Wirtschaftsraum Solingen 2008



Arbeitsplätze auf der grünen Wiese

( Von Bernd Clemens und Frank Balkenhol )


Wer sich am Piepersberg ansiedelt, erhält eine Torte, auf der sein Grundstück „eingezeichnet“ ist: Die Wirtschaftsförderer Bernd Clemens (l.) und Frank Balkenhol (r.) mit OB Franz Haug bei der Langer-Grundsteinlegung.
Foto: Christian Beier

Im Rahmen der zwingend notwendigen Gewerbeflächenvorsorge hat die Wirtschaftsförderung Solingen GmbH & Co. KG das neue Gewerbegebiet Piepersberg unmittelbar an der A 46 gemeinsam mit den Fachdienststellen des Baudezernates in Rekordzeit erschlossen. Während der Bauzeit in den Jahren von 2003 bis 2004 lagen vielfach ernsthafte Interessentennachfragen für eine Ansiedlung in diesem Gebiet vor, so dass das etwa 220 000 m² große Gebiet im Herbst 2004 nach Rechtskraft des entsprechenden Bebauungsplanes und zügiger Fertigstellung von Baustraße, Kanal und Versorgungsleitungen zur Besiedelung freigegeben werden konnte.

Piepersberg: längerer Anlauf

Aufgrund der seinerzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Situation haben viele der interessierten Firmen ihre Ansiedlungsüberlegungen zeitlich deutlich zurückstellen müssen. Der Businesspark Piepersberg lag dann rund anderthalb Jahre brach.

Unter anderem der wirtschaftliche Aufschwung führte ab Ende 2006/Anfang 2007 wieder zu einer steigenden Anzahl von Grundstücksnachfragen, die bisher zu vier konkreten Bauobjekten führten. So ist das Gebäude der Firma ICx bereits seit wenigen Tagen bezogen, und auch die neuen Firmengebäude der Firmen Artimax, Langer und Wegatrade stehen kurz vor ihrer jeweiligen Fertigstellung.

Piepersberg auch für Auswärtige attraktiv
„Derzeit können wir – von ganz speziellen Anforderungen abgesehen – eigentlich noch für fast jede Grundstücksnachfrage ein adäquates Angebot unterbreiten. Hier steht natürlich der Piepersberg mit seinen besonderen Standortqualitäten im Vordergrund“, erklären die beiden Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung. Jedenfalls hätten auch Firmen aus dem Umland diese Standortqualitäten des Businessparks Piepersberg erkannt, da auch von dort grundsätzlich Anfragen über die Ansiedlungsmöglichkeiten eingehen. „Dies war bis vor einiger Zeit absolut nicht der Fall, so dass wir jetzt nur hoffen können, dass die wirtschaftliche Situation trotz aller Unkenrufe weitgehend stabil bleibt und die Unternehmen weiter in Standorte und Erweiterungen investieren und damit Arbeitsplätze für Solingen vorrangig sichern und letztlich auch neue schaffen“, sagen Frank Balkenhol und Bernd Clemens.

Die Wirtschaftsförderung verhandelt aktuell mit weiteren Interessenten – sowohl aus Solingen wie auch aus dem näheren Umfeld. Wir hoffen, dass noch in diesem Jahr ein bis zwei weitere Grundstücksverkäufe und damit Firmenansiedlungen am Piepersberg gelingen.

Aktuell wird die Straßenbeleuchtung der Erschließungsstraße Piepersberg ausgebaut. Die notwendigen Ampelanlagen an den Straßeneinmündungen zur L 357n/Roggenkamp und zur Wuppertaler Straße gehen ebenfalls in Kürze in Betrieb.

Gleisdreieck schon ausgebucht

Eine erfreuliche Bilanz kann die Wirtschaftsförderung auch für die neuen Gewerbegebiete Gleisdreieck, Monhofer Feld und auch Fürkeltrath I ziehen. So sind im Gewerbegebiet Gleisdreieck inzwischen neun Firmen ansässig, und einige denken bereits über erste Erweiterungen nach. Hier finden sich zum Beispiel Firmen zur Bearbeitung von Alu-Guss-Teilen, Schreinereien/Messe- und Möbelbau, Metallbearbeitung, eine Firma für Etikettierprodukte, ein Tiefbauunternehmen und auch die Großbetriebsprüfstelle des Finanzamtes. Freie Grundstücke kann die Wirtschaftsförderung derzeit im Gleisdreieck nicht mehr anbieten; alle Grundstücke sind in Verkaufsverhandlungen einbezogen.

Im Industriegebiet Monhofer Feld haben sich inzwischen nach der Ansiedlung des Zentrallagers der Firma Strauss Innovation ebenfalls weitere Firmen angesiedelt. Hier finden sich Kraftfahrzeugzulieferer, Kraftfahrzeugwerkstätten bis hin zur Produktion von Kunststoffbehältern unterschiedlichster Größen. Monhofer Feld als das inzwischen einzige Gewerbe- und Industriegebiet mit Schienenanschluss ist darüber hinaus eben für solche Unternehmen geeignet, die die Schiene nutzen wollen. Auch hierzu gibt es für das Gebiet bereits einen konkreten Interessenten. Eine Erweiterung der RWE GmbH im Gebiet ist ebenfalls vorgesehen – wie auch mögliche Ergänzungen durch die Firma Strauss Innovation.

Fürkeltrath I: neue Planung

Das seinerzeit für eine Erweiterung des namhaftesten Rasierapparateherstellers vorgesehene Gebiet Fürkeltrath I befindet sich zurzeit hinsichtlich der Bebauungsplanaussagen in der Überarbeitung mit dem Ziel, hier einem großen Solinger Unternehmen einen neuen Standort mit ausreichend Expansionsmöglichkeiten anbieten zu können. Die Wirtschaftsförderer sind zuversichtlich, dass auch hier in absehbarer Zeit erste Gewerbebauten den Eingang zur Stadt Solingen abrunden werden.