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30.08.2010 09:57
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Rheydter Elfmeter-Dramen

Von Martin Auer

Ausgerechnet auch noch die 45. Minute, wenige Sekunden vor der Halbzeitpause! VfB-Abwehrchef Daniel Esselborn ist beim Abwehrversuch gegen Rheydts überragenden Stürmer Dogan Topcu einen Tick eher am Ball, es kommt zu einem Pressschlag, aber der Solinger klärt den Ball an der Torauslinie zur Ecke. Das denken jedenfalls alle im Stadion, bis der Pfiff des 17-jährigen (!) Schiedsrichters Sebastian Lattberg ertönt.

Niehus hält, Elfmeter wird wiederholt

Elfmeter für Rheydt bei 1:0-Führung für den VfB, ein absoluter Witz. Aber Keeper Sven Niehus taucht in die richtige Ecke ab, hält den Strafstoß von Daniel Puzic. Der nächste Pfiff ist diesmal korrekt: Lattberg lässt den Elfmeter wiederholen, weil VfB-Verteidiger Christian Poweleit zu früh in den Strafraum gelaufen ist. Nochmal lässt sich der bereits grauhaarige Puzic die Chance nicht nehmen. Diesen Treffer zum 1:1 wird der VfB Solingen nicht mehr wegstecken. „In der Kabine waren die Köpfe unten, da habe ich schon befürchtet, dass das daneben geht“, meinte Trainer Karsten Ditscheid, als er nach 90 Minuten die klare 1:4-Niederlage zu quittieren hatte.

Aber zurück zum Anpfiff: Den fast 100 VfB-Fans unter den 200 Zuschauern war sehr schnell klar, wen sie auf Seiten des Rheydter Spielvereins besonders im Auge behalten müssen. Ömür Sahan schoss brandgefährliche Freistöße, aber absolut überragend war der 18-jährige Topcu, der die VfB-Verteidiger reihenweise stehen ließ. „Wir haben über 20 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu finden“, analysierte Karsten Ditscheid.

Die beiden ersten gefährlichen Vorstöße kamen über Rechtsverteidiger Poweleit, dessen „verunglückte“ Flanke (30.) beinahe den Weg ins Tor gefunden hätte. Einige Minuten später holte Serkan Gürdere einen Freistoß in guter Position heraus. Den knallte Sebastian Claus an die Latte, der satte Nachschuss von Youngster Alberto Scarlino brachte das 1:0, das das Stärkerwerden des VfB spiegelte.

Nur zehn Minuten nach der Pause war die Partie aber für die Gastgeber gelaufen. Esselborn beging ein ganz ungeschicktes Foul mit den Armen voraus an Topcu - der nächste Elfmeter zum 2:1 war sonnenklar. Und als der VfB kurz darauf trotz zweier Klasse-Paraden des starken Sven Niehus den Ball nicht weg bekam, hieß es auch schon 3:1 für Rheydt.