brückenfest

HEIMWERKERMÄRKTE Solinger, die selbst zu Hammer und Säge greifen, haben die Auswahl unter Riesensortimenten.

Von Karl-Rainer Broch

Erst vor gut drei Wochen wurde beim OBI-Markt an der Mangenberger Straße groß gefeiert. Vor zehn Jahren wurde der damals geräumigste OBI-Markt Deutschlands auf dem ehemaligen Rautenbach-Gelände eröffnet. Sogar Fernsehwerbung für OBI entstand schon in Solingen: Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2008 wurde der Spot in der Niederlassung an der Mangenberger Straße gedreht. Inzwischen gibt es größere Filialen in Deutschland, doch, so Geschäftsleiter Daniel Walloch: „Auch heute gehören wir noch zu den Top Ten.“

Wie beliebt OBI bei Heimwerkern und Gartenliebhabern ist, konnte man daran erkennen, dass beim verkaufsoffenen Sonntag am Brückenfest 3000 Besucher gezählt wurden. Angelockt wurden die Menschenscharen nicht nur durch attraktive Sonderangebote und viele Familienaktionen, sondern auch durch ein beeindruckendes Preisleistungsverhältnis und den guten Service.


Feierte ihr zehnjähriges Bestehen: die OBI-Filiale an der Mangenberger Straße. Fotos: Christian Beier
Mr. Tip und Boos sind verschwunden, Baustoffhändler weiter da

Mit diesen Attributen wirbt auch die Bauhaus-Niederlassung an der Focher Straße. Daher ist es ganz reizvoll, die Marktsituation in der Klingenstadt abzuklopfen. Namen wie Mr. Tip und Boos sind zwar verschwunden, aber bei Baumaterial und -elementen bieten sich weiter beispielsweise Grah, Staba sowie Schumann an. Mit dem Grafweg-Werkmarkt an der Schwertstraße gibt es einen weiteren Wettbewerber, der sich unter anderem auch an Do-ityourselfer wendet. Man kann ihn aber nicht unbedingt mit den beiden „großen“ Unternehmen vergleichen, weil er mit dem Baustoffhandel einen anderen Schwerpunkt gesetzt hat. Einig sind sich Experten wie Karl-Heinz Kröger (Bauhaus) und Carl Grafweg , dass Solingen mit dem Angebot gut versorgt ist. Kröger: „Das vorhandene Kaufkraftpotenzial wird voll ausgeschöpft.“ Kundschaft kommt auch aus benachbarten Städten.

Die klassischen Baumarkt- Abteilungen Holz, Bauelemente, Baustoffe, Maschinen und Werkzeuge, ergänzt durch die Bereiche Elektro, Leuchten und Haushalt, gibt es in allen drei Solinger Firmen, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Bei OBI kommen noch viele Dekorationsartikel für die Wohnungsverschönerung – wie Seidenblumen, Kerzen und Bilder – dazu. Neu im OBI-Sortiment ist das Küchenstudio mit Groß- und Kleingeräten.


Die Bauhaus-Niederlassung an der Focher Straße wurde vor zwölf Jahren eröffnet.
Auf die Attraktion eines „Stadtgartens“, wie die entsprechende Grün-Abteilung bei Bauhaus lautet, musste man an der Foche aus Platzgründen verzichten, auch das „Drive In“ für die Direktabholung von Baustoffen fehlt bei der Solinger Niederlassung. Stolz zeigt sich Karl-Heinz Kröger, der auch Mitglied bei der IHK-Prüfungskommission Einzelhandel (Hartwarenbereich) ist, aber über den Schwerpunkt Fliesen: „Wir haben die größte Fliesenauswahl im Bergischen Land.“ Pluspunkt bei Bauhaus ist auch das breit und tief gefächerte Angebot: „Wir haben eine große Auswahl in allen Fachabteilungen. Bei Laminat- und Parkettböden zum Beispiel bekommt jeder Kunde das, was er an Qualität, Dekor und Abmessung wünscht.“

Farbmischanlagen mit Nachkaufgarantie, die jeden gewünschten Farbton produzieren, haben sowohl OBI als auch Bauhaus, bei Grafweg kommt 2010 eine entsprechende Anlage zum Einsatz. Karl-Heinz Kröger hat festgestellt, dass viele Handwerker vor allem in den Abendstunden einkaufen und da auch auf größere Mengen zurückgreifen. Bei Grafweg sieht man dagegen schon morgens zahlreiche Kunden, die auf das Öffnen des Tores warten, um sich mit Material einzudecken. Carl Grafweg: „Wir sind der größte Anbieter an Bau- und Schnitthölzern für Profis und für Privatkunden. Dabei sind Zuschnitte bis zu zwölf Metern Länge möglich.“


Grafweg-Werkmarkt liegt zwischen Schwertstraße und Korkenziehertrasse.
Auf Fachpersonal legen alle Anbieter großen Wert

Bei allen Unternehmen steht qualifiziertes Fachpersonal zur Beratung bereit, das wie bei Grafweg auch ständig geschult wird. Die Bauhaus-Belegschaft hat dabei etwas Besonderes anzubieten. Karl-Heinz Kröger: „Die Hälfte unserer Mitarbeiter hat einen Migrationshintergrund, so dass wir jeden Kunden in seiner Landesprache ansprechen und beraten können.“

Wer bei Bauhaus weitergehende Informationen benötigt, kann sich den mehr als 900 Seiten dicken Katalog anschauen. Bei Grafweg werden viele Artikel ebenfalls anhand der vorliegenden Kataloge geordert und ohne große Zeitverzögerung ausgeliefert. Auf spektakuläre Rabattangebote verzichtet man bei den Solinger Baumärkten, Bauhaus- Kunden können aber von der „Tiefpreisgarantie“ profitieren: „Wenn ein Kunde eine identische Ware bei einem Mitbewerber zu einem billigeren Preis entdeckt, berechnen wir ihm nicht nur das preiswertere Angebot, sondern reduzieren den Preis noch einmal um 12 Prozent.“



Mit Grün und Heimtieren

OBI: Der OBI Markt an der Mangenberger Straße wurde im Oktober vor zehn Jahren eröffnet. Er ersetzte zwei bisherige OBI-Märkte in Ohligs und am Grünewald. Auf 15 000 Quadratmetern werden in 20 Fachabteilungen mehr als 80 000 Artikel bereitgehalten. Glanzstück ist das 4700 Quadratmeter große „Gartenparadies“. Die integrierte Heimtierabteilung spricht Tierfreunde an. Geschäftsleiter ist seit September 2006 Daniel Walloch (33).

BAUHAUS: 1997 wurde die Solinger Niederlassung der Firma Bauhaus, die in Deutschland und Europa über knapp 200 Niederlassungen betreibt, auf dem Gelände der ehemaligen Firma Krups an der Focher Straße 53 eröffnet. Die Gruppe feiert Ende 2009 ihr 50-jähriges Bestehen. Auf 7500 Quadratmetern werden mehr als 70 000 Artikel in zwölf Fachabteilungen angeboten. Geschäftsleiter ist seit März 2006 Karl- Heinz Kröger.

GRAFWEG: Der an der Schwertstraße 6-10 angesiedelte Grafweg Werkmarkt ist kein ausgesprochener Baumarkt, sondern eine Mischung von Baustofffachhandel (seit über 95 Jahren) und Zubehörmarkt für Handwerker und Privatkunden. Auf 10 000 Quadratmetern werden in Zusammenarbeit mit mehreren Einkaufsverbänden Baustoffe (vornehmlich Holz und Stein) sowie Werkzeuge, Lacke und Eisenwaren angeboten. Die Firma wird von Teilhaber Carl Grafweg (43) geleitet.

MITARBEITER: Bei OBI zählt die Belegschaft 125 Köpfe; es gibt 10 Auszubildende. Bei Bauhaus sind es 55 (7 Azubis), bei Grafweg 25 (3).