Snippets
Snippets
23.02.2012 09:45
Drucken Vorlesen Senden
„Du darfst dich nicht hängen lassen“

Von Karl-Josef Überall

„Für 15 bis 20 Minuten pro Hälfte reicht es allemal“, sagte Physiotherapeut Carsten Walonka vor dem Anpfiff in Großwallstadt über Jens Reinarz. In der 12. Minute warf er sein erstes Tor, traf später per Kempa-Trick zum 21:20 – ein gutes Comeback nach seiner Krebs-OP im Januar.

„Die ersten Trainingstage waren schon recht anstrengend“, erzählte Jens Reinarz vor der Abfahrt. Schließlich hatte der 29-Jährige knapp zwei Monate nichts oder nur sehr wenig tun können. Anfang Januar wurde beim BHC-Linksaußen Hodenkrebs diagnostiziert. „Das war natürlich erst einmal ein Schock für mich“, meinte Reinarz. Schwer sei es ihm auch gefallen, die Nachricht seinen Eltern und seiner Freundin zu erzählen. „Sie waren dann ein großer Rückhalt für mich.“ Sicherlich auch ein Grund für den Solinger nicht etwa in Depressionen zu verfallen. „Ich habe die Krankheit wie eine normale Verletzung hingenommen. Für mich stand von Anfang an fest, dass ich wieder Handball spielen werde. Es ging nie um die Frage ob, sondern immer nur wann ich wieder spiele.“

An die Operation wird ihn eine rund zehn Zentimeter lange Narbe immer daran erinnern. „Ich war bei den Ärzten in guten Händen, habe täglich mit ihnen telefoniert und war immer über meinen Gesundheitszustand informiert.“ Zwei Wochen nach der OP folgte die Chemo.

Geholfen haben ihm während der Zeit auch die guten Wünsche aus der Handballszene. Auch Bjarte Myrhol von den Rhein-Necker Löwen hatte sich gemeldet und seine moralische Unterstützung angeboten. „Fand ich toll von ihm.“ Myrhol war selbst an Hodenkrebs erkrankt und spielt schon wieder Handball. Wie der Norweger will auch Jens Reinarz die Krankheit besiegen. „Das ist Schicksal, man muss es annehmen. Du darfst dich nicht hängen lassen.“