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22.11.2011 11:19
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Wutwelle nach Welpentod

Von Uli Preuss

Wäre das Rauschen der nahe Autobahn nicht, der Ort an dem Bella starb, könnte friedlicher kaum sein. Doch die Umstände, die zum Tod des niedlichen Hundewelpen führten, berühren seit zwei Tagen eine ganze Stadt und sind alles andere als friedlich.

Selbst so erfahrene Beamte wie Polizeioberkommissar Hajo Rehbronn (56) wollten sich gestern nicht äußern. Ihm gehe das immer noch nach, macht der gebürtige Aufderhöher keinen Hehl aus seinen Empfindungen. Rehbronn war in der Samstagsschicht der Wache Ohligs und wurde gegen 13 Uhr von den Besitzern des gestohlenen Hundewelpen gerufen. Gemeinsam fuhr man die Straße Götsche bis in die Nähe der Stelle, an der die Familie bei einer privaten Suche ihren Hund tot an einem Baum hängend fanden.

Es gibt Bilder davon, doch die dienen einzig der Beweissicherung und sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Nur soviel: Das 13 Wochen alte Pelzknäuel war an der eigenen braunweißkarierten Leine in die Astkabel eines jungen Laubbaum gehängt worden. Die Ermittlungen haben längst begonnen. Nicht auszuschließen ist, dass eine weitere Tat folgt und dass der Täter womöglich auch für die mit Nägeln gespickten Köder der vergangenen Zeit verantwortlich ist.

Der gewaltsame Tod des kleinen Berner Sennen-Welpen, der am Donnerstag von einem Unbekannten geraubt und getötet wurde, beschäftigt die Menschen wie kaum eine andere Tat der letzten Zeit. Eine knappe Woche nach dem gewaltsamen Tod einer 60-Jährigen Solingerin, auf den kaum Reaktionen eingingen, können sich die Menschen im Internet über Bellas Todesumstände kaum beruhigen. Von einer Wut ist da zu lesen, die unweigerlich schlucken lässt.

Die Polizei ermittelt wegen Raub, nicht nur wegen Diebstahl

Gleich mehrfach wird in Faceboook zur Lynchjustiz am Täter aufgefordert. Wolf-Tilman Baumert, Oberstaatsanwalt in Wuppertal, sieht das sachlich. Solange nicht konkret mit Namen oder Täterbeschreibung zu einer Gewalttat aufgerufen würde, müssten die Behörden nicht einschreiten. Der Täter käme sowieso nicht unter einem Jahr Strafe davon. Baumert weiß, dass die Polizei gegen Tierquälerei und in einer Raubsache und nicht nur wegen Diebstahls ermittelt. Immerhin hatte der Täter die 46-jährige Hundebesitzerin brutal zu Boden geworfen.

Spaziergängerin Claudia Sehnicht, die gestern unweit des Tatortes ihre Hündin Ela ausführte, macht die Tat ebenfalls betroffen. Und sie versucht die erste Wut zu verstehen. Doch Strafverfolgung müsse man den Behörden überlassen, meint sie.

Die Solinger Philosophin Dr. Uta D. Rose, die ebenfalls von Tat und Reaktion der Menschen betroffen war, macht einen Vorschlag. „Vielleicht sollte man die Menschen auffordern, ihre Wut zu kultivieren“.. Wut könne auch friedlich sein, weiß sie.

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