Wuppertal. Nachdem der Rektor der Bergischen Universität Wuppertal, Lambert T. Koch, bekannt gegeben hat, dass der Studiengang Kommunikationsdesign eingestellt wird (ST berichtete), mehren sich Protest-Stimmen. Die Solinger Landtagsabgeordnete Iris Preuß-Bucholz (SPD) äußert sich „entsetzt“ darüber, „dass die Studiengebühren, die nicht in Düsseldorf erhoben werden, zum Aus für dieses Qualitätsstudium führen“. Für einen Industriestandort wie Solingen, wo Design, Marketing und Kommunikation eine wichtige Rolle für den Markterfolg spiele, sei ein ortsnahes, hochqualifiziertes Studium unverzichtbar. „Hat exzellente Ausbildung in der Region keine Zukunft?“, fragt der Sprecher des Studiengangs, Professor Hans Günter Schmitz: „Im Juni erhalten wir die Bestätigung der erfolgreichen Akkreditierung des Studiengangs mit sehr guten Bewertungen, und im Juli verkündet der Rektor die Schließung. Das macht keinen Sinn.“ Auch das Argument mangelnder Quote bei den Einschreibungen sei nicht nachzuvollziehen. Die Zahlen der letzten Jahre seien vor der Akkreditierung bekannt gewesen. Erste Zahlen für den akkreditierten Bachelor-Studiengang gäbe es indes erst nach dem nächsten Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren im Frühjahr 2010. Der renommierte Illustrator und „Von der Heydt“-Preisträger Wolf Erlbruch, ebenfalls Professor im Studiengang Kommunikationsdesign, empfindet das Vorgehen der Hochschulleitung und die Aktivitäten gegen den Studiengang als „Schande für die Hochschule und die Region“. Professor Tönis Käo, emeritierter Lehrstuhlinhaber für Industrial Design an der Bergischen Uni, erklärt: „Um die Qualität der Lehre zu wahren, muss das Kommunikationsdesign an die Folkwangschule umsiedeln, oder die Universitätsleitung lässt sich eines Besseren belehren.“ Es sei ein Skandal, wie der Studiengang demontiert und die Folgen für den Standort Wuppertal billigend in Kauf genommen würden, meint der für seine Diplomarbeit mehrfach ausgezeichnete Kommunikationsdesigner Marcus Sonntag. red