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06.09.2010 12:33
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BHC: Die Karte Kampf sticht nicht

Von Jürgen König

Wenn sich die Bayerhalle mit dem Schlusspfiff schnell leert, deutet dies auf unangenehme Dinge hin- so passiert am Samstag, nachdem der TV Hüttenberg mit 30:29 (13:12) gewonnen hatte. Für Cheftrainer HaDe Schmitz war es im zwölften Liga-Heimspiel die erste Niederlage überhaupt, für seinen Bergischen HC galt der Saisonstart als gescheitert. Gemeinsam mit dem Unentschieden in Eisenach liegt man nun schon drei Punkte hinter der Ausbeute der vergangenen Spielzeit. Und muss möglicherweise länger auf seinen letztjährigen Top-Torjäger Jiri Vitek verzichten (siehe unten).

„Völlig blockiert in erster Halbzeit“

Entsprechend groß war der Frust beim BHC, dessen Coach einen verdienten Gäste-Erfolg sah. „Hüttenberg hat gelöster gespielt und seine Linie durchgezogen. Wir haben zu sehr auf die Karte Kampf und Kraft gesetzt“, sagte Schmitz. So habe ein Kenneth Klev versprochen, für den verletzten Tschechen zu kämpfen. „Aber er hat nicht Handball gespielt“, kritisierte HaDe Schmitz auch Vitek-Ersatz Tim Henkel und fand dabei in der öffentlichen Pressekonferenz deutliche Worte: „Das mit Tim ist völlig in die Hose gegangen.“ Der Cheftrainer vermisste die Lockerheit in den eigenen Aktionen, in der ersten Halbzeit sei man völlig blockiert gewesen. „Wir müssen in uns gehen und intern wohl etwas Dampf rausnehmen“, sah der 62-Jährige deutliche Probleme, mit Druck umzugehen. Die zwischenzeitliche Steigerung mit guten Aktionen über den Kreis besänftigte Schmitz kaum, zum Ende seiner Ausführungen hin bewies er indes gewohnte Kampfeslust: „Noch ist nichts passiert. Die Mannschaft arbeitet hart, an unseren Zielen halten wir fest.“

Trotz des gelungenen Auftakts bleibt man in Hessen realistisch. „Ich weiß, was wir können. Darauf können wir stolz sein. Aber ich sehe uns dauerhaft nicht im Kreis eines Bergischen HC oder einer HSG Düsseldorf“, meinte TVH-Trainer Jan Gorr, der ein von Kampf, Leidenschaft und totaler Spannung geprägtes Spiel gesehen hatte. Entscheidend für ihn war, dass man in der letzten Viertelstunde immer am Ball geblieben sei und sich auch von zwei Rückständen nicht habe beirren lassen. Jan Gorr: „Das war von meinem Team mental sehr stark. Und deswegen haben wir gegen einen gut besetzten BHC verdient beide Punkte geholt.“