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18.02.2012 10:00
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So jeck ist der Solinger Sport

Von Martin Auer

Der Karneval hat den Solinger Sport fest im Griff. Allenfalls die Weihnachtstage schaffen es, die 30 000 in Sportvereinen organisierten Solinger noch rigoroser von ihren Leibesübungen fernzuhalten. Ein paar unentwegte Hand- und Fußballer widersetzen sich dem närrischen Treiben, und von den Solinger Spitzensportlern proben nur die TSG Volleys den Boykott: ehrgeizig und völlig unmaskiert morgen um 16 Uhr im Zweitliga-Spiel an der Wittkulle gegen Frankfurt. Ach ja, da sind ja noch die ernsten Schachspieler, die die närrische Zeit geradezu als Marktlücke ausgemacht haben. Während Turniere zu „normalen“ Zeiten alle floppen, ist das Karnevals-Open der SG Solingen immer ausgebucht.

Angesteckt vom
verrückten Wettrüsten

Ein wenig närrisch darf einem auch der „sanfte Rauswurf“ von VfB-Trainer Karsten Ditscheid in dieser Woche vorkommen. Zweieinhalb Jahre hatte der Trainer der Landesliga-Kicker vom Bavert erfolgreich gearbeitet – Aufstieg und Landesliga-Klassenerhalt bei Mini-Etat sprechen da für sich. In der aktuellen Session switchte der sogar als zu wenig autoritär kritisierte Kumpel-Typ Ditscheid um auf „harter Hund“. Die neue Maske kam im Team nicht gut an, die Mannschaft wollte den alten oder gar keinen Karsten Ditscheid – und setzte sich durch.

Der traurige Zustand des Solinger Spitzenfußballs wird am Tag nach Aschermittwoch zum Thema. Eigentlich irre, dass mit dem OFC Solingen einer der jüngsten, kleinsten und klassenniedrigsten Vereine die Initiative zum „Runden Tisch“ ergreift. Aber bislang kamen die Ideen zur Bündelung von Kräften im Solinger Fußball meist nur von Vereinen, denen es gerade schlecht ging. Stieg das Barometer, war die Harmonie-Maske genauso schnell wieder weg. Fast wäre der Autor dieser Zeilen zu einer närrischen Wette geneigt: Vor meiner Rente – also in gut 15 Jahren – kriegt Ihr Fußballer das nicht mehr hin!