HANDBALL Im Derby gegen Tusem Essen geht der BHC erst nach 55 Minuten auf Erfolgskurs: ein knapper 24:22-Sieg.
Von Martin Auer
„Mund abputzen, Punkte mitnehmen, weitermachen“, pflegte Torwart-Titan Olli Kahn solche Spiele zu kommentieren wie das am Samstagabend in der Sonnborner Bayerhalle. Im Duell Aufstiegs- gegen Abstiegskandidat ließ der Bergische HC gegen den Tusem Essen vor allem im Angriff jegliche Qualität eines Spitzenteams vermissen und fuhr nur durch bedingungslosen Kampf bis zur letzten Spielminute einen 24:22-Sieg ein. 2050 Zuschauer bekamen einen unerwartet spannenden Handball-Abend geboten.
Zwei BHC-Treffer in den ersten 15 Minuten
BHC-Trainer HaDe Schmitz, der schon vor dem Anpfiff sein „mulmiges Gefühl“ öffentlich gemacht hatte, wartete für manche fast ein wenig zu lange mit der Auszeit: Die Hallenuhr zeigte 14:54 Minuten, die Anzeigetafel einen 2:3-Rückstand für den BHC. Die Jiri Vitek und Kenneth Klev hatten ein Festival von Fehlwürfen und Ballverlusten abgeliefert, das Experiment mit dem jungen Artur Giela als Spielmacher war gegen eine gut stehende und aggressive Essener 6:0-Formation komplett in die Hose gegangen. Immerhin stand die BHC-Abwehr und dahinter Mario Huhnstock, der bis zur grünen Tafel des Trainers schon sieben Paraden gezeigt hatte.
Auch ein HaDe Schmitz vermochte den Hebel nicht einfach umzulegen. Nach der Auszeit lief das Angriffsspiel etwas besser, aber jetzt verwarfen seine Mannen mehrfach frei gegen den starken Tusem-Keeper Jan Kulhanek. 9:11 hieß es nach 30 Minuten aus BHC-Sicht, und nach dem Seitenwechsel wurde erstmal gar nichts besser. Nach dem 14:11 durch Tusem-Spielmacher Philipp Pöter, der dem BHC mit seinen flachen Schlagwürfen zusetzte, folgte zwar ein kleines Zwischenhoch mit 16:15-Führung (43.), aber bald lagen die „Löwen“ wieder zwei Tore hinten.
Jiri Vitek sorgt für dramatisches Finale
Der Mann der letzten fünf Minuten war Jiri Vitek, der mit acht Treffern als einziger eine normale Torquote erreichte. Er sorgte mit dem 21:20 für die dritte BHC-Führung im Spiel. Und er trat bei 23:22 genau eine Minute vor Schluss zum Siebenmeter an. Den hatte Sebastian Hinze in Unterzahl erkämpft - Klev drückte wegen „Schauspielerei“ die Strafbank. Jiri Vitek warf den Siebenmeter übers Tor, sorgte aber genau 40 Sekunden später aus spitzestem Winkel für das 24:22.