| Wirtschaftsraum Solingen 2008 |
| Hightech für Profis und Hausfrauen
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( Von Karl-Rainer Broch )
 Kein Ende der Fahnenstange: Axel Drost demonstriert, dass Unger-Reinigungs-maschinen tatsächlich ohne Leiter einsetzbar sind. Bis zu einer Höhe von 15 Metern wird weder ein Gerüst noch ein Lift benötigt. Geschäftsführer Carsten Best ist sichtlich zufrieden.
Foto: Christian Beier
| Der rostfreie Solinger Stahl war für Henry M. Unger vor 44 Jahren ausschlaggebend, seine Firma für Reinigungsgeräte von Hamburg nach Solingen zu verlegen. Daraus ist ein Konzern entstanden, der seine Produkte in mehr als 80 Länder der Erde exportiert und auch auf dem deutschen Markt noch großes Wachstums-Potenzial erwartet.
Heute meldet der Marktführer immer neue Umsatzrekorde: Weltweit werden etwa 60 Prozent aller professionell gereinigten Gebäude mit Unger-Produkten gesäubert. Unger Germany mit dem Tochterunternehmen in Großbritannien konzentriert sich konsequent auf den deutschen und europäischen Markt. Geschäftsführer Carsten Best: „Deutschland ist für uns immer noch Kerngebiet und gemeinsam mit den USA der bedeutendste Markt überhaupt.“
Die Vision des Gründers Henry M. Unger, die Sicherheit und Effektivität der Fensterreinigung zu verbessern, kam bei den Fensterreinigern so gut an, dass das Unternehmen in den letzten 30 Jahren 80 neue Produkte entwickelt und über 15 weltweite Patente angemeldet hat.
„Blaue Produktlinie“ bei Endverbrauchern beliebt
Die Unger-Produktpalette rund um die Reinigung enthält auch „Problemlöser“: neben Mikrofaser-Tüchern und Klingen-Schabern etwa die in der hauseigenen Näherei gefertigten Einwascherbezüge und Bodenmops. Vor allem die „blaue Produktlinie“ berücksichtigt die Wünsche der Endverbraucher. Carsten Best: „Von diesem Geschäftsfeld erhoffen wir uns noch tolle Erfolge.“
| Vom Einsatz modernster Technologien konnten wir uns bei der Vorführung der neuesten Reinigungsmaschine „HighFlo Carbon Tec“ überzeugen. Bei ihr wird das für die Fensterreinigung benötigte Wasser zunächst durch Umkehrosmose und durch Ionenaustausch zum „de-ionisierten Reinst-Wasser“. Damit spart der Fensterreiniger einen Arbeitsgang: Das Abziehen entfällt. Nach dem Trocknen glänzt die Fensterscheibe schlierenfrei.
Mit Teleskopstangen aus Carbon werden Flächen bis zu einer Höhe von 15 Metern ohne Gerüst und Lift gesäubert. Carsten Best: „Der Anschaffungspreis von etwa 8000 Euro amortisiert sich schnell.“ Mit der neuen Maschine werden nicht nur Fenster, sondern auch Fassaden und Sonnenkollektoren von Schmutz befreit.
Allzweckgreifer bei Hausmeistern beliebt
International betrachtet ist der „Nifty Nabber“ eines der erfolgreichsten Reinigungsgeräte. Mit dem vor allem bei Hausmeistern und Entsorgungsunternehmen beliebten Allzweckgreifer lassen sich Abfälle und Kleinstmüll „ohne Rückenschmerzen“ aufheben. Um bei Neuentwicklungen und Innovationen die Nase vorn zu haben, steht das Unternehmen ständig in Kontakt mit den Anwendern und führt selbst Diskussionsforen durch, um die jeweils aktuellen Trends nicht zu verpassen.
Umsätze im zweistelligen Millionenbereich
Henry M. Unger gründete die Firma 1964 in Hamburg, verlegte den Sitz schon im gleichen Jahr zur Lotharstraße in Solingen. 1978 wurde Unger Enterprises in den USA gegründet. Nach dem Tod des Gründers (1996) stehen Jan, Mark und Dane Unger an der Spitze. 2003 wurden Produktion, Verwaltung und Vertrieb der deutschen Tochtergesellschaft ins Dycker Feld verlagert. Die Umsätze bewegen sich laut Best im zweistelligen Millionenbereich.
| Unger hat in Deutschland einen Marktanteil von 60 Prozent erobert. Best: „Unger stellt für Glasreiniger eine so hohe Qualität dar wie im Automobilbereich Mercedes, BMW und Rolls Royce zusammen.“
Der Blick in die Zukunft zeigt, dass Unger-Reinigungsmaschinen auf dem richtigen Weg sind. Nach neuen europäischen Richtlinien ist nämlich demnächst der Einsatz von Leitern verboten. Es erstaunt daher nicht, dass der starke Euro dem Export (80 Prozent der Produktion gehen in 80 Länder weltweit) bisher nicht geschadet hat.
Durchdachte Lösungen für den Haushalt
Die 600 Produkte, die von Solingen aus für die Reinigung auch größter Objekte wie das Empire State Building in New York oder den Reichstag in Berlin verwendet werden, sind nicht nur auf professionelle Bedürfnisse ausgerichtet, sondern entsprechen in einer speziellen Serie auch Endverbraucher-Wünschen: „Blau“ sind die Geräte für die Hausfrau, „grün“ die für den Profi. Geschäftsführer Best spricht von durchdachten Lösungen für den Haushalt. Meilensteine sind Abzieher und Einwascher: „Gegenüber Unger-Wischergummis sind die Scheibenwischergummis am Auto primitiv.“
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