BASEBALL Dortmund Wanderers sind ein harter Brocken für die Alligators: Am Ende aber mit 7:6 und 7:5 neunter und zehnter Sieg in Folge.
Von Martin Auer
Bis kurz vor 19 Uhr war dieser Maifeiertag sicherlich einer, den Travis Bass ganz schnell aus seiner Sportkarriere gestrichen hätte. Der 24-jährige Shortstop der Alligators hatte das Bundesliga-Duell am Weyersberg mit einem kapitalen Patzer eröffnet, der die Dortmund Wanderers gleich im ersten Inning des ersten Spiels mit 2:0 in Führung brachte. Am Schlag konnte Bass anschließend in sieben Versuchen keinen einzigen Hit landen, um dann im allerletzten Schlag des Tages doch noch zum Helden zu werden. Bei 5:5 und zwei Aus im letzten Inning des zweiten Spiels hätte der nächste Fehlschlag die Verlängerung gebracht. Aber Travis Bass hämmerte den Hartball über den Außenzaun und nahm bei seinem Homerun noch Robin Drache mit 7:5-Sieg mit nach Hause.
Zeitweise bis zu 400 Zuschauer sorgten erstmals in dieser Saison für einen richtig gut besuchten Weyersberg, etwa 200 bejubelten am Ende noch den großen Schlag von Travis Bass. In den sechs Stunden zwischen First Pitch und Matchende kamen die Fans bestens auf ihre Kosten: zwei spannende Spiele, in denen die Alligators erstmal zurücklagen, dann aber noch zum Happyend kamen. Wobei der überragende Spieler am Weyersberg aber ein rotes Dortmunder Trikot trug.
Homerun-Monster Trevor Howell
„Heute haben wir fast mehr gegen Trevor Howell als gegen die Wanderers gespielt“, brachte Alligators-Trainer Norman Eberhardt den Auftritt des Dortmunder 110-Kilo-Manns aus den USA auf den Punkt. Gegen die Alligators-Pitcher André Hughes und Shelby Robertson landete der 28-Jährige sechs große Hits, drei flogen zum Homerun über den Zaun und brachten den Wanderers damit fünf Runs ein.
0:3 hieß es Mitte des dritten Innings im ersten Spiel, ehe auch die Solinger Schlagleute auf Touren kamen. Dann waren es vor allem Dustin Hughes mit vier Treffern bei vier Versuchen und Brandon Roper-Hubbert mit mehreren Schlägen bis kurz vor den Zaun, die für die Wende sorgten. Am Ende des fünften Innings hieß es 4:4, im siebten Inning setzten sich die Alligators auf 7:4 ab. Trevor Howell machte es im letzten Durchgang mit seinem zweiten Homerun zum 6:7 nochmal eng, aber André Hughes beendete die Partie nach 167 Würfen mit Strikeouts gegen die beiden letzten Dortmunder Schlagleute.
In Spiel zwei überraschte Eberhardt, indem er Shelby Robertson auf dem Wurfhügel aufbot. Der Amerikaner sollte nach seinem Komplett-Einsatz in Dohren eigentlich pausieren. „Er hat gesagt, dass er sich fit fühlt“, erklärte Eberhardt. Außer einem Zwei-Punkte-Homerun von Howell ließ Robertson auch acht Innings nichts zu. Die Alligators drehten den 0:2-Rückstand im fünften Inning durch zwei große Schläge von Dominik Wulf und Julian Steinberg zur eigenen 5:2-Führung. Am Ende kreidete es sich Eberhardt als seinen Fehler an, dass er den ausgepowerten Robertson auch im neunten Inning drauf ließ und Dortmund zum 5:5-Ausgleich kam. Aber genau das gab Travis Bass noch seine „Helden-Chance“.