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30.08.2010 09:53
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Wulfs Signal zur Wende

Von Martin Auer

„Nein, ich bin nicht nervös geworden, weil der Gegner nur von unseren Fehlern profitiert hat“, konnte sich Alligators-Trainer Andy Fleischacker nach dem Match ganz entspannt geben. Die 400 Zuschauer am Weyersberg, die ihr Team ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft begleiten wollten, konnten sich in der ersten Spielstunde allerdings nur verwundert die Augen reiben. Die Haar Disciples ließen André Hughes & Co. alt aussehen und schienen bei einer 5:0-Führung Mitte des vierten Innings nochmal richtig Spannung ins Viertelfinale zu bringen.

Was war los mit den Alligators? Pitcher André Hughes musste sich erneut ansehen, wie freche und hellwache Youngster aus München gleich auf seinen ersten Wurf gingen - und trafen. Am Ende des ersten Innings brachte eine diskutable Schiedsrichter-Entscheidung das 1:0 für Haar statt das dritte Aus für Solingen. Im dritten Abschnitt leistete sich Shortstop Evan Porter einen dicken Klops, der gleich Punkte zum 0:4 kostete. „So was passiert Evan ganz selten, gut dass es jetzt kam und nicht gegen Heidenheim“, kommentierte Andy Fleischacker nach dem Happyend bereits mit Blick aufs kommende Halbfinale.

Der Mann, der die Wende einleitete, war wieder einmal Nationalspieler Dominik Wulf. Er schlug in der Alligators-Hälfte des vierten Innings das erste „Double“, stürmte also gleich bis ans zweite Base. Nils Hartkopf und Patrick Kanthak legten nach, mit dem Verkürzen auf 2:5 war Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Patrick Kanthak, mit bald 28 Jahren einer der „Oldies“ im Solinger Team, hatte etwas überraschend Youngster Robin Drache aus der ersten Neun der Alligators verdrängt. Und im fünften Inning rechtfertigte er das Vertrauen seines Trainers mit dem Schlag des Tages. Nachdem Wulf und Paul Rutgers bereits auf 4:5 verkürzt hatten, trat der Mann mit dem Spitznamen „Cash“ bei geladenen Bases an den Schlag und landete ein „Triple“: Er selbst lief bis zum dritten Base und holte zwei Kollegen zur 6:5-Führung nach Hause.

Katzenstreu und brennende Pfützen

Mit 8:5 gingen die Alligators aus dem fünften Inning, Florian Götze schlug den Homerun zum 9:5, als der große Regen kam. Mit Katzenstreu und Grillanzünder wurden die Pfützen in mühsamer Arbeit trocken gelegt, um dann nochmal zehn Minuten spielen zu können. So dauerste es fast fünf Stunden, bis das DM-Halbfinale wirklich perfekt war.