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21.07.2010 16:33
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Nächstes Jahr in Kanada?

Von Martin Auer

Die Geschichte neben der Geschichte ist eigentlich die spektakulärere, auch wenn das Inline-Hockey für Tizian Winkelsträter eher „ein Zeitvertreib im Sommer“ ist. Vor einigen Tagen ist der Solinger mit der deutschen U-16-Nationalmannschaft der Inliner von den Junior Olympics in den USA zurückgekehrt - der letzte Platz ist dabei nichts zum Angeben. Spannend ist aber, dass Tizian Winkelsträter bei den Inlinern als Verteidiger im Feld spielt, während er bei den Ratinger Aliens im Jugend-Bundesliga-Tor steht.

Ratinger spielen Inline bei DEG Rhein Rollers

„Das Inline-Hockey findet auf einem ganz anderen Level als Eishockey statt“, wehrt Tizian allzu großes Erstaunen ab. 2008 schloss er sich wie viele seiner Ratinger Teamkollegen dem Inline-Team der DEG Rhein Rollers an. Irgendwann sah ihn dort der Nationaltrainer und lud ihn zu einem Lehrgang ein. Am Ende stand die Nominierung für die USA.

„Auf gar keinen Fall“, antwortet Tizian Winkelsträter auf die Frage, ob er sich denn auch im Eishockey einen Wechsel aus dem Tor ins Feld vorstellen könne. Seine Karriere als „Goalie“ begann bereits vor elf Jahren bei den Bambini des EHC Solingen. Gleich nach der Laufschule stand er im Kasten, blieb bis 2005 in der Altersklasse der Kleinschüler an der Birkerstraße. „Wenn man ehrgeizig ist, muss man irgendwann weggehen“, sagt Tizian Winkelsträter. Sein Weg führte über den Kölner EC vor zwei Jahren zu den Ratinger Aliens. In der Schüler-Bundesliga wurde der Solinger für ein paar Monate von Hannover „ausgeliehen“, weil die Indians ein akutes Torwart-Problem hatten. „Aber ich bin natürlich nur zu den Spielen gefahren“, erzählt Tizian.

In der vergangenen Saison schaffte er aber auch den Durchbruch in Ratingen. Mit den Aliens stand der 15-Jährige lange an der Tabellenspitze der Jugend-Bundesliga. Dann verstärkten sich Knieprobleme - im Dezember musste eine Kapselfalte im Knie operiert werden. Im Februar stand der Solinger zwar wieder im Kasten, es reichte aber nur zum dritten Platz für sein Team.

Tizian Winkelsträter schätzt die Schnelligkeit und Aggressivität in seinem Sport, muss auch als Torwart oft Mut beweisen. „Immerhin ist man gut geschützt“, sagt er. Seit Anfang Juni läuft das Sommertraining in Ratingen, aber die Gedanken des Schülers der Bergischen Ganztagsschule sind oft schon bei einem besonderen Traum. „Ich würde nach dem Abschluss der 10. Klasse gerne mal ein Austauschjahr in Kanada machen“, verrät er. Erfahrungen in Kanada hat Tizian Winkelsträter auch bereits im Eishockey gemacht. „Da gibt es richtige Hockey-Akademien, die Ausbildung an so einer Akademie ist einfach spitze“, ist sich der 15-Jährige sicher.