| Wirtschaftsraum Solingen 2008 |
| „Da wird sich einiges bewegen lassen“
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( Von Fred Lothar Melchior )
 Handeln gemeinsam (v. r.): der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Verbands Georg Eicke Dalchow, die Leiterin der Solinger Geschäftsstelle Ruth Deus und der Vorsitzende des Regionalvorstands Karl-Udo Jüntgen. Foto: Christian Beier
| Im Juli wurde die Fusion eingetragen: Der Bergische Einzelhandels- und Dienstleisterverband schloss sich dem Rheinischen Verband an. Das ST sprach mit dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Georg-Eicke Dalchow, der Solinger Geschäftsstellenleiterin Ruth Deus und dem Vorsitzenden des Regionalvorstands Karl-Udo Jüntgen. Wie stark sind die Verbände ein knappes halbes Jahr nach der Fusion zusammengewachsen? Dalchow: Die Zusammenarbeit hat sich sehr positiv entwickelt. Da wird sich einiges für den Handel bewegen lassen. Die Region braucht Kontakt – und sie soll Impulse setzen auf Landes- und Bundesebene. Den Mitgliedern sagen wir: Ihr habt wesentlich mehr Möglichkeiten, ihr habt wesentlich mehr Kompetenz.
Deus: In Leverkusen gibt es das schon sehr lange – bei den zwei Tagen der Ausbildung. In Solingen fand gerade das Forum:Beruf statt. In Remscheid widmen wir uns zunächst dem Gemeinschaftsprojekt „Fit für den Job“, das von der Agentur für Arbeit gefördert wird und an dem die Stadt und die Remscheider Wirtschaft beteiligt sind. Wir gehen in Schulen, machen auch Eignungstests. Als nächstes folgt ein offenes Wochenende im Remscheider Bildungszentrum. Jüntgen: Wir haben Fachkräftemangel. Das Beste ist, die eigenen Leute auszubilden. Wir würden gerne mehr ausbilden. Aber man kann schon resignieren, wenn man nur die Bewerbungsschreiben sieht . . . Deus: Viele Einstellungstests, die ich gesehen habe, waren eine Katastrophe. Die Schüler können beispielsweise keinen Dreisatz. Gibt es bald nicht nur Fachkräfte-, sondern auch Fachhandels-Mangel? Dalchow: Das Thema Fachhandel treibt uns schon seit längerer Zeit um. Ich bin der festen Überzeugung, dass es mit dem Fachhandel nicht weiter bergab gehen wird. Irgendwann werden wir einen Fachgeschäfts-Tourismus haben, dass man die hochwertigen Geschäfte gezielt in der Region suchen muss. Da liegt auch unsere Aufgabe zu informieren, wo es diese Geschäfte noch gibt. Deus: In Remscheid, Radevormwald und Wuppertal haben sich etwa 80 Fachgeschäfte unter der Bezeichnung „Serviceplus“ zusammengeschlossen. Dieses Projekt werden wir auch für Solingen entwickeln.
„Für einen Euro kann man keine Qualität kaufen“.
Karl-Udo Jüntgen, Einzelhändler
Jüntgen: Es gibt noch viel Potential für die Fachgeschäfte. Die Verbraucher müssen wieder lernen, dass man für einen Euro keine Qualität kaufen kann. Dalchow: Wer macht sich denn stark für eine Weihnachtsbeleuchtung, für Ausbildung und regionale Gremien?
2500 Mitglieder – Beginn mit Solingen-Leverkusen
Aus Solinger Sicht hatte der neue Großverband diverse Vorgänger: Der Einzelhandelsverband Solingen-Leverkusen ging im Einzelhandels- und Dienstleistungsverband Rhein-Wupper auf. Der fusionierte vor rund drei Jahren mit dem Einzelhandelsverband Mönchengladbach-Neuss zum Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband. Der Bergische Einzelhandels- und Dienstleisterverband brachte rund 800 Mitglieder mit in die Ehe ein, so dass es jetzt insgesamt zirka 2800 sind, davon etwa 300 Dienstleister. In Solingen und Leverkusen sind es etwa 350 Mitglieder (30).
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Was kann der Verband den Dienstleistern bieten? Dalchow: Das wächst immer mehr zusammen. Der Bergische Verband hatte bundesweit die höchste Mitgliederbindung, auch dadurch, dass wir die Dienstleister eingebunden haben. Den ersten Schritt machen wir jetzt in Solingen. Wir sprechen zunächst mit der Regionalagentur und der Wirtschaftsförderung. Es geht um Klein- und Mittelbetriebe; die Region ist stark an Bastlern und Tüftlern. Sie suchen Kontakt, um auch untereinander Geschäfte zu machen. Bei einer Auftaktveranstaltung Anfang 2009 wollen wir ein Netzwerk aus der Taufe heben. Jüntgen: Als Verkäufer sind wir Dienstleister. Genauso muss der Dienstleister verkaufen. Dalchow: Zum Beispiel die Gesundheitsdienstleister. Sie haben gesagt, dass sie von uns lernen wollen. Alphabetisch gesehen reicht das Verbandsgebiet von Dormagen bis Wülfrath – mit Städten wie Düsseldorf, Mönchengladbach und Wuppertal. Welche Bedeutung hat da noch Solingen? Dalchow: Wir wollen die Bergische Region wieder zusammenführen. Es liegt an uns, die Solinger Geschäftsstelle zu stärken. Deus: Die Aufgaben haben sich erweitert, aber wir sind jetzt viel präsenter als vorher. Ich kann zudem deutlich mehr Anlaufstellen nutzen als vorher, kann etwa in Wuppertal einen Fachanwalt für Mietrecht einschalten. Jüntgen: Alles, was regional ist, wird auch regional bearbeitet. Wir lassen nicht an anderer Stelle entscheiden.
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