SCHACH Bundesligist SG Solingen unterliegt dem Zweiten mit 3:5, siegt aber über Emsdetten.
Von Martin Auer
„Wir sind zumindest nicht so sang- und klanglos untergegangen wie in den letzten zwei Jahren“, tröstete sich SG-Teamchef Herbert Scheidt gestern Nachmittag nach der 3:5-Niederlage im Bundesliga-Spitzenduell gegen Werder Bremen, nach dem die Solinger eigentlich aus dem Medaillenkampf raus waren. Die eintreffenden Ergebnisse von den anderen Spielen hielten dann noch einen Trost bereit. Der Dritte SC Eppingen unterlag Abstiegskandidat Hamburg, damit ist weiter Platz drei drin.
Das Top-Spiel bei SG-Reisepartner SC Remagen, der nach zwei weiteren Niederlagen den Abstieg kaum noch vermeiden kann, verlief früh in Richtung Bremen. Trotz der weißen Steine war Predrag Nikolic schnell in der Defensive, seine Niederlage gegen den Finnen Tomi Nyback absehbar. Bestenfalls bei Alexander Naumann und Daniel Stellwagen hatten die Solinger selbst zeitweise vorteilhafte Stellungen, nach der Zeitkontrolle musste aber auch Stellwagen gegen den Briten Luke McShane hart ums Remis kämpfen. Ihm gelang das per Dauerschach, aber Jan Smeets verlor noch an Brett zwei gegen den Ex-SGer Laurent Fressinet.
Am Samstag gegen den SK Turm Emsdetten lieferten die Solinger trotz des beinahe knappen 5:3-Erfolgs eine souveräne Leistung ab. Nachdem man vergangene Saison gegen die Münsterländer den Zähler, der eine Medaille kostete, abgegeben hatte, gingen die SG-Großmeister äußerst konzentriert ans Werk. Als die „Ü-50-Fraktion“ mit Predrag Nikolic und Artur Jussupow klare Vorteile angesammelt hatte, gaben fünf Solinger ihre gleichstehenden Partien remis. Die beiden „Oldies“ gewannen auch sicher, und dann schien es, als sollte auch Spitzenbrett Markus Ragger gegen das 17-jährige Supertalent Anish Giri, immerhin die Nummer 30 der Welt, die Oberhand behalten. Mit Schwarz hatte Ragger einen Springer gegen Bauern gewonnen, aber Ex-Wunderkind Giri baute eine Festung auf, gegen die Ragger nach sieben Stunden im 99. Zug seine Gewinn-Versuche einstellte.