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19.12.2009 10:23
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Wunschzettel für Geschenke

Von Karl-Rainer Broch

Das Thermometer zeigte gestern Nachmittag -5,5 Grad Celsius an. Auf dem Weg von der Wuppertaler Straße zu Schloss Grünewald pfiff der Wind mit gefühlten 10 Minusgraden über das freie Feld, und Romantik beim „Romantischen Weihnachtsmarkt“ kam erst auf, als man das Kassenhäuschen passiert hatte und die Lichterketten mit diesmal 1300 Lämpchen aufleuchteten. Also erst einmal am Glühweinstand aufwärmen, dann den Rundgang in Angriff nehmen.

Veranstalterin Anke Peters war mit der Resonanz an den beiden „Familientagen“ gestern und vorgestern zufrieden, äußerte aber Kritik an der Stadt, weil die Beleuchtung der Wuppertaler Straße ausgeschaltet war: „Der Zugang ist ohne Beleuchtung ein Sicherheitsrisiko.“ Immerhin hatten sich an den ersten beiden Tagen insgesamt etwa 5000 Besucher auf den Weg gemacht, um an den 130 Ständen noch Geschenke zu erwerben.

Schloss Grünewald inzwischen auch außerhalb ein Begriff

Im nächsten Jahr findet der Weihnachtsmarkt an zwei Wochenenden statt, jeweils von Freitag bis Sonntag am 3. und 4. Advent. Anke Peters hofft auf 20 000 Besucher bis Sonntagabend. Der Weihnachtsmarkt in dem historischen Park von Schloss Grünewald ist inzwischen auch außerhalb Solingens zu einem Begriff geworden. Busse vom Niederrhein wurden gesehen, und 50 bis 70 Prozent der Gäste kommen von außerhalb, teilweise sogar aus Holland. Eine Besucherin meinte angesichts des reichhaltigen Angebotes an modernem Kunsthandwerk: „Wenn ich genügend Geld hätte, könnte ich an jedem Stand etwas kaufen.“ Um bei Spontankäufen das leere Portemonnaie wieder aufzufüllen, wurde erstmals auf dem Gelände ein mobiler Geldautomat installiert. Er fand regen Zuspruch.

Das Rahmenprogramm war mittelalterlich ausgerichtet und verspricht auch für heute und morgen etliche Höhepunkte. Ein französischer Gendarm spaziert als Situationskomiker übers Gelände, „Monsieur Hulot“ ist ebenso wie ein mittelalterlicher Gaukler anzutreffen, und am Sonntag wird der Nikolaus samt Knecht Ruprecht Kinderaugen zum Leuchten bringen. Die „Wunschzettelfee“ nimmt auch wieder Weihnachtswünsche entgegen. Von heißen Maronen bis zum Flammlachs reicht die kulinarische Palette. „Currywurst und Pommes gibt es bei uns nicht“, so Anke Peters. Die Alternative: würziger Flammkuchen. Wer auf Reinlichkeit steht, kann beispielsweise bei der Seifenmanufaktur unter 20 ausgefallenen Sorten wählen.

Heute und morgen von 11 bis 20 Uhr geöffnet, Eintritt 3,50 Euro (Kinder 1 Euro).