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07.11.2009 10:30
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Klingenring als Testrevier

Von Jürgen König

RADSPORT-PROMINENZ AM WUPPERHOF

OLAF LUDWIG Der 49-Jährige war in den 80er- und 90er-Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Radsportler. 1988 holte er sich Olympia-Gold, drei Etappen der Tour de France konnte der gebürtige Geraer für sich entscheiden, einmal das Grüne Trikot der Sprintwertung. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn gründete Ludwig eine nach ihm benannte Cycling GmbH, die bis zum 31. Oktober 2006 das T-Mobile-Team leitete.

MARCEL WÜST Auch der gebürtige Kölner gehört zu den großen deutschen Sprintern, allein 14 Etappen bei den großen Rundfahrten in Frankreich, beim Giro in Italien und bei der Vuelta in Spanien gingen auf sein Konto. Im August 2000 verlor Wüst nach einem schlimmen Sturz das rechte Augenlicht. Der 42-Jährige ist heute als Moderator und Promoter tätig – den Radsport begleitet er auch seit Jahren als Fernseh-Experte in der ARD.

Wer gestern am frühen Nachmittag den Wupperhof passierte und über den Klingenring Witzhelden ansteuerte, dürfte sich über den „großen Bahnhof“ gewundert haben. Radsportlich ging es zu - und dafür standen zwei ehemalige deutsche Hochkaräter: Olaf Ludwig und Marcel Wüst gehörten dem Kreis auf zwei Rädern an, der für intensive Technik-Prüfungen nach Solingen gekommen war. Laufrad-Prototypen und deren Fahrverhalten waren bereits am Vormittag auf der Bahn in Büttgen den Tests unterzogen worden, jetzt ging es auf der Straße zur Sache. „Runterheizen können wir nicht“, meinte Marcel Wüst, der schnell den schlüpfrigen Untergrund mit nassem Laub als Gefahrenquelle ausgemacht hatte. „Dann fahren wir eben viermal hoch“, teilte er seinem früheren Profi-Kollegen Ludwig mit, der im Spaß das Auto als alternatives Fortbewegungsmittel ins Spiel brachte.

Ex-TSV-Triathlet sichert die Strecke

Der Flachs blühte, aber insgesamt war es doch eine sehr ernste Angelegenheit - im Vorfeld war vorübergehend sogar erwogen worden, eine Teilsperrung der Strecke durchzuziehen. Schließlich blieb es bei einer Absicherung durch Fahrzeuge. „Da dürfte eigentlich nichts passieren“, erklärte Sven Riedesel, der einst als Triathlet beim TSV Aufderhöhe aktiv war und später als Profi unter anderem die legendäre Hawaii-Konkurrenz in den Top 20 beendete. Heute ist Riedesel Inhaber des Fachgeschäfts „Campanaradsport“ in Burscheid.

In die Testfahrten über die rund zwei Kilometer mit 17 Kurven und 120 Höhenmetern waren auch die örtlichen Radsportvereine eingebunden. Sowohl der RC Schwalbe mit seinem Vorsitzenden Horst Sammer an der Spitze als auch Velo Solingen standen am „Landhaus Wupperhof“ unterstützend zur Seite. „Alles ist prima gelaufen und hat Spaß gemacht“, sagte Ingo Hermann, der für die enge Beziehung zwischen Velo und dem neuen Röltgen-Cycling-Team steht. Alle Seiten sammelten wichtige Erfahrungen und neue Kontakte - auf technischer Ebene, aber auch in punkto Veranstaltungen gibt es etliche Verflechtungen zwischen den gestern am Wupperhof anwesenden Radsport-Fachleuten. Für die es lediglich in anderer Hinsicht nicht rund lief. Der Brand im Restaurant (siehe Seite 17) machte den geplanten Verzehr von 30 Portionen Erbsensuppe ebenso unmöglich wie die Bereitstellung einer Massage-Bank. Der eingetretene Materialbruch war angesichts der Testphase hingegen eingeplant.