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21.12.2009 10:38
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„Mit den Bolls hat’s richtig Spaß gemacht“

Von Simone Theyßen-Speich

„Lot uns lecker freten jonn, wie man in Solingen sagt“: Mit diesen Worten eröffnete Tageblatt-Verleger Bernhard Boll gestern nach dem offiziellen Festakt zum 200. Geburtstag des Solinger Tageblatts den gemütlichen Teil des Abends. Und die rund 700 geladenen Gäste – Geschäftspartner und ST-Mitarbeiter ebenso wie Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verbänden – kamen der Einladung gerne nach.

„Das Programm war fantastisch“, schwärmte Gerhard Müller, Vertreter der Gesamtschulen. Besonders Kabarettist Florian Schröder traf den Nerv der Gäste. „Er hat die schwierige Balance geschafft und die Grenze perfekt ausgelotet, wo einem manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt“, war Caritas-Chef Dr. Christoph Humburg begeistert.

Und wie sah der Künstler selbst seinen politischen Auftritt quasi Auge in Auge mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, den er satirisch aufs Korn nahm? „Ein Text, den man präsentiert, wenn der Betroffene nicht da ist, muss auch funktionieren, wenn er im Raum ist, sonst ist am Text was faul. Das ist der besondere Thrill“, so Florian Schröder.

Es war eben die Mischung, die bei den vielen Festgästen glänzend ankam. „Faszinierend fand ich auch die Rede von Professor di Fabio“, erzählte Ulrich Uibel, Geschäftsführer des Ohligser Spar- und Bauvereins. „Die Rede saß. Wer da richtig zugehört hat, der konnte was mitkriegen.“

Tottern bei „Himmel un Ääd“

Am bunten Politik-Tisch von Oberbürgermeister Franz Haug (CDU), OB-Kandidat Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver (SPD) und Parteichef Reiner Daams (Grüne) wurde auch diskutiert. „Über gutes Kabarett kann ich immer lachen. Wenn man eine Kabarett-Nummer ist, dann hat man es doch geschafft“, lachte Müller-Stöver.

Zwischen Zanderfilet, Sauerbraten oder Pasta gab es viel Gelegenheit zum gemütlichen Tottern. Und wer sich aus dem Gespräch gar nicht losreißen mochte, dem wurden kleine Kottenbuttern am Spieß, Crêpe-Röllchen oder „Himmel un Ääd“ im Glas im Vorbeigehen gereicht.

Da wurden die Diskussion um die Pressefreiheit weiter geführt, Geschäftliches besprochen oder einfach nur Erinnerungen ausgetauscht. „Wir haben uns das letzte Mal in Kanada auf einem Kreuzfahrtschiff getroffen“, stellten Klaus Hahn vom gleichnamigen Möbelhaus und Grossmann-Chef Johannes G. Berger überrascht fest. Und andere ließen den Nachmittag nochmal Revue passieren: „Das Programm war einfach klasse“, so Stefan Adam, Geschäftsführer des Bergischen HC. „Und bei der Bücherspenden-Aktion merkte man, dass Herrn Boll die Idee wirklich von Herzen kam“, freute sich Schulamts-Direktorin Ursel Lamers-Heinemann.

Nicht nur vom Programm, auch von der Organisation zeigten sich die Gäste angetan. „Sogar der Parkhaus-Platz war reserviert“, scherzte Rainer Francke vom Bücherwald. Andere gaben sich auch im dunklen Anzug ganz sportlich. Plan-8-Chef Gerd Fischer war trotz des warmen Wetters zu Fuß gekommen.

„Mit den Bolls hat die Vorbereitung richtig Spaß gemacht“, war auch Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein nach dem Festakt ganz entspannt. Einer konnte die Feierlichkeiten nicht nur genießen. „Ich bin nie nur Gast, ich habe immer ein Auge darauf, dass alles läuft“, gestand Hallenmanager Peter Assé.

Erst am späten Abend verließen die Gäste das Theater über den ST-blauen Teppich – und nutzen den ungewöhnlichen Laufsteg für ein Erinnerungsfoto.