HANDBALL BHC-Trainer HaDe Schmitz von der Einstellung seiner Spieler beim Unentschieden gegen Göppingen begeistert. Klingenhalle wurde wieder einmal zur berühmten „Klingenhölle“.
Von Lars Lenssen
„Hmm. Wie machen wir es jetzt, HaDe?“ fragte Göppingens Chefcoach Velimir Petkovic auf der Pressekonferenz nach dem Mittwochspiel beim Bergischen HC. „Gratulierst Du mir, oder ich dir?“ Auch der angesprochene Trainerkollege HaDe Schmitz war sich nicht ganz sicher, wie er wenige Minuten nach dem 27:27 das Ergebnis bewerten sollte. Doch irgendwie hatte man den Eindruck, dass das Fazit zum Unentschieden für beide Mannschaften eher positiv als negativ ausfiel. „54 Minuten lang haben wir das Spiel kontrolliert und mit bis zu vier Toren in Führung gelegen. Dann haben wir vier Minuten lang den Kopf verloren und konnten froh sein, dass wir am Ende noch einen 24:26-Rückstand aufgeholt haben“, resümierte Petkovic.
Ein Befreiungsschlag für die Hausherren
Am Ende einen Vorsprung verspielt hatten hingegen die Hausherren. Der erhoffte Sieg im Abstiegskampf wurde so zwar zur ein Teilerfolg, aber dennoch war das Remis aufgrund der Art und Weise wie die Bergischen auftraten so etwas wie ein kleiner Befreiungsschlag. „Ich bin völlig begeistert von meiner Mannschaft“, lobte Schmitz. Dass es innerhalb der intensiven Begegnung Phasen gab, in denen der BHC schon so gut wie verloren hatte, wollte er gar nicht bestreiten. „Aber wir hatten uns vorgenommen niemals aufzugeben und haben uns auch in der Pause noch einmal darauf eingeschworen. Und für diese Leidenschaft und Aggressivität sind wir belohnt worden.“
Mit dieser Spielweise brachten die Bergischen Löwen auch die Zuschauer hinter sich. Und spätestens nach dem 12-Meter-Kracher von Runar Karason zum 24:24-Ausgleich verwandelte sich die Klingenhalle wieder einmal in die berühmte „Klingenhölle“.
In seiner Entscheidung, fast die komplette Partie auf Henrik Knudsen zu setzen, sah sich Schmitz bestätigt. Als der Däne bei seinem ersten langen Einsatz nach dreimonatiger Verletzungspause nachließ, entschied sich der Coach für Kristoffer Moen als Entlastung. „Weil ich den Eindruck hatte, dass Ali Oelze mit dieser Situation des Konkurrenzkampfs auf der Spielmacherposition nicht so gut zurecht kommt“, erklärte Schmitz und verwies auf Oelzes Körpersprache und nicht zuletzt dessen zwei verworfene Siebenmeter. „Nachdem wir Knudsen wieder fit bekommen haben, müssen wir nun sehen, dass wir auch Oelze wieder hinbekommen.“
BHC-Manager Stefan Adam fand zwar, „dass mit dem Unentscheiden keiner so richtig glücklich sein kann“, sah aber auch die positiven Aspekte. „Die Mannschaft hat sich toll zurückgekämpft und Selbstvertrauen und Kraft getankt, weil sie gesehen hat, dass auch gegen starke Mannschaften etwas zu holen ist.“