Wirtschaftsraum Solingen 2008



Neubau prägt Gewerbegebiet

( Von Andreas Weber )


Geschäftsführer Michael Wisniewski (l.) und Carsten Schäfer, Abteilungsleiter Werkzeugbau, mit einem Bornemann-Produkt: Maschinenschraubstöcke . „Wir wollen den Werkzeugbau noch forcieren.“ Fotos: Herbert Draheim (2), flm
Mit dem „Navi“ momentan zur Firma Bornemann zu finden, das ist etwas schwierig. Die Feilenhauerstraße im neuen Wermelskirchener Unternehmenspark kurz hinter der Grenze zu Burg müssen viele Autofahrer noch ohne Satellitenunterstützung ansteuern.

Für Geschäftsführer Michael Wisniewski ist dies nicht mehr als ein Wermutstropfen zu Beginn eines neuen Zeitalters. Der Neubau des Unternehmens für Signiertechnik steht. Am 1. September erfolgte der Wechsel von Remscheid.

„Wir sind auf dem modernsten Stand der Technik.“ — Michael Wisniewski, Geschäftsführer

Binnen fünf Monaten wurde der geräumige Flachbau in Ostringhausen hochgezogen, die Betriebsfläche von 800 auf 2000 m² mehr als verdoppelt. Mit den 20 Mitarbeitern (darunter vier Azubis – zwei Graveure, ein Werkzeugmechaniker, ein Industriekaufmann) hielten endlich die beiden neuen Fräsmaschinen für Graviertechnik und den Werkzeugbau Einzug. An der Dicken Eiche im Remscheider Südbezirk konnten sie nicht gestellt werden.

Dort platzte alles aus den Nähten. Bornemann musste dringend expandieren, um dem eigenen Wachstum Rechnung zu tragen. „Jetzt sind wir auf dem modernsten Stand der Technik“, freut sich Wisniewski: „Die nächsten zwei, drei Jahre können wir gut damit leben.“

Abwärme der Maschinen heizt die Hallen
„Das Interessanteste ist eigentlich unsere Heizung“, sagt Geschäftsführer Michael Wisniewski. „Nach unserem Einzug Anfang September haben wir noch kein Gas gebraucht.“ Die Hallen werden mit Hilfe einer Wärmepumpe und großer Niedertemperatur-Heizkörper erwärmt. Die Pumpe nutzt die Abwärme der Maschinen. Eine kleine Gas-therme schaltet sich nur bei sehr tiefen Temperaturen zu. „Das zeigt, dass wir ein umweltbewusstes Unternehmen sind“, freut sich der 49-Jährige, der die Geschäfte des Unternehmens seit 1994 leitet.

Autobahnnähe von Vorteil
Die Nähe zur A1-Auffahrt war nicht alleine ausschlaggebend, kommentiert Wisniewski. „Den Anschluss haben wir trotzdem gerne mitgenommen.“ Etwa für Lohnaufträge bei der Laserbeschriftung sei jetzt der Köln-Bonner Raum interessant (www.gravur.de).

Prognosen darüber hinaus abzugeben, das fällt dem Chef momentan schwer. Denn auch die Bornemann GmbH ist an die notleidende Automobilindustrie gekoppelt. Als Zulieferer für die Zulieferer spürt das Unternehmen zwar zurzeit noch keine Rezession, kann aber nicht ausschließen, dass 2009 Einschnitte kommen.

Dabei fühlt sich Bornemann gut aufgestellt. Denn die Auto-Peripherie ist nur ein Standbein. Kunden sind auch die Werkzeug- und die Werbebranche. Die Anfänge des 1961 von Wisniewskis Schwiegervater gegründeten Betriebs lagen im Gravieren. Inzwischen sind Fräs- und Erodiertechnik sowie Laserbeschriftung hinzugekommen.

Produkte von Bornemann nimmt der Endverbraucher nicht wahr. „Jeder hat sie mal in der Hand, weiß aber nicht, woher sie stammen“, meint Ralf Berger, der kaufmännische Leiter. Die Maschinenstempel, Typenhalter, Klischees oder Elektroden prägen: zum Beispiel Oldtimer-Radkappen von Mercedes (Foto rechts), das VW-Markenzeichen auf dem Kühlergrill oder Zigarettenschachteln von Davidoff.

Die angenehme Atmosphäre ohne Enge mit Panoramablick durch die Glasfronten über die Wälder nach Remscheid wirkt sich spürbar auf das Arbeitsklima aus. Zwar kommt nur einer der Mitarbeiter aus Wermelskirchen, der Rest aber nimmt die etwas weitere Anfahrt gerne in Kauf. Denn zwischen der alten und der neuen Produktionsstätte liegen gerade einmal drei Kilometer Luftlinie.