| Wirtschaftsraum Solingen 2008 |
| Alles frisch im neuen Werk
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( Von Fred Lothar Melchior )
 Ali Bacha, einer von 25 bub-Beschäftigten (einschließlich Zeitarbeitern), beim Reinigen einer Maschine.
Fotos: Uli Preuss
|  Auf rund 2000 m² finden die sieben Gießmaschinen in Gräfrath reichlich Platz. An der Schwertstraße standen nur etwa 600 m² zur Verfügung.
| „700 000 Stück pro Jahr: Das passt zu uns“, sagt Geschäftsführer Ralf Ahnert. So viele Teile produziert bub-Druckguss seit diesem Monat für die neue Mercedes-E-Klasse. Der „Autoanteil“ am Umsatz, der bisher fünf bis sieben Prozent ausmachte, wird durch den neuen Auftrag steigen. Aber bub, Spezialist für Aluminium und Zinklegierungen, tanzt weiter auf vielen Hochzeiten.
„Wir sind sehr gut verteilt“, erläutert Ahnert. „Wir merken noch nichts von einer Rezession. Einige unserer Kernbranchen sind die Elektroindustrie und die Maschinenbauer. Unter den rund 300 bub-Teilen sind aber auch Messergehäuse für Handwerker sowie Elemente für Heizungs- und Sanitäranbieter.“
Modernes Werk brachte Ehrung beim Kyocera-Umweltpreis
Ralf Ahnert (36) leitet das Unternehmen gemeinsam mit Marco Steyer (35) und Karl Heinz Wenda (44). Das junge Team, das die Firma 2003 von den Vorbesitzern Bick und Biegmann übernahm, machte in diesem Sommer wieder von sich reden, als man von der Schwertstraße ins Gewerbegebiet Flachsberg zog. Für das moderne Werk an der Straße Alte Ziegelei gab es gleich eine der drei Auszeichnungen, die beim Kyocera-Umweltpreis verliehen werden. Marketingchef Ahnert: „Es hat wahrscheinlich imponiert, dass ein relativ kleines Unternehmen rasch relativ viel Geld in Umweltmaßnahmen gesteckt hat.“
Prämiert wurden die Regenwasser-Sammelanlage für den Kühlkreislauf der Maschinen, die Wärmerückgewinnung und das effiziente Druckluftsystem. Das Preisgeld wollen die geschäftsführenden Gesellschafter wieder investieren: Die 20 000 Euro sollen in eine Anlage zur Stickstoff-Produktion und in Solarzellen fließen. Der selbst erzeugte Strom kann unter anderem Spannungsspitzen beim Anlaufen der Produktion abfangen. Ahnert: „Die Energiekosten beuteln uns schon seit knapp zwei Jahren. Die Steigerungen können wir nicht eins zu eins an unsere Kunden weitergeben.“
Ökologie und Ökonomie gehen auch beim Tagesgeschäft Hand in Hand. „95 Prozent unserer Lieferanten kommen aus der Region“, erklärt Ralf Ahnert. „Kurze Wege sparen Zeit.“ Die Kunden sitzen meist in Deutschland, aber auch im Ausland: „von Österreich bis Irland“.
Gefertigt werden Teile von weniger als einem Gramm bis zu 1,8 Kilogramm – auf Maschinen mit Schließkräften von 20 bis 250 Tonnen. Ahnert: „Wir sind der Gießer, der auch für Branchen arbeitet, wo die Stückzahlen nicht so groß sind und wo Druckguss für die Branche vielleicht sogar untypisch ist.“ Für die Schneidwarenindustrie werden beispielsweise Gussteile mit Einlage gefertigt, und auch Galvanooberflächen zählen zum bub-Service.
„Unser Angebot möchten wir im kommenden Jahr noch stärker auf die Baugruppenmontage ausweiten“, sagt Ralf Ahnert. „Wir möchten und müssen weiter wachsen. Seit der Übernahme im Jahr 2003 haben wir den Umsatz um ein gutes Drittel ausgeweitet. Darauf sind wir eigentlich recht stolz, weil wir es mit Neukunden generiert haben.“
Was steht sonst an? Ahnert: „Nachdem wir in diesem Jahr erstmals einen kaufmännischen Lehrling eingestellt haben, suchen wir für 2009 wieder einen gewerblichen Auszubildenden. Der Facharbeitermangel beutelt auch uns. Wir müssen uns die Leute selbst heranziehen.“ Außerdem will man wieder bei den Gießerei-Fachmessen in Düsseldorf ausstellen. Marco Steyer hat aber auch in diesem Monat noch etwas vor: Er folgt einer Kyocera-Einladung nach Japan.
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