HANDBALL Im Erstliga-Abstiegskampf muss der Bergische HC heute Abend punkten - „egal wie“.
Von Jürgen König
Als hätte es eines finalen Beweises für die Qualität des VfL Gummersbach bedurft, am Samstag war er da. Mit 32:25 demontierten die Oberbergischen den slowenischen Serien-Meister HC Celje Pivovarna Lasko und erreichten zum dritten Mal in Folge das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger – das Hinspiel hatte der Ex-Klub von BHC-Abwehrchef Carlos Prieto noch mit 34:27 gewonnen, die mehr erzielten Auswärtstore sorgten für den VfL-Vorteil. Nicht zuletzt der Spanier Prieto, wie Hendrik Pekeler und Kristoffer Moen zuletzt angeschlagen, soll morgen den Angriffswirbel der Gummersbacher stoppen. „Die sind eine richtig gute Mannschaft geworden. Aber wir müssen gewinnen, egal wie“, fordert Trainer HaDe Schmitz mit Blick auf die brenzlige Situation seines Bergischen HC. Vor wohl ausverkauftem Haus zählen heute ab 20.15 Uhr in der Wuppertaler Unihalle nur zwei Punkte fürs Überleben im Oberhaus.
Fast schon abgeschrieben war der Meister früherer Tage nach der 29:31-Hinspiel-Pleite gegen die „Löwen“. Doch eine unglaubliche Serie von 10:0, 14:2 und 15:3 Punkten im neuen Jahr sorgte für totale Erleichterung. „Damit haben wir selbst nicht gerechnet. Wir hatten immer gedacht, die Partie beim BHC könnte ein Abstiegsendspiel sein“, sagt VfL-Pressesprecher Thomas Hellwege. Der Erfolg trägt einen Namen: Emir Kurtagic. Mit dem Amtsantritt des Trainer-Nachfolgers von Sead Hasanefendic ging es spürbar bergauf, Nationalspieler wie Kentin Mahé, Adrian Pfahl, Patrick Wiencek oder Barna Putics entfalten seitdem ihr volles Potenzial. Und zwischen den Pfosten erwies sich die Nachverpflichtung von Borko Ristovski als belebendes Element.
Die Wunden vom Hildesheim-Spiel
HaDe Schmitz sieht Gummersbach in Sachen Durchschlagskraft zusätzlich durch Christoph Schindler verstärkt, der wieder top-fit an Bord ist. Und den Coach schmerzt weiterhin der April mit drei Niederlagen in drei Spielen – allen voran die 28:29-Pleite gegen Hildesheim. „Das hätte uns nicht passieren dürfen, sonst wäre alles im erträglichen Rahmen geblieben“, so Schmitz, der weiterhin auf die verletzten Christian Hoße und Jan Behr verzichten muss.