Wirtschaftsraum Solingen 2008



Das Dessin ändert sich ständig

( Von Susanne Koch )


Im Sortierkasten oder in der Präsentationsbox – bei Mark Seven Fashion gibt’s Krawatten in vielen Farben. Fotos: Beier
Schals aus Seide, Leinen, aber auch Strick sind derzeit der Absatz-Hit. Dabei kommt zunehmend Farbe ins Spiel. Für mutige Männer – aber auch Frauen –gibt’s sogar knallige Töne. Denn die Schals werden gerne von beiden Geschlechtern gekauft und getragen. „Ende Oktober waren wir zu dritt in China, um vor Weihnachten noch weitere Schals in Auftrag zu geben“, sagt Dieter Klaus Kuckert (Foto links), Gründer und Mitinhaber von „Mark Seven Fashion“ und „Danilo Herrenmoden“ am Kyllmannweg. Das Unternehmen gehört zu den größten Krawatten-Anbietern Deutschlands.

Die Merscheider Firma ist ganz in Familienhand. „Das hat große Vorteile, besonders bei Entscheidungen und dann, wenn wir schnell reagieren müssen“, sagt Tochter Andrea Kuckert-Thiwissen. „Andererseits nehmen wir natürlich auch die Firmenprobleme oftmals mit nach Hause.“

Das war schon in der Kindheit so: Alle Familienmitglieder halfen mit, wenn kurzfristig, etwa vor dem Urlaub, noch eine größere Lieferung geordert wurde und versandfertig gemacht werden musste. Und so freuen sich auch ihre beiden Kinder (6 und 10) und Nichte Anna (9), wenn sie in der Firma zu Besuch sind und mithelfen dürfen.

Mark Seven – starke Marke für Krawattenvielfalt
1968 gründete Dieter Klaus Kuckert das Unternehmen Mark Seven Fashion GmbH & Co., das heute am Kyllmannweg sitzt. Bereits Ende der 70er Jahre hat er seinem Sohn und seiner Tochter Anteile überschrieben. Beide wirken längst im Familiengeschäft mit. Sohn Dirk managt Verkauf und Vertrieb. Der Betrieb beschäftigt zwischen 35 und 40 Mitarbeiter, hinzukommen acht Mitarbeiter im Außendienst und sechs Heimarbeiter-Familien, die seit Jahren fest für das Unternehmen arbeiten. In einer Konfektionsfirma in China sind inzwischen 180 Menschen beschäftigt. Mit den Aufträgen aus Solingen ist das Unternehmen dort bis 80 Prozent ausgelastet. Mark Seven Fashion lässt auch in Vietnam und in Italien produzieren. Das Unternehmen hatte vergangenes Jahr einen Umsatz von fast 10 Millionen Euro.



„Wir sind mit allen Aufgaben von Mark Seven Fashion groß geworden“, sagt Sohn Dirk, der Kaufmann ist. Seinen Kindheitstraum, Pilot zu werden, hat er dergestalt verwirklicht, dass er als Verkaufsleiter der Firmen ständig „on the road“ ist und jährlich fast 80 000 Kilometer fährt. Dieser Aufwand wird durch den Erfolg gerechtfertigt.

Immer weniger Einzelhändler vertreiben Herrenmoden


Dieter Klaus Kuckert bedauert, dass es immer weniger Einzelhändler gibt, die attraktive Herrenmode verkaufen. Auch ein Geschäftsjahr habe sich in seinem Ablauf völlig verändert. „Früher haben wir in einer Saison, also in sechs Monaten, etwa 250 verschiedene Dessins und Farben kreiert.“ Heute müsse sich dies laufend ändern, 80 bis 100 verschiedene Dessins würden ständig neu verlangt – „so dass wir im Jahr mindestens 1000 verschiedene Dessins gestalten und kolorieren“, erklärt der Textilingenieur.

In wenigen Tagen wird schon die Frühjahrs- und Sommer-Kollektion geliefert. Räume und Flure werden wieder voll stehen. Für die Familie bedeutet dies genaueste Planung. „Wenn die Lkw uns mit ihren Containern anfahren, müssen wir die Ladung so schnell wie möglich löschen“, sagt Andrea Kuckert-Thiwissen. „Jede Minute, die ein Lkw länger steht, kostet Geld.“ Für einen 40-Fuß-Container brauchen vier Männer vier Stunden, um ihn zu entladen.

Werksverkauf auch für Danilo Herrenmoden
Strickwaren, Sweatshirts und T-Shirts werden von Danilo Herrenmoden vertrieben. Die modische Männerbekleidung gibt es ebenso wie die Krawatten, Schals und andere Accessoires von Mark Seven im Werksverkauf am Kyllmannweg. Tochter Andrea Kuckert-Thiwissen managt das Strickwarengeschäft.
Die Strickwaren werden in Italien produziert, verstärkt auch in China. T-Shirts und Polo-Shirts in Indien und Bangla Desh. Der Umsatz beträgt 5,5 Millionen Euro.



Neben gut einer halben Million Schals verkauft Mark Seven mehr als drei Millionen Krawatten. Ein Großteil dieser Produkte geht an führende Markenhersteller zur Weitervermarktung, einen weiteren Teil bekommt der Facheinzelhandel. Und gut 40 Prozent gehen an die großen Konzerne wie Kaufhof und C&A.