| Wirtschaftsraum Solingen 2008 |
| Goldmedaille für Schnitzkunst
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( Von Philipp Müller )
„Einmal E18 und einmal G23 bitte!“ Ente süß-sauer, Gambas im Kokosmantel. Routine im asiatischen Restaurant. Je besser das Restaurant ist, desto eher bekommt man die Köstlichkeiten aber auch mit elegant geschnitztem Gemüse serviert. Wo das Auge mitisst, da ist vorher viel Handarbeit und auch Geschick gefragt. Spätestens hier kommt die Hill Metallwaren GmbH aus Aufderhöhe ins Spiel. Denn unter der Marke „triangle“ begann das Solinger Unternehmen an der Friedenstraße damit, Küchenhelfer aus Solinger Produktion sowohl für Profiköche, aber auch für den ambitionierten Hobbykoch anzubieten.
Der Hintergrund fußte bei Familie Kelch, die das Unternehmen besitzt, auf zwei Überlegungen. Hill Metallwaren verstand sich bis 2003 überwiegend als Zulieferer für Markenartikler. Doch, so Christine Kelch, die mit ihrem Vater Peter die Geschäftsführung bei Hill innehat, lohnintensive Arbeit hat als Zulieferer in Solingen und Deutschland eben eine unsichere bis sehr düstere Zukunft.
Der andere Gedanke: Wenn man auf Qualität setzt, dann eben auf eine eigene Marke. Zwar ist man immer noch für deutsche Markenartikler tätig, stellt auch sogenannte Paletten für das Bäcker- und Konditorhandwerk und die professionelle Gastronomie her, doch die Neuentwicklungen für „triangle“ stehen im besonderen Fokus. Nach der Sondierung der Markchancen war schnell klar, dass der Bereich der Hobbyköche, die das Zubereiten von Speisen schon fast sportiv und mit Elan betreiben, gute Entwicklungschancen für den Absatz der Produkte bieten könnte.
Familienbetrieb arbeitet auch für Markenartikler
1946 gründete Erwin Hill seine Metallwarenfabrik, die bis heute ein reiner Familienbetrieb ist. Die Geschäftsführung liegt heute in den Händen von Peter Kelch und Tochter Christine. 35 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Solingen an der Friedenstraße. Neben der seit fünf Jahren bestehenden Eigenmarke „triangle“ arbeitet das Unternehmen im Bereich Küchenhelfer auch für Markenartikler. Die Vielfalt der Produkte lässt sich anschaulich unter www.triangle-tools.de erkennen.
| Weltweit werden die Küchenhelfer nun angeboten. Sowohl im gehobenen Einzelhandel als auch im Gastronomiefachhandel. Außerdem geht der Ansatz von Hill Metallwaren eben weit über „E18 und G23“ hinaus. Für fast alle Speisen, die sich optisch durchs Schälen, Garnieren oder Schnitzen verschönern, lassen, hat das Team um Peter und Christine Kelch heute eine Antwort. Und die wird zu rund 80 Prozent vor Ort produziert.
Aber auch im asiatischen Raum hat Hill Zulieferer, für die besonders lohnintensiven Produkte. Trotzdem arbeiten und verwalten 35 Mitarbeiter immer noch an der Friedenstraße. Und das mit viel Esprit. Denn neue Küchenhelfer wollen ständig entwickelt werden. Da wird die Küche der Firmeninhaber und die der Mitarbeiter schnell mal zur Versuchsküche, ob die neue Idee in der Praxis auch funktioniert. Eine derartige Produktentwicklung könne durchaus lange dauern, betont Christine Kelch.
Aus der Entwicklung stellt Mitarbeiter Martin Kotthaus einen Knoblauchschneider. in seinen verschiedenen Entwicklungsstufen vor, der zunächst aussieht wie eine herkömmliche Knoblauchpresse, der aber eben nicht presst, sondern die für den Geschmack wichtigen kleinen Knoblauchwürfel herstellt, die den Zehen so die Bitterkeit rauben, die sonst beim Pressen entstehen kann.
Ein überflüssiges Detail? Nein, das macht den Unterschied aus, der sich als Qualität niederschlägt, die, so Christine Kelch, immer mehr Kunden zu schätzen wissen. Längst ist man auf allen Kontinenten positioniert, wobei die wesentlichen Absatzmärkte Europa mit Russland sowie Amerika und Asien sind.
Die Geschäftsführerin erläutert auch gleich ein weiteres Geschäftsfeld: Was nützt der beste Küchenhelfer, wenn man nicht weiß, wie man ihn benutzt?
Im Februar 2009 erscheint bereits das zweite Buch
Als Antwort hat Christine Kelch zusammen mit Profis aus dem Bereich des Gemüseschnitzens bereits ein Buch herausgegeben, das es im Buchhandel gibt. Es erläutert in Text und Bild die Dekorationsideen und Techniken. Im Februar 2009 erscheint in Zusammenarbeit mit Gemüseschnitzkünstlern aus Thailand ein weiteres Buch. Mit ihrer Schnitzkunst erwarben sie auf der Koch-WM in Erfurt gerade die Goldmedaille.
Insgesamt heißt Christine Kelchs Fazit zur Marke „triangle“: „Wir sind damit erfolgreich!“ Was auch zeigt, das im Solinger Wirtschaftsraum Qualität immer noch ihre Berechtigung und Marktchance hat.
Letztendlich hängt der Erfolg natürlich auch davon ab, ob die Kunden selbst zu „E18“ kommen – zum optisch schönen Ergebnis. Selbst wenn die Gestaltung nach Profi-Art vielleicht erst im 18. Versuch gelingt. Dabei will und kann man bei „triangle“ helfen.
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