GuT
Wirtschaftsraum Solingen 2008



„GuT“ beraten in die Erfolgsspur

( Von Lutz Clauberg )


Die Gründer-Väter: GuT-Geschäftsführer Frank Hölscheidt (links) und Bernd Clemens.
Foto: Christian Beier
Solingen ist laut einer Erhebung der Creditreform Spitzenreiter in der Gründungsstatistik. Anteil daran hat das 1992 in Ohligs ins Leben gerufene Gründer- und Technologiezentrum (GuT). Am Standort Grünewalder Straße, dem heutigen Sitz, werden seit 1998 Existenzgründer gecoacht. „Die Solinger knien sich rein“, sagt Bernd Clemens, mit Frank Hölscheidt einer der beiden GuT-Geschäftsführer. „Dafür spricht auch die hohe Patentdichte.“ Neue, junge Unternehmen seien heute, betonen die Fachleute, der Motor der Wirtschaft. Hölscheidt: „Drei Viertel aller neuen Arbeitsplätze in Deutschland werden von diesen Firmen geschaffen.“

Gute Beratung ist die Basis unternehmerischen Erfolgs

Existenzgründung bildet im GuT einen wichtigen Schwerpunkt. „50 Prozent aller Neugründungen, die sich nicht haben beraten lassen, scheitern“, weiß Diplom-Ökonom Hölscheidt. Im GuT ist reichlich Platz für „Startups“. 4500 m² vermietbare Fläche gibt es, die Auslastung sei immer sehr hoch. Zurzeit nutzen 42 Unternehmen das Start-Angebot einer kleinen Einheit in einem repräsentativen Umfeld. Gibt es typische Bereiche? Diplom-Verwaltungswirt Clemens: „IT, Werbung, Marketing, technisch-wissensbasierte Dienstleistungen.“

Das GuT als perfekter Gastgeber
Ob als Gastgeber beim „Business-Breakfast“, als Drehort der ARD-Serie „Wissen vor Acht“ mit Moderator Ranga Yogeshwar oder als Heimstätte von Vortrags- und Informationsveranstaltungen: Das GuT bietet sich für Feiern, Events, Seminare, Tagungen, kulturelle Veranstaltungen und Präsentationen an. Inklusive ausreichender Parkmöglichkeiten und Catering.

Das GuT-Prinzip ist ganz einfach: Potentielle Gründer bekommen nach einer allgemeinen Einführung eine kostenlose Einstiegsberatung. „Hier geht es darum herauszustellen, dass der Gründer darlegt, was er besser kann. Außerdem müssen der Businessplan, den er mit unserer Hilfe alleine aufstellen muss, und die Persönlichkeit übereinstimmen“, sagt Hölscheidt. Sind die Fragen zur Geschäftsidee, zum Marketing, zur Finanzierung (inklusive der öffentlichen Fördergelder) etc. positiv geklärt, steht die Wahl des Unternehmensstandortes an. Im GuT werden Flächen und Dienstleistungen zur Verfügung gestellt, die „Neuen“ haben die Möglichkeit, Synergieeffekte zu nutzen.

Ansonsten findet ein breit gefächerter Technologietransfer statt. Das GuT, Hauptgesellschafter sind Stadt und Stadt-Sparkasse (außerdem im Boot: Industrie- und Handelskammer, Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren), arbeitet eng mit weiteren Partnern des Technologienetzwerkes NRW zusammen, mit dem vom GuT mitgegründeten Institut für Galvano- und Oberflächentechnik (IGOS), mit der Wirtschaftsförderung Solingen, mit der Bergischen Universität. Hölscheidt: „Der Wissenstransfer zur Uni ist sehr wichtig.“

Pro Jahr mehr als 1500 Beratungsgespräche
Rund 500 potenzielle Existenzgründer werden pro Jahr im GuT vorstellig. „Drei bis vier Gespräche führen wir mit jedem“, sagt Geschäftsführer Frank Hölscheidt. „Wenn wir feststellen, dass uns die Kernkompetenz fehlt, stellen wir weitergehende Kontakte her.“

„Peterson“ erstellt individuelle Profile
Eine besonders intensive Kompetenzanalyse der Unternehmerpersönlichkeit ist „Peterson“. Sie wird vom GuT in Zusammenarbeit mit einer Spezialistin der Universität Wuppertal durchgeführt.

Seit kurzem ist das GuT auch einer der beiden Standorte des für Wuppertal, Remscheid und Solingen zuständigen Startercenters NRW. „Ein weiterer Qualitätssprung“, sagte NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben vor Ort.

Zum sowieso schon geleisteten Pensum rund um die Unternehmensgründung ist es ab 2009 möglich, so genannte Mikrodarlehen (5000 bis 25 000 Euro) im GuT zu vermitteln. „Wir reichen die Unterlagen bei der NRW-Bank ein – jedoch nur, wenn ein perfekter und überzeugender Businessplan vorliegt“, so Hölscheidt. Und: Der Darlehensnehmer wird für die gesamte Laufzeit des Kredits verpflichtet, an Coaching-Maßnahmen teilzunehmen.

Demnächst neu ist auch der elektronische Formularservice, der alle zur Gründung notwendigen Schriftstücke bereithält.