BASEBALL Alligators müssen sich nach 11:1 im zweiten Spiel gegen die Bonn Capitals mit 2:3 geschlagen geben.
Von Martin Auer
Der erste Rückrunden-Spieltag der 1. Bundesliga Nord bot den Solingen Alligators unverhofft die Chance für einen großen Coup im Fernduell mit den Paderborn Untouchables. Die hatten nämlich bereits am Samstag mit einer 1:3-Niederlage zu Hause gegen die HSV Stealers kräftig gepatzt. Aber gestern am Weyersberg kamen die Alligators selbst nicht ungeschoren davon. Während sie das erste Duell gegen die Bonn Capitals noch vorzeitig nach Zehn-Punkte-Regel mit 11:1 Runs gewannen, kamen sie wie bereits vor sechs Wochen nicht mit dem Bonner US-Pitcher Charles Olson klar. „Warum wir so eingeschüchtert waren, kann ich nicht verstehen“, meinte Trainer Norman Eberhardt zur 2:3-Niederlage in Spiel zwei.
Moritz Buttgereit mit Drei-Punkte-Schlag
Allerdings sah es auch im ersten Spiel zwei Innings lang so aus, als könnte Bonns Pitcher Martin Amparo die Solinger Schlagleute beeindrucken. Keiner der ersten sechs Alligators kam auch nur aufs erste Base. Im dritten Abschnitt sollte sich das indes ganz schnell ändern. Nach Amparos ersten Fehlwürfen und einem Hit von Travis Bass waren die Bases geladen, als Moritz Buttgereit mit einem Schlag entlang der linken Außenfeldlinie alle drei Läufer zum 3:0 nach Hause holte. Buttgereit selbst scorte nach einem Bonner Abwehrfehler noch zum 4:0. Während die Gäste gegen den Solinger Pitcher André Hughes erst im letzten Inning zu ihrem Ehrenpunkt kamen, verschlissen die Alligators-Angreifer auf ihrem Weg zum vorzeitigen Sieg drei Bonner Werfer. Im achten Inning erhöhte Dominik Wulf mit einem Zwei-Punkte-Schlag auf 9:0, nach dem nächsten großen Treffer von Buttgereit war mit 11:1 im siebten Inning die Zehn-Punkte-Regel erfüllt.
„Das war nicht mehr als ein Pflichtsieg, jetzt geht es erst richtig los“, ahnte Norman Eberhardt bereits in der Pause vor dem zweiten Spiel. Bereits im zweiten Inning gingen die Bonner nach einem Treffer gegen den gut werfenden Alligator Shelby Robertson mit 2:0 in Führung. „Einige haben fast ängstlich ausgesehen“, sagte Eberhardt zum Auftritt seiner Schlagleute gegen Olson. Erst nach einer Ansprache des Coaches zwischen dem vierten und fünften Inning wurde es besser, obwohl den Solingern im gesamten Spiel nur fünf Hits gegen den Amerikaner gelangen. Travis Bass kam noch am besten mit Olson zurecht und verkürzte im sechsten Inning auf 1:2. Als Robin Drache im nächsten Abschnitt zum 2:2 ausglich, hofften die etwa 250 Zuschauer am Weyersberg auf die Wende. Doch die blieb aus. Praktisch im direkten Gegenzug kamen die Gäste zur erneuten 3:2-Führung, die die Alligators trotz aller Versuche beim Schlagrecht im achten und neunten Inning nicht mehr ausgleichen konnten.