INTERVIEW Jens Häusler, Trainer des HSV Hamburg, zum Duell heute Abend gegen den Bergischen HC.
Von Lars Lenssen
Wenn der Bergische HC heute um 20.15 Uhr beim Deutschen Meister HSV Hamburg antreten muss, ist das auch das Aufeinandertreffen zweier Weggefährten. HSV-Interimstrainer Jens Häusler (44) und BHC-Kreisläufer Henrik Pekeler (20) kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim TSV Altenholz. Der THW Kiel hatte Jungtalent Pekeler perspektivisch verpflichtet, beim Kooperationspartner sollte „Peke“ Spielpraxis sammeln. Sein dortiger Trainer damals: Jens Häusler. Er war es, der seinem Schützling zum Wechsel zum BHC riet.
Der Tipp ist wohl nicht der schlechteste gewesen . . .
INFO
BEINAHE-BLAMAGE Am Sonntagabend beim Vorletzten Hüttenberg patzte der HSV Hamburg mit einem 26:26. Und hatte dabei auch noch großes Glück, dass die Gastgeber 15 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter verwarfen.
Jens Häusler: Das sehe ich auch so. Hendrik hat sich toll entwickelt. Das freut mich sehr. Seine Zeit in Kiel war etwas problembehaftet, aber er ist ein toller Typ.
Warum haben Sie ihm gerade zum BHC geraten?
Häusler: Nicht zuletzt, weil mein langjähriger Freund Chrischa Hannawald dort Co-Trainer ist. Hendrik brauchte jemanden, der ihm auch mal die Leviten liest. Da ist Chrischa der richtige Mann.
Mit Hannawald haben Sie beim HC Wuppertal für eine Saison zusammengespielt. Im Hinspiel in der Uni-Halle wackelte der HSV. Kann der BHC dem Meister erneut gefährlich werden?
Häusler: Ohne dem BHC zu nahe treten zu wollen – aber dass es eine enge Sache wird, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen. Im Hinspiel hatten wir einige Verletzungsprobleme. Jetzt sind wir wahrscheinlich so gut wie vollzählig und nehmen in Bundesliga und Champions League langsam aber sicher Fahrt auf. Wir dürfen aber nicht glauben, dass wir gegen den BHC locker aufspielen können, das ist klar.
Ursprünglich sind Sie ja als U-23-Trainer des HSV in die Saison gestartet. Nach dem Rauswurf von Bundesliga-Chefcoach Per Carlén haben sie dann dessen Job bekommen, und es läuft gut in Pokal und Champions League. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Häusler (ohne zu zögern): Nach der Saison gehe ich wieder zur U 23 zurück. Das ist für mich überhaupt keine Frage. Ich lebe in Kiel mit meiner Frau und drei Söhnen. Dort wird auch weiterhin mein Lebensmittelpunkt bleiben. Trotzdem möchte ich mit dem HSV jetzt natürlich alles erreichen, was möglich ist.