VOLLEYBALL Die TSG trotzt dem Trend sowie den Diskussionen und sieht ihre Zukunft als Solinger Verein - morgen zu Gast in Delbrück.
Von Jürgen König
Seit dem 18. September – dem Tag des 0:3 gegen die Titans aus Wuppertal – gibt es Zweitliga-Volleyball in Solingen. Der in Windeseile vollzogene Wechsel von Leverkusen, wo es seitens des Bayer-Konzerns keine Unterstützung mehr gab, ging nahezu perfekt über die Bühne. Ein Schönheitsfehler: der Spielplan. Unter anderem den Fecht-Veranstaltungen in der Friedrich-Albert-Lange-Sporthalle geschuldet, müssen die Volleys nach einer Heimspiel-Serie im November derzeit ständig auswärts antreten. So auch morgen ab 19 Uhr, wenn die nächsten Punkte in der 2. Liga Nord im westfälischen Delbrück vergeben werden.
Im Rahmen der Vorbereitung auf das Match beim Tabellenelften (10:22 Punkte) testete die TSG (Vierter mit 24:6) am Mittwoch beim Nachbarn in Wuppertal, mit 24:4 Zählern derzeit die Nummer drei hinter Lüneburg (28:4) und Hildesheim (26:6). Und es war nicht das erste Mal, dass Titans und Volleys sich bei einer gemeinsamen Trainingseinheit auf den jeweiligen Gegner einstimmten. Folgt da nach den BHC-Handballern und dem Ruf nach einem bergischen Fußballverein eine weitere Liaison? Die Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer zum Thema „Spitzensport im Bergischen Städtedreieck“ am 9. Februar könnte zumindest theoretisch auch Volleyball beinhalten. Frank Henkel erteilt solchen Gedankenspielen indes eine klare Absage. „Es wird viel miteinander gesprochen, aber die Ausrichtung ist eine völlig andere“, kommentiert der Manager der TSG Volleys. Sie selbst seien ein richtiger Verein, während die Titans wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden. Henkel: „Wir wollen einfach nur ankommen, während Wuppertal eigentlich zurück in die 1. Liga muss.“
Erster Triumph für Brink
Das Trainingsduell endete mit einem 3:2-Erfolg der Titans, bei denen Volleyball-Legende Georg Grozer die Libero-Position einnahm. „Auf beiden Seiten wurde extrem viel ausprobiert“, erklärt Frank Henkel die Zweitrangigkeit des Ergebnisses. In Delbrück müssen die Volleys auf Marten Weßel verzichten, dessen Fußverletzung sich aber nur als massive Überdehnung und nicht als Riss erwies – baldiges Comeback wahrscheinlich. Wieder mit dabei ist Stefan Windscheif, der in Wuppertal einen sehr guten und agilen Eindruck hinterließ. Windscheifs Beachvolleyball-Kollege Julius Brink startete derweil optimal ins Olympia-Jahr. Im Rahmen ihres mehrwöchigen Trainingslagers mit Blick auf die Spiele in London gewannen Brink/Jonas Reckermann die internationalen Meisterschaften von Neuseeland. Der TSGer war mit seinem Teamkollegen nicht nur im Finale vor 2000 Zuschauern überlegen, sondern auch in den Matches zuvor.