Warum so weit weg? – Erschwertes Umgangsrecht!


Es kommt immer wieder vor, dass getrennt lebende oder geschiedene Eltern weit voneinander entfernt wohnen. Dadurch wird der Umgang mit den Kindern in zeitlicher und finanzieller Hinsicht erschwert. Grundsätzlich kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, seinen Wohnort selbst bestimmen. Eine Verpflichtung in unmittelbarer Nähe des anderen Elternteils zu bleiben, damit die Umgangskontakte möglichst einfach gestaltet werden können, besteht nicht. Ein Umzug in ein anderes Bundesland oder in ein anderes europäisches Land ist nur dann zu beanstanden, wenn die Verlegung des Wohnsitzes allein aus dem Grund vorgenommen wird, den Umgang mit dem Kind zu vereiteln.

Auch bei weiter Entfernung müssen Umgangskontakte stattfinden, und zwar so häufig und so lange, dass zu dem Kind eine bedeutsame Beziehung aufgebaut wird bzw. erhalten bleibt. Bei größeren Entfernungen der Wohnorte der Eltern ist eine Regelung, den Umgang alle 2 Wochen am Wochenende durchzuführen, nicht praktikabel. Hier ist an Umgangszeiten in Ferienblöcken zu denken. Die Zwischenzeit soll durch Brief- und Telefonkontakte geregelt werden, die ebenso vom Umgangsrecht umfasst werden.

Die Umgangskosten hat grundsätzlich der umgangsberechtigte Elternteil zu tragen, auch das Abholen und das Zurückbringen des Kindes hat er zu übernehmen. Eine Ausnahme gilt, wenn der andere Elternteil durch die Verlegung seines Wohnsitzes eine erhebliche räumliche Distanz geschaffen hat. Dann kommt eine Beteiligung in zeitlicher und auch finanzieller Hinsicht des betreuenden Elternteils in Betracht.

Sind die Umgangskosten für den Umgangsberechtigten unzumutbar und wird die Ausübung des Umgangsrechts dadurch praktisch unmöglich, können Umgangskosten auch auf seine Unterhaltsverpflichtung Einfluss nehmen. Es kann zum Beispiel eine Erhöhung des Selbstbehalts in Betracht kommen.

Im Steuerrecht jedoch sind Umgangskosten nicht als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig.

Im Sozialrecht führen sie nicht zu einer Erhöhung der Regelleistungen, zum Beispiel beim Arbeitslosengeld II. Sie können allerdings als Anspruch des Kindes bzw. des Umgangsberechtigten als Ermessensleistung geltend gemacht werden.