( Von Kathrin Schüller )
 Am Piepersberg ist in acht Monaten ein vier Millionen Euro teures Kompetenzzentrum für elektronische Spürnasen entstanden.
Foto: Christian Beier
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Ein paar Schubladen der Bürocontainer sind mit Klebeband verschlossen. In der hellen Produktionshalle stehen einige Kartons. „Es muss noch deutlich ordentlicher werden“, meint Peter Henke – wie Jürgen Stein Geschäftsführer der ICx Technologies GmbH – mit einem Schmunzeln und durchaus auch mit Blick in sein eigenes Büro. „Aber ich bin zufrieden. Der Zeitplan wurde eingehalten.“
Gerade erst hat der Spezialist für Messung radioaktiver Strahlungen (früher „Target“ und „ICx Radiation“) den nagelneuen Komplex am Piepersberg bezogen. Jetzt müssen noch die sechs Etagen im Karstadt-Turm – fünf davon wurden vollständig genutzt – geräumt werden. Hier hatte ICx zuletzt seinen Sitz, hat sich Stockwerk für Stockwerk ausgeweitet und ist doch immer wieder aus den Nähten geplatzt.
In der Produktionshalle kommt der Feinschliff
Eine ruhige Hand und viel Fingerspitzengefühl sorgen dafür, dass am Piepersberg Platinen (Trägerelemente für elektronische Bauteile) den nötigen Feinschliff bekommen. Nach einem festgelegten Bauplan werden die Leiterplatten mit Pinzette, Schraubenzieher oder Lötkolben umgerüstet.
| Für den ungebrochenen Schwung des Unternehmens steht die bogenförmige Glasfassade des 2600 m² großen modernen Gebäudes im Gewerbegebiet Piepersberg, für Modernität das leuchtende Rot des Obergeschosses, für Liebe zum Detail die gelungene Außengestaltung mit Teichanlage. „Hier ist alles so umgesetzt worden, wie wir es geplant haben. Wirklich alle haben an einem Strang gezogen“, sagt Henke. Gemeint sind damit der Wuppertaler Investor Manfred Lusebrink, der hier als Bauherr rund vier Millionen Euro in die Hand genommen hat. Mit im Boot sind weiter der Architekt Klaus Schwittay, auch er kommt aus der Nachbarstadt, und das Solinger Bauunternehmen Kissel Rapid.
Auf etwa 100 Mitarbeiter dürfte die Belegschaft am Piepersberg ruhig wachsen, zurzeit sind es etwa 65 – Ende offen.
„Für Sicherheit muss man Wartezeiten in Kauf nehmen.“ Peter Henke, ICx-Geschäftsführer
ICx setzt erfolgreich auf Sicherheit – „hier wird immer mehr getan.“ Und Peter Henke hat ein gutes Gefühl, wenn er in ein Flugzeug steigt. „Ich weiß, was alles für die Sicherheit unternommen wird. Dafür muss man Unannehmlichkeiten und Wartezeiten in Kauf nehmen.“
ICx-Messgeräte spüren radioaktive Strahlungen auf und werden von Mitarbeitern des Bundesgrenzschutzes und von Zöllnern bedient. Auch die New Yorker Polizei ist ein Abnehmer. Für die Internationale Atomenergiebehörde in Wien ist das Solinger Unternehmen zudem Hauslieferant.
Angefangen als Ein-Mann-Betrieb
In einem Zimmer der Universität Köln hat die Erfolgsgeschichte von ICx angefangen. Die Firma, die der Physiker Jürgen Stein 1984 gründete, hieß Target. „Zu Forschungszwecken wurde spezielle Elektronik hergestellt“, erklärt Peter Henke. Er stieß 1991 zur „Garagenfirma“. Nach der Wende seien die Forschungsgelder für Unis knapper geworden. Die Firma verlegte ihre Felder auf tragbare Geräte zur Radioaktivitäts-Überwachung. Anhand von Basismodulen werden spezielle Messgeräte gefertigt, um radioaktive Stoffe nachweisen zu können. 2003 gründeten Stein und Henke eine Niederlassung in Oak Ridge, Tennessee. Mittlerweile haben sie ihre Firma an ICx Technologies mit Sitz in Arlington verkauft. Zur Gruppe, die inzwischen an die Börse gegangen ist, gehören 15 Firmen.
| Bei den Olympischen Spielen in Peking war ein Mercedes-Sprinter unterwegs, den ICx mit einem kompletten Strahlenlabor ausgerüstet hatte. Schon jetzt beginnen erste Vorbereitungen für die Sicherheits-Ausrüstung der Olympischen Sommerspiele 2012 in London. Aber auch Baumaterialien werden auf Strahlen hin gecheckt. „In Stahlschrott werden immer wieder radioaktive Quellen gefunden.“
Das Geschäft mit der Sicherheit boomt: Allein von den 5000 bis 20 0000 Euro teuren Messgeräten wurden 2007 rund 1300 Stück verkauft. Der Umsatz lag 2005 bei sieben Millionen Euro und ist seitdem Jahr für Jahr um ein Drittel gewachsen. Henke: „Das wird auch 2008 so sein.“
Weltweiter Vertrieb von Geräten, die Sprengstoff anzeigen
Um für die Zukunft weiter gut aufgestellt zu sein, will ICx künftig das komplette Portfolio der Unternehmensgruppe – mit 15 Firmen – auch von Solingen aus weltweit vertreiben. Dazu gehören auch Geräte, die Sprengstoffe anzeigen. „Stellen Sie sich das wie vollelektronische Hundenasen vor“, erklärt Henke.
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