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      20.11.2009 09:25
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      Vor dem radikalen Schnitt

      Das Gespräch führte Jürgen König

      Ein spielfreies Wochenende liegt vor dem 1. FC Union - bietet es auch dem Vorstand die Gelegenheit, mal zu verschnaufen?

      Deutzmann:
      Nein, die aktuelle Situation beschäftigt uns voll und ganz. Unsere Trainer sondieren den Kader und wir den administrativen Bereich unter anderem in Richtung Beirat, der

      PETER DEUTZMANN



      PERSÖNLICHES
      45 Jahre alt, verheiratet, ein Sohn.



      BERUFLICHES Inhaber einer Provinzial-Geschäftsstelle an der Merscheider Straße



      SPORTLICHES Seit vier Jahren 2. Vorsitzender.

      hoffentlich bald auch offiziell in Erscheinung tritt und uns wie erhofft unterstützt.

      Hand aufs Herz: Planen Sie noch ernsthaft für ein weiteres Jahr in der Niederrheinliga oder hat die Basisarbeit für die Landesliga schon begonnen?

      Deutzmann:
      Wir planen zweigleisig, also auch für die Niederrheinliga, solange es noch rechnerisch möglich ist. So handhabt es auch das Trainer-Team, und so wird es durch jede Veränderung im Kader dargestellt.

      Entscheidend für die sportliche Zukunft dürfte der finanzielle Rahmen sein. Jährlich werden 60 000 Euro zum Schuldenabbau verwendet - wie ist die Perspektive?

      Deutzmann:
      Die Perspektive lautet unverändert, den Verein mittelfristig auf gesunde Beine zu stellen. Solange uns die notwendige Unterstützung von außen her fehlt, kann der Kurs zur weiteren Konsolidierung nur mit nochmaliger Senkung des Etats umgesetzt werden. Nur so wird auch künftig gewährleistet, dass wir wie bislang in dieser Saison allen Verpflichtungen nachkommen können.

      Sportlich haben Sie sich für Mentor Dzemaili als Trainer entschieden, der den Kader in der Winterpause kräftig umbauen will. Sehen Sie diese Notwendigkeit auch?

      Deutzmann:
      Absolut! Allerdings werden wir solche Entscheidungen nicht mehr in dem Maße wie zuletzt ausschließlich der sportlichen Abteilung überlassen, sondern ein gehöriges Wort mitsprechen. Schließlich stehen wir für alle Entwicklungen gerade. Vorstand und Trainer unterstützen sich, so wie es auch sein sollte und sein muss, gegenseitig in ihren Überlegungen.

      Trotz des 0:2 in Ratingen war es eine Leistung, auf der man aufbauen kann - Struktur war erkennbar.

      Deutzmann:
      Ja, und mit Adnan Gashi hat leider noch eine Säule gefehlt. Aber es waren auch viele wahre Unioner auf dem Platz, und bei denen stehen wir im Wort. Wir müssen die Motivation nach oben bringen und handeln. Es wird einen radikalen Schnitt geben - einen Schnitt, der in unserem geringen finanziellen Rahmen möglich ist und uns doch sportlich nach vorne bringen wird.

      Einige Spieler haben längerfristige Verträge. Stellt sich das als Problem dar, und ist das Konzept mit jungen Spielern aus Osteuropa gescheitert?

      Deutzmann:
      Nach heutigem Stand der Dinge muss man es so sehen, dass es gescheitert ist. Die mit den Spielern über zwei Jahre Laufzeit vereinbarten Verträge sehen wir nicht als so problematisch an. Wir werden Lösungen finden!

      Der verpasste Aufstieg in die NRW-Liga, Personalien von Frank Zilles über Thomas Brdaric bis hin zu Dennis Wendling und Philipp Obloch - was würden Sie heute anders machen?

      Deutzmann:
      Ich habe die Entscheidungen rund um Zilles und Brdaric mitgetragen. Lernen können wir, dass eine Geschichte wie die mit Brdaric viel mehr beleuchtet werden muss - nur ein reines Prinzip Hoffnung wird es nicht mehr geben. Bei Wendling und Obloch haben mehrere Faktoren eine Rolle für unsere Entscheidung gespielt, unter anderem, dass sie die Mannschaft nicht mehr überzeugen konnten. Ich denke, in den wenigen Wochen, seit Mentor Dzemaili und Hafiz Balija das Sagen haben, kann man bereits deren positiven Einfluss und Handschrift erkennen.

      Was bewegt Sie, trotz sportlicher Talfahrt der Ersten, Strafen-Flut bei der Zweiten sowie Unruhe bei der A-Jugend für die Union zu arbeiten?

      Deutzmann:
      Die Jugendabteilung hat mit Michael Meyer einen neuen Koordinator, die Zweite wird ab sofort von Dieter Poweleit betreut. Erste Zeichen sind gesetzt. Letztendlich ist es bei der Union nie langweilig, ich kann es mir gar nicht anders vorstellen. Im Ernst: Wie hatten finanziell schon sehr viel schlechtere Zeiten. Nichts desto trotz ist es ein ständiger Spagat mit dem Erfordernis, Ruhe, Konstanz und Kontinuität nach außen zu verbreiten und zu bewahren.

      Und die Zukunft von Solingens führendem Fußball-Verein wird weiterhin von Peter Deutzmann mitgeprägt?

      Deutzmann:
      Ich persönlich hinterfrage mich natürlich selbst und mache eine weitere Kandidatur für ein Vorstandsamt bei den nächsten Wahlen von vielen Dingen abhängig. Nach vier Jahren Vorstandsarbeit hat auch meine Familie trotz eines enormen Verständnisses viele Einbußen hinnehmen müssen. Auch hier stehe ich natürlich in der Verpflichtung, und es wird „irgendwann“ einmal Zeit, meiner Frau und meinem Sohn etwas hiervon zurückzugeben. Die Union ist und bleibt für mich eine Herzensangelegenheit, und ich gebe die Hoffnung auf bessere Zeiten und eine breite Unterstützung nie auf. Es lohnt sich, das kann ich nur jedem sagen, für diesen Verein zu arbeiten. Dann hat die Union eine wirkliche Chance auf eine positive Zukunft.

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      Hoffmann, Solingen 24.11.2009 14:21:53
      gähn...dann hat die Union eine wirkliche Chance auf eine positive Zukunft. Mal eine Frage dazu: Haben die Fans der Union, diese Durchhalte-Parolen nicht schon zu oft (und ich meine damit über Jahre) gehört? Es kommt komischerweise immer irgendetwas unvorhergesehenes dazwischen, trotz toller Konsolidierung / trotz neuer Trainer / Neuer Konzepte / Neuer tragfähige Vorstellungen. Die Fans der Union sind über Jahre hin wirklich Kummer gewohnt, das kann wirklich Niemand abstreiten, und sie hätten einen damaligen Insolvenzantrag verstanden, man wäre dann jetzt Schuldenfrei und mit Sicherheit zumindest wieder in der 4.Liga mit Tendenz nach oben. Überall in der Region funktioniert das, ÜBERALL, nur bei der Union nicht. Mir fehlt da mittlerweile jegliches Verständnis. Ich erkenne da keinen Sinn mehr. Nächstes Jahr Landesliga, UNION, der Traditionsverein aus Solingen. In den 80er war man Stolz auf diesen Verein und fuhr mit breiter Brust zu den Spielen...
      Norbert Neef, 42719 Solingen 25.11.2009 17:59:25
      Herr Deutzmann, träumen Sie weiter ....