VEREINE Nach der Kündigung der TSG steht die Sportart vor einer ungewissen Zukunft.
Von Karl-Rainer Broch
Die Ankündigung der TSG Solingen, die seit 1998 bestehende Spielgemeinschaft mit der DJK Solingen aufzukündigen, hat wie eine Bombe eingeschlagen. Die Basketballabteilung der TSG soll aber weitergeführt werden. Besprochen wird die aktuelle Situation morgen Abend um 19 Uhr in der TSG-Vereinsgaststätte an der Dingshauser Straße. Eingeladen sind auch Nichtvereinsmitglieder. Die WMTV-Basketballer haben für heute Abend eine Versammlung einberufen, die DJK trifft sich am 6. März.
Differenzen um Arbeit und Finanzen
BG-Vorsitzender Tim Kurzbach, gleichzeitig DJK-Abteilungsleiter, wurde von der Ankündigung der TSG überrascht: „Wir sind über den Zeitpunkt unglücklich. Man kann den Spielern doch nicht mitten in der Saison den Teppich unter den Füßen wegziehen.“ Aus seiner Sicht hat die DJK alle vertraglichen Bedingungen erfüllt: „Wir stellen den Vorsitzenden, überweisen unseren Finanzanteil und erfüllen auch die Verwaltungsaufgaben für den laufenden Spielbetrieb.“ Dem widerspricht TSG-Sportkoordinator Holger Melchior: „Das finanzielle Ungleichgewicht zwischen TSG und DJK wurde in der Vergangenheit durch Christoph Kühns Arbeit aufgefangen. Doch seit seinem Rückzug hat sich arbeitstechnisch nicht mehr viel getan.“
Mitgliederzahl geht drastisch zurück
Was der TSG weiter zu schaffen macht, ist die Reduzierung der Mitgliederzahl auf 40, in den besten Zeiten waren es mehr als 120. Nach dem Zurückziehen mehrerer Jugendteams nehmen zurzeit nur noch die beiden Herrenmannschaften der BG und die U-16-Jungen am Spielbetrieb teil. Die Situation bei der Gründung war ganz anders. 1998 spielten allein acht Seniorenmannschaften um Punkte, außerdem waren zahlreiche Nachwuchsteams am Start. Heute haben BG, WMTV und Eintracht nur noch fünf Senioren- und fünf Nachwuchsteams.
Spielgemeinschaft aller Solinger Vereine?
Holger Melchior: „In Solingen sind etwa 150 bis 200 Basketball-Sportler aktiv, wir können uns eine Spielgemeinschaft aller Solinger Vereine vorstellen, um wieder mit Erfolg mitreden zu können.“ DJK-Vorsitzender Tim Kurzbach bleibt skeptisch: „Wir können uns gut vorstellen, die Kooperation mit der TSG fortzusetzen, zumal wir dank Koordinator Manfred Heck eine Konsolidierung erreicht haben.“ Für ihn bedeutet ein Alleingang als DJK kein Zukunftsmodell: „Mit der Kündigung hat die TSG ein großes Stück Solinger Basketballgeschichte zerschlagen.“
Man kann jetzt gespannt sein, ob die TSG, bei der in den letzten Jahren mangels Interesse kein eigener Basketballvorstand existiert hat, Mitarbeiter findet. Auf jeden Fall ist die Mitgliederversammlung nach Meinung vieler Basketballer ein erster Schritt.
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