| Wirtschaftsraum Solingen 2008 |
| Für Lebensstil und Qualität
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( Von Ralf Aßmann )
 Ralf Aßmann, Diplom-Ingenieur und Diplom-Designer, leitet das Bergische Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement. Es sitzt im früheren Hauptbahnhof, wo auch Ausstellungen stattfinden (s. l.).
Foto: Beier
| Wir wollen Produkte entwickeln, die dem Menschen dienen und ihn erfreuen: Das ist das Credo beim Bergischen Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement. Das An-Institut der Bergischen Universität Wuppertal ist eine gemeinnützige GmbH. Innovative Produktentwicklungen entstehen im Zusammenspiel von Forschung, Lehre, Kultur und Wissenschaft. Sie geben Impulse für die Zukunftsfähigkeit der Region.
Das Institut versteht Innovation von Produktsystemen als Antwort auf die vielfältigen Wünsche und Anforderungen der Benutzer.
Technische Perfektion ist dabei nur ein Aspekt: Verbraucher akzeptieren nur Produkte, die in hohem Maße gebrauchstauglich und umweltverträglich sind. Design, Ergonomie und Technik eines Gegenstandes sind Inbegriff des individuellen Lebensstils und Qualität.
Veränderte Märkte fordern neue Strategien. Die Bergische Region der Tüftler ist international bekannt für die hohe Qualität der regionalen Erzeugnisse. „Made in Solingen“ ist ein international geschützter Begriff. Produkte und Innovationen werden zunehmend in vernetzen Teams der unterschiedlichsten Disziplinen erarbeitet. Für diese neue Arbeitsweise bietet das Bergische Institut praktische Unterstützung. Methoden zum Innovationsmanagement werden auf der öffentlich zugänglichen Internet-Plattform INNO-Navigator zur Verfügung gestellt. Die Analyse zum aktuellen Innovationsverhalten dauert 20 Minuten. Als Belohnung bekommt der Nutzer eine elektronische Auswertung mit vielfältigen Informationen zur Selbsthilfe mit Ansprechpartnern, Methoden und Buchtipps.
Das Bergische Institut im Forum Produktdesign im Südpark hat sich mit viel persönlichem und branchenübergreifendem Engagement der Kooperation von Produktenwicklung, Design und Kunst gewidmet. Die Qualität von Architektur, Gastronomie und Projektarbeit spricht für sich. Hier trifft sich die regionale Wirtschaft. Auch die räumliche Nähe zum Museum Plagiarius und zur Kreativwirtschaft in den angrenzenden Güterhallen, die seit 2004 Designer, Künstler und Galerien beheimaten, sorgt für fachliche und kreative Impulse.
Daten und Fakten
Seit September 2003 gibt es den Förderverein. Das Bergische Institut für Produktentwicklung und Innovationsmanagement, eine gGmbH, wurde am 15. Juli 2004 gegründet – als An-Institut der Bergischen Universität. Das Forum Produktdesign wurde im März 2006 bezogen. Gesellschafter sind der Förderverein (30 %), die Bergische Universität Wuppertal (25 %), die Industrie- und Handelskammer (15 %), der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren (15 %) und die Stadt Solingen (15 %). Wissenschaftlicher Direktor ist Prof. Rainer Treichel, sein Vertreter Prof. Oliver Grabes. Wissenschaftlicher Beirat ist Prof. Dr. rer. oec. Lutz Becker (Inscala.com) Das Institutsprofil ist nicht nur in der Bergischen Region einmalig. Integrale Produktentwicklung ist ein hochaktuelles Thema, das von allen innovativen Wirtschaftskreisen diskutiert wird. Die Bergische Region nutzt diese Chance für eine internationalePionierleistung.
| Im Labor für Integrale Produktentwicklung werden Innovationen auf Alltagstauglichkeit geprüft. Das ist die Grundlage für die Konzeption und Umsetzung neuer Produkte für benutzerzentriertes Design. Moderne Werkzeuge, Messgeräte und Computer aus dem Labor für Ergonomie und Design stehen bereit. Das Experiment für die Innovations- und Methodenforschung steht im Vordergrund. Die Erprobung diverser Prototypen garantiert handfeste Ergebnisse.
Die Infrastruktur soll auf Dauer verbessert werden
Mit dem Projekt „Innointegral“ hat das Bergische Institut erfolgreich EU-Fördergelder im Rahmen der Ziel2-Ausschreibungen des Landes NRW akquiriert. Damit sollen bleibende Verbesserungen der Infrastruktur erreicht werden. Viele namhaften Firmen der Region unterstützen das Projekt (Schwerpunkte: „Netzwerk für Innovation“, „Produkt Labor“ und „Masterstudiengang integrale Produktenwicklung“). Das Netzwerk für Innovation ist ein Forum für Integrale Produktentwicklung. Hier treffen sich regionale Unternehmen und Fachbereiche der Universität mit den unterschiedlichsten Kompetenzen. Das Institut stellt die digitale Plattform zur Verfügung und unterstützt die Unternehmen im Dialog und bei konkreter Projektarbeit. Geplant sind regionale Innovationszirkel, in denen Firmen, Wissenschaftler und Experten gemeinsam Themen für interdisziplinäre Innovation erarbeiten. Coachings, Workshops und individuelle Beratung geben Impulse für integrale Produktentwicklung.
In Kooperation mit der Universität wird ein Studiengang zur Weiterbildung eingerichtet, der die Disziplinen Engineering, Design, Ergonomie und Innovationsmanagement vereint. Praxisnah wird der Studiengang in besonderer Weise mit den Unternehmen der Region verzahnt Die Themen der Projekt- und Diplomarbeiten greifen die Innovationsaktivitäten der Unternehmen auf und sichern praxisnahe Forschung. Die Unternehmen profitieren gleich doppelt. Während sie in der Projektarbeit mit den Studenten innovative Impulse erhalten, lernen sie gleichzeitig potentielle Arbeitnehmer kennen. Und die sind im Bereich Produktentwicklung und Projektmanagement zur Zeit rar. Solingen wird zur Universitätsstadt.
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